Der Tag ist gekommen: Mit der am frühen Abend deutscher Zeit erfolgten offiziellen Übergabe der ersten deutschen F-35A Lightning II beginnt für die Luftwaffe eine neue Ära. Hersteller Lockheed Martin übergab „das modernste Kampfflugzeug der Welt“ in Fort Worth (Texas) an Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius. Insgesamt 35 F-35A sollen Deutschland künftig zur Verfügung stehen, um unter anderem den Tornado in seiner Aufgabe als Träger von US-Nuklearwaffen abzulösen.

Es ist ist der Produktionsstandort von lockheed Martin – Fort Worth, Texas – an dem heute die erste deutsche Lightning II offiziell präsentiert und an die Bundesregierung übergeben wurde. Hochrangige Vertreter aus Deutschland und den USA sowie Mitarbeitern und Industriepartnern begleiteten die Zeremonie.
Mit der offiziellen Übergabe beginnt die konkrete Phase der Einführung des neuen Kampfflugzeugs bei der Luftwaffe. Die erste deutsche F-35A hatte bereits am 8. September ihren Erstflug absolviert (Defence Network berichtete). Nach Deutschland fliegt der Tarnkappenjäger jedoch nicht; das Flugzeug verbleibt für Ausbildungszqwcke deutscher Piloten in den USA
Pistorius: „Beginn einer neuen Ära“
Für Deutschland markiert die F-35A nach den Worten von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius einen grundlegenden Schritt bei der Modernisierung der Luftwaffe. „Dies ist der Beginn einer neuen Ära für die deutsche Luftwaffe“, sagte Pistorius bei der Übergabe.
Der Kampfjet zeichne sich insbesondere durch ihre Tarnkappeneigenschaften, die enge Integration mit anderen Plattformen und ihre leistungsfähige Sensorik aus. Sie sei „das modernste Kampfflugzeug der Welt“. Nach Angaben des Ministers kann das Flugzeug große Datenmengen erfassen und schnell zu einem umfassenden Lagebild zusammenführen. Ein entscheidener Vorteil auf dem modernen Gefechtsfeld.
F-35A Luftwaffe: Mehr als ein neuer Kampfjet
Pistorius stellte in Texas zugleich die internationale Einbindung der F-35A heraus. Das Flugzeug wird mittlerweile von 20 Nationen ausgewählt, darunter 13 europäische Staaten. Für Deutschland bedeutet die Einführung damit nicht nur eine neue Fähigkeit, sondern auch eine stärkere Einbindung in die internationale F-35-Gemeinschaft und die damit verbundenen gemeinsamen Standards, Technologien und Verfahren.
„Genau diese Interoperabilität eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für Ausbildung, Übungen und Einsätze“, erklärte Pistorius. Auch Generalleutnant Holger Neumann, Inspekteur der Luftwaffe, bezeichnete die F-35 als modernen und leistungsfähigen Kampfjet der fünften Generation, der auch die Art und Weise verändern werde, wie die Luftwaffe künftig denke, führe und kämpfe.
„Sie wird nicht nur unsere Luft- und Weltraumstreitkräfte grundlegend verändern, sondern auch unser Denken, unsere Führung und unsere Kampfführung beeinflussen“, so Generalleutnant Neumann. Die F-35 ermögliche es der Bundeswehr, als Teil der internationalen F-35-Gemeinschaft Deutschland und gleichzeitig die NATO zu stärken.

„Die F-35 ist mehr als ein Kampfflugzeug“, meinte O. J. Sanchez, Präsident von Lockheed Martin Aeronautics. „Sie ist eine strategische Fähigkeit, die es Verbündeten ermöglicht, zusammenzuarbeiten, sich schneller anzupassen und neuen Bedrohungen einen Schritt voraus zu seinWährend Deutschland sich auf die Übernahme seiner ersten F-35A vorbereitet, sind wir stolz darauf, auf über 50 Jahren Partnerschaft aufzubauen und eine Fähigkeit bereitzustellen, die die europäische Sicherheit stärken und die Luftwaffe für die kommenden Jahrzehnte unterstützen wird.“
Stealth, Sensorik und mehr als eine Million Flugstunden
Die F-35A gehört zur fünften Generation von Kampfflugzeugen und kombiniert Stealth-Eigenschaften mit fortschrittlicher Sensorik, Vernetzung, Reichweite und modernsten Waffensystemen. Ihr Aufgabenspektrum reicht von Luftkampf über präzise Angriffe am Boden bis hin zu Aufklärung, elektronischer Kampfführung und – für Deutschland besonders relevant – dem Transport von Nuklearwaffen im Rahmen der NATO-Abschreckung.
Nach Angaben von Lockheed Martin sind weltweit inzwischen mehr als 1.355 Stück des Kampfjets im Einsatz. Die internationale Flotte hat demnach mehr als eine Million Flugstunden absolviert. Die F-35 operiert von 42 Stützpunkten weltweit; zwölf Betreiberstaaten setzen sie bereits von eigenen nationalen Basen aus ein.
Der Tornado-Nachfolger – 35 Jets für Deutschland
Deutschland hat insgesamt 35 Flugzeuge des Typs F-35A bestellt. Die ersten acht Maschinen – inklusive der heute übergebenden ersten F-35 – werden zunächst zur Ausbildung deutscher Piloten und Techniker an der Ebbing Air National Guard Base in Arkansas eingesetzt. Ende 2027 sollen die ersten deutschen F-35 dann nach Deutschland kommen.
Als künftiger Standort ist der Fliegerhorst Büchel vorgesehen, wo die Jets die alternden Tornado-Kampfflugzeuge im Taktischen Luftwaffengeschwader 33 ersetzen sollen. Nach Angaben von Pistorius soll die volle Einsatzfähigkeit („Full Operational Capability“, FOC) 2029 erreicht werden. Das ist neu: Bisher wurde in Zusammenhang mit 2029, nur von einer „Initial Operating Capability“ (IOC) gesprochen.
Damit geht die Einführung des neuen Jets in die entscheidende Phase: Auf die Übergabe der ersten Maschine folgen nun Ausbildung, Überführung nach Deutschland und der Aufbau der operativen Fähigkeiten.
Die F-35 für Deutschland
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