Norwegen: Israelische Technologie als Schutz für Unterwasser-Glasfaserkabel

Israelische Technologie könnte zum Schutz des norwegischen Unterwasser-Kommunikationskabels eingesetzt werden. Norwegen befürchtet, dass die neuen Unterwasser-Glasfaserkabel, die nach Svalbard und Jan Mayen verlegt werden, von feindlichen Geheimdiensten selbst zu großen passiven Sonar-/Akustiksensor-Arrays umfunktioniert werden könnten und dass dieselbe Physik, die „verteilte akustische Sensorik” zum Schutz und zur Überwachung ermöglicht, auch anderen eine verdeckte ISR-Möglichkeit bietet.

Norwegen befürchtet, dass die neuen Unterwasser-Glasfaserkabel, die nach Svalbard und Jan Mayen verlegt werden, von feindlichen Geheimdiensten selbst zu großen passiven Sonar-/Akustiksensor-Arrays umfunktioniert werden könnten.
Norwegen befürchtet, dass die neuen Unterwasser-Glasfaserkabel, die nach Svalbard und Jan Mayen verlegt werden, von feindlichen Geheimdiensten selbst zu großen passiven Sonar-/Akustiksensor-Arrays umfunktioniert werden könnten.
Bild: Leonardo.ai

Glasfaserkabel wie Arctic Way können die verteilte akustische Sensorik (DAS) nutzen, bei der Laserimpulse Vibrationen und Geräusche entlang des Kabels erkennen und so passive Infrastruktur in groß angelegte Sonar-Arrays zur Überwachung von U-Booten, Erdbeben oder Meereslebewesen verwandeln.

Israelische Experten erklärten, dass die Unterwasser-Kommunikationskabel als massive, verteilte Sonar-Arrays fungieren, indem sie Laserimpulse durch die Glasfaser senden. So können winzige Veränderungen im zurückgestreuten Licht, die durch externe Schallwellen, Vibrationen oder Schwingungen von Schiffen, U-Booten oder geologischen Aktivitäten verursacht werden, über Tausende von Kilometern hinweg erkannt und lokalisiert werden.

Das israelische Unternehmen CyberRidge hat eine Technologie zum Schutz von Daten in Unterwasser-Kommunikationskabeln entwickelt. Es nutzt Lichtmanipulation in Glasfaserkabeln, um abgefangene Daten als zufälliges Rauschen erscheinen zu lassen. Hardware-Einheiten an den Kabelenden rekonstruieren die Daten mit einem sich schnell ändernden photonischen Schlüssel.

Das System von CyberRidge verschleiert die Datenübertragung und macht sie selbst dann unauffindbar, wenn Kabel von Gegnern wie Nationalstaaten durchtrennt werden.

DSIT Solutions, eine Tochtergesellschaft von Rafael, bietet ebenfalls entsprechende Unterwasserüberwachungssysteme an.

Norwegen erweitert seine hochleistungsfähigen Unterwasser-Glasfaserkabel nach Svalbard und Jan Mayen, wobei die Streitkräfte planen, die Kapazität für 25 Jahre zu pachten, was das System eindeutig mit der nationalen Sicherheit in Verbindung bringt.

Moderne Glasfaserkabel können über verteiltes akustisches Sensoring (DAS) als lange akustische Sensoren fungieren und Vibrationen von Tauchern, unbemannten Unterwasserfahrzeugen (UUVs) und Schiffen in Hunderten von Metern Entfernung aufnehmen.

Die Behörden in Norwegen prüfen derzeit, inwieweit diese Kabel die akustische Sensorik für ihre eigene Frühwarnung unterstützen können und wie dieselbe Funktion von einem Gegner ausgenutzt werden könnte, der auf die Glasfaser zugreift oder sich parasitär daran anschließt.

DAS-Systeme injizieren Laserimpulse in die Glasfaser und interpretieren die Veränderungen des zurückgestreuten Lichts als Vibrationen entlang des Kabels, wodurch Dutzende oder Hunderte von Kilometern Glasfaser effektiv zu einer durchgehenden Hydrophonleitung werden.

Norwegen und Partner haben Schutz der Unterwasserinfrastruktur verstärkt

Wenn ein feindlicher Akteur Abfragegeräte, Koppler oder Abzweigungen an Abschnitten der neuen Kabel Norwegens anbringen kann, könnte er Bewegungsmuster von U-Booten, Oberflächenverkehr oder Aktivitäten der Unterwasserinfrastruktur in sensiblen arktischen Gebieten ableiten.

Dieses Risiko ist für Norwegen besonders heikel, da das Land bereits Sensornetzwerke auf dem Meeresboden betreibt, die zuvor nach mysteriösen Kabelschnitten deaktiviert wurden.

Norwegen und seine Partner in der Nordsee haben bereits den Schutz der Unterwasserinfrastruktur verstärkt, eine gemeinsame Erklärung zur Sicherung von Energie- und Telekommunikationskabeln abgegeben und diese ausdrücklich als kritische nationale und verbündete Vermögenswerte behandelt.

Parallel dazu steigt die Nachfrage in Europa nach Glasfasersensoren an Seekabeln, angetrieben durch die jüngsten Sabotagevorfälle, aber die Sicherheitsdienste sehen nun ein Dilemma der doppelten Verwendung: Jedes Abhörkabel ist auch ein potenzieller Sensor für jeden, der es kompromittieren kann.

Um Unterwasserkabel zu schützen, werden in Hochrisikozonen doppelt gepanzerte Kabelabschnitte installiert, die Streckenführung strenger kontrolliert und Landungs- und Verzweigungseinheiten physisch geschützt.

Darüber hinaus verstärken die Nutzer die See-, Luft- und Unterwasserpatrouillen entlang der Kabelstrecken und Knotenpunkte und führen technische Überwachungsmaßnahmen durch, um ungewöhnliche DAS-Abfragen oder Abhörversuche zu erkennen.

Auch die NATO beteiligt sich am Schutz der Unterwasserkabel, hauptsächlich durch den Austausch von Anomaliedaten und Bedrohungsinformationen über verdächtige Aktivitäten in der Nähe der Kabel.

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