Leak bei Rosstat: Russland zählt über 450.000 Kriegstote

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Ein Datenleck bei der russischen Statistikbehörde Rosstat soll beweisen, dass im Krieg gegen die Ukraine nach amtlichen Zahlen mehr als 450.000 Russen getötet wurden. 

Wladimir Putin legt bei einer Gedenkzeremonie im verschneiten Wald rote Rosen an einer Gedenkstätte nieder
So viele Blumen wird es in Moskau und St. Petersburg nicht geben, wie der russische Präsident Wladimir Putin auf die Gräber der von ihm in den Tod geschickten mutmaßlich 450.000 Soldaten legen müsste.
Foto: Kreml

Die jetzt im Umlauf befindlichen Zahlen stammen aus einem Cyberangriff auf Rosstat, der zwischen dem 29. Oktober und dem 1. November stattgefunden haben soll. Das zumindest berichtet die in Amsterdam ansässige unabhängige Zeitung „The Moscow Times“. Die Hackergruppen Belarus Cyber Partisans und Silent Crow hinterließen auf der Startseite der Behörde Botschaften und erbeuteten Daten zu Wirtschaft, Bevölkerung und Kriegsverlusten. Beide Gruppen gelten in Russland als „extremistische Organisationen“.

Bisher stützten sich Zahlen zu russischen Verlusten auf externe Beobachtung. So nennt die Ukraine regelmässig Zahlen, die sie durch Beobachtung ihrer eigenen Angriffe erhebt. Auch die belarussische Hackergruppe zählt russische Verluste nach einer eigenen Methode und kommt laut The Moscow Times auf 393.881 Tote.

Russische Verluste bisher nur vage

Seit September 2022 hat Russland keine eigenen Verlustzahlen mehr veröffentlicht und weist unabhängige Schätzungen regelmäßig als unglaubwürdig zurück. Sollten die Rosstat-Daten stimmen, wäre der Angriff gegen die Ukraine Russlands verlustreichster Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg. Selbst im neun Jahre dauernden Afghanistan-Krieg der Sowjetunion starben „nur“ etwa 13.000 Soldaten.

Erwähnenswert zudem ist, dass die geleakte Zahl der Gefallenen lediglich russische Staatsbürger umfassen soll, deren Leichen gefunden wurden. Die tatsächliche Zahl dürfte noch höher liegen, denn Vermisste und Gefallene unter den rund 27.000 „angeworbene“ ausländische Kämpfer sind nicht erfasst.

450.000 Kriegstote und ihr Effekt auf Russland

Der Sicherheitsexperte Janis Kluge von der Stiftung Wissenschaft und Politik hält es laut The Moscow Times für belegt, dass der Krieg nie tödlicher war als jetzt. Wirtschaftlich dürften die Verluste nach seiner Ansicht kaum ins Gewicht fallen, da sie etwa ein halbes Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung ausmachen. Politisch sei die Bedeutung dagegen groß: Ein Land, das in diesem Tempo Menschen verliere, könne den Krieg nicht gewinnen.

Text: Redaktion

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