Eutelsat und OroraTech haben kürzlich auf dem International Space Summit in Paris eine strategische Partnerschaft zur Stationierung thermischer Infrarot-Kameras von OroraTech auf künftigen Satelliten der LEO-Infrastruktur (Low Earth Orbit) von Eutelsat bekannt gegeben. Im Rahmen der Vereinbarung sichert sich OroraTech Kapazitäten für 48 Sensoren, mit einer Option auf weitere 48. Die somit rund 100 Nutzlasten sollen in den nächsten Jahren auf Eutelsat-Satelliten ins All gebracht werden.

Die Kapazität von OroraTech – die mit rund 20 Satelliten bereits heute die weltweit größte kommerzielle Konstellation von Infrarot-Sensoren ist – versechsfacht sich somit. Die Partnerschaft verbindet komplementär französische und deutsche Fähigkeiten: die umfassende europäische LEO-Infrastruktur von Eutelsat und die operative Technologie für thermische Aufklärung, Nutzlasten sowie KI-gestützte Analyse von OroraTech.
„Mit dieser Partnerschaft gehen wir den entscheidenden Schritt von Satelliten zu Infrastruktur“, sagte Martin Langer, Chief Executive Officer (CEO) von OroraTech. „Während Eutelsat eine einzigartige europäische Konstellation von LEO-Satelliten aufgebaut hat, verfügt OroraTech über die weltweit führende operative Fähigkeit zur thermischen Aufklärung. Mit der Kombination beider Technologien eben wir den Weg für permanente, zuverlässige, schnelle und weltweite Aufklärung durch Wärmebilder aus dem All – realisiert in deutsch-französischer Partnerschaft, entwickelt von europäischen Unternehmen für europäische Souveränität.“
Die Vereinbarung wurde auf dem International Space Summit im Beisein der für Raumfahrt zuständigen Minister Philippe Baptiste und Dorothee Bär unterzeichnet und schafft so eine deutsch-französische Kooperation und Kombination komplementärer Technologien souveräne europäische Infrastruktur für permanente, zuverlässige, schnelle und weltweite Wärmebild-Aufklärung aus dem All.
OroraTech versechsfacht damit in wenigen Jahren seine Kapazität. Und das obwohl man nach eigenen Angaben bereits heute schon die weltweit größte kommerzielle Konstellation von Infrarot-Sensoren im All hat. Durch rasche und kosteneffiziente Skalierung erhöht OroraTech Abdeckung, Schnelligkeit und Sicherheit seiner Fähigkeiten und steigert so auch die Souveränität und Resilienz seiner Flotte.
Ororatech und Eutelsat: Effektivere Waldbrand- und Umweltmonitoring sowie Überwachung kritischer Infrastruktur
Neben Waldbrand- und Umweltmonitoring können zugleich auch weitere Kunden und Anwendungsfälle – wie Überwachung kritischer Infrastruktur oder maritime Lageerfassung – künftig noch effektiver und effizienter bedient werden. Damit zielt man vor allem auch behördliche Kunden und Sicherheitsdienste ab. Denn deren eigene Kapazitäten reichen schon heute bei weitem nicht mehr aus.
Jean-François Fallacher, Chief Executive Officer (CEO) von Eutelsat, ergänzte: „Die schweren Waldbrände, die Frankreich, Deutschland und weitere Teile Europas in diesem Sommer erlebt haben, verdeutlichen die wachsende Bedrohung für Menschen und Umwelt. Wir freuen uns, gemeinsam mit OroraTech dessen Aufklärungstechnologie an Bord unserer künftigen Satelliten zu bringen und so dazu beizutragen, Brände früher zu erkennen. Zudem erweitert diese Partnerschaft den Einsatzbereich unserer LEO-Satelliten auf ein wichtiges neues Feld. Denn sie ergänzt die Rolle, die unser Konnektivitäts-Angebot bei der Unterstützung von Einsatzkräften vor Ort spielen kann.“
Für OroraTech bietet die Vereinbarung drei zentrale strategische Vorteile:
- Skalierung der aktuellen Flotte von rund 20 Satelliten zu einer Infrastruktur im industriellen Maßstab von dann rund 120 Sensoren im All: Dies erhöht nicht nur deutlich die Revisit-Rate (also die Zeit, bis ein Satellit denselben Punkt auf der Erde erneut beobachtet), sondern verringert auch deutlich die Detection Latency (also die Zeit, zwischen einem Ereignis und dessen Meldung durch einen Satelliten).
- Kapitaleffizientes Wachstum, da die Integration von OroraTech-Sensorien auf Eutelsat-Satelliten eine schnelle Skalierung erlauben, ohne dass OroraTech für jeden zusätzlichen Sensor einen eigenen Satelliten finanzieren und starten muss.
- Souveränität und Resilienz, da OroraTech mit der Partnerschaft einen großen Teil seiner stark wachsenden Konstellation in europäischer Infrastruktur verankert und zugleich seine Sensoren über eine große Bandbreite von Plattformen diversifiziert.
Da OroraTechs Infrarot-Sensoren kontinuierlich und weltweit thermische Daten erfassen und auswerten, können mit der gleichen Infrastruktur gleichzeitig mehrere Kunden sowie vor allem auch verschiedene Anwendungsfälle bedient werden – von Waldbrand-und Umweltaufklärung bis zur Überwachung kritischer Infrastruktur, maritimer Lageerfassung und weiteren Sicherheitsanwendungen. Jede zusätzliche Nutzlast erhöht somit den Wert des Gesamtnetzwerks, anstatt nur einem einzelnen Kunden, Anwendungsfall oder Land zu dienen.
Zugleich unterstreicht die auf dem International Space Summit in Paris bekanntgegebene Partnerschaft die wachsende strategische Bedeutung der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Raumfahrtsektor. Durch die Kombination großer europäischer Satelliteninfrastruktur mit souveräner Sensortechnologie zeigen beide Unternehmen, wie Europa kritische Fähigkeiten durch industrielle Kooperation skalieren kann, anstatt vollständig vertikal integrierte Systeme zu duplizieren.
Text: Redaktion / af
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