TOP 100 der Rüstungsunternehmen – Vier Deutsche darunter

Weltweit steigen die Umsätze der Rüstungsunternehmen weiter. Mit Blick auf den anhaltenden Krieg in der Ukraine, die angespannte Lage im Nahen Osten und die Aufrüstung zahlreicher NATO-Staaten in Richtung des neuen 5-Prozent-Ziels wundert das nicht. Interessant sind jedoch die Verschiebungen innerhalb der TOP 100 der Rüstungsunternehmen. Gestern veröffentlichte die amerikanische Nachrichtenplattform „Defense News“ erneut ihr jährliches Ranking. Dieses vergleicht Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie weltweit nach deren Jahresumsatz.

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin belegt auch in diesem Jahr wieder Platz 1 der Liste TOP 100 der Rüstungsunternehmen.
Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin belegt auch in diesem Jahr wieder Platz 1 der Liste TOP 100 der Rüstungsunternehmen weltweit.
Bild: Lockheed Martin

Angeführt wird die Liste erneut von Lockheed Martin. Der US-Gigant konnte seinen Umsatz auf 72,1 Milliarden US-Dollar steigerte (Vorjahr: 68,4 Mrd.). Dahinter folgt wie auch im Vorjahr RTX mit 46 Milliarden Dollar. Die erste Verschiebung gibt es mit General Dynamics: Der US-Rüstungskonzern springt von Platz 5 auf 3 und meldet 39,4 Milliarden Dollar Verteidigungsumsatz – ein Plus von rund acht Prozent. Am Gesamtumsatz des Unternehemns macht die Rüstungssparte dabei 75 Prozent aus.

BAE Systems aus Großbritannien und der chinesische Luftfahrtkonzern AVIC sind mit Platz 5 und 7 die ersten nicht US-Konzert in einer TOP 100-Liste, die von insgesamt 47 US-Firmen mehr als dominiert wird. Insgesamt sind in diesem Jahr fünf chinesische und sieben britische Unternehmen in der Liste vertreten.

TOP 100 Rüstungsunternehmen: Vier aus Deutschland

Deutschland kommt in der TOP 100 Liste 2026 nur noch auf vier statt zuvor fünf Platzierungen. Grund dafür ist, dass MTU Aero Engines seit letztem Jahr nicht mehr ausreichend Umsatz in der Verteidigungsindustrie vorweisen konnte. Deutschlands Spitzenunternehmen bleibt Rheinmetall: Der Konzern klettert von Platz 18 auf Platz 15 und meldet einen Umsatz von 11,21 Milliarden Dollar, der erstmalig zu 100 Prozent aus dem Rüstungsgeschäft besteht. Damit weisen die Düsseldorfer einen Zuwachs von rund 34 Prozent vor.

Die deutschen Rüstungsunternehmen in der TOP 100 nach Verteidigungsumsatz 2025

  • Rheinmetall AG, Platz 15 (Vorjahr 18), 11,21 Mrd. Dollar
  • Hensoldt AG, Platz 56 (Vorjahr 52), 2,77 Mrd. Dollar
  • Diehl Group, Platz 58 (Vorjahr 82), 2,60 Mrd. Dollar
  • RENK Group, Platz 93 (Vorjahr 95), 1,01 Mrd. Dollar

Besonders auffällig ist der Sprung der Diehl Group: Der Konzern klettert von Platz 82 auf Platz 58 und mehr als verdoppelt seinen Verteidigungsumsatz auf 2,60 Milliarden Dollar – ein Plus von rund 122 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben vor allem durch die hohe Nachfrage nach dem Flugabwehrsystem IRIS-T. Auch Hensoldt und RENK legen im Vergleich zum Vorjahr weiter zu.

Starker deutscher Anteil, aber nicht als „deutsch“ gelistet

Nicht in der Wertung für Deutschland enthalten, für die hiesige Industrie aber durchaus relevant, sind einige europäische Rüstungskonzerne mit erheblicher deutscher Beteiligung. Airbus (Platz 10, 15,12 Mrd. Dollar Verteidigungsumsatz) wird von Defense News unter „Niederlande/Frankreich“ geführt, obwohl der Konzern aus der deutschen DASA hervorgegangen ist, die Bundesrepublik über die KfW an Airbus beteiligt ist und ein Großteil der Rüstungssparte in Manching, Bremen, Donauwörth und Immenstaad produziert wird.

Ähnlich verhält es sich mit KNDS (Platz 34, 4,97 Mrd. Dollar), dem Zusammenschluss aus der deutschen Krauss-Maffei Wegmann und der französischen Nexter: KNDS wird als niederländische Holding geführt. Auch der Lenkflugkörperhersteller MBDA (Platz 26, 6,55 Mrd. Dollar) läuft unter „Frankreich“, ist jedoch zu einem erheblichen Teil deutsch (und britisch) mitgetragen und in Deutschland (unter anderem in Schrobenhausen) mit eigener Fertigung vertreten.

Was noch auffällt

Wie in den Vorjahren tauchen keine russischen Unternehmen in der Liste auf. Defense News begründet dies auch in der aktuellen Ausgabe der TOP 100 damit, dass russische Rüstungskonzerne nicht auf Anfragen zur Datenerhebung reagieren und daher keine belastbaren Zahlen vorliegen. Aus der Ukraine ist erneut nur ein einziges Unternehmen vertreten: Die staatliche Ukrainian Defense Industrysteigt von Platz 49 auf Platz 36 und steigert ihren Verteidigungsumsatz um gut 50 Prozent auf 4,57 Milliarden Dollar.

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