Die Nutzung von Drohnen – inklusive Loitering Munition und sogenannter Remote Carrier – ist eines der wichtigsten Themen und Vorhaben in allen NATO-Nationen. Zudem baut die NATO ihre Fähigkeiten zur Drohnenabwehr aus. Doch wer wird den Luftraum kontrollieren, wenn tausende dieser Drohnen autonom, ferngesteuert oder als Teil von Manned-Unmanned-Teaming (MUM‑T) durch die Luft schwirren?

Die NATO hat für die nächsten fünf Jahre über 40 Milliarden US-Dollar für die Drohnenabwehr bereitgestellt. Jüngste NATO-Übungen konzentrierten sich stark auf die Integration von Sensoren, Führungssystemen und Reaktionsoptionen über verschiedene Systeme hinweg.
Doch mit den Investitionen der Regierungen in mehr Drohnen und deren Erkennung und Abwehr entsteht eine weitere Herausforderung für die Infrastruktur: Wer kontrolliert den zunehmend komplexen Luftraum, in dem diese Systeme operieren?
Dies ist auch in Deutschland nun ein sehr wichtiges Thema. So hatte das Luftfahrtamt der Bundeswehr am 1. September 2026 die vorläufige Verkehrszulassung für das unbemannte Aufklärungssystem LUNA NG (HUSAR) von Rheinmetall erteilt. Das bedeutet, dass das System zivile Sicherheitsstandards erfüllt und damit perspektivisch auch im regulären, europäischen Luftraum betrieben werden darf – eine Besonderheit für militärische Drohnen dieser Klasse.
Die israelische Firma Airwayz wurde gegründet, um dieses Problem zu lösen. Denn Brigadegeneral a. D. Yaron Rosen, Vorstandsvorsitzender von Airwayz, stellt heraus: „Drohnenabwehr darf nicht bei der Erkennung enden. Mit der wachsenden Anzahl von Flugsystemen müssen Organisationen nicht nur feststellen, was sich am Himmel befindet, sondern auch, was dort sein sollte und welche Maßnahmen daraus folgen.“
Bei den heutigen Systemen gibt es fast immer fehlende Ebene zwischen Sensoren und den Maßnahmen. Eine (weitere) Hinzunahme weiterer Radargeräte, Sensoren und Effektoren werden aber das Koordinationsproblem nicht allein lösen können. Und Interoperabilität wird zu einer strategischen Anforderung. Die NATO testet Dutzende von C-UAS-Systemen und C2-Anwendungen und verdeutlicht damit die Herausforderung, unterschiedliche Technologien auf Basis eines gemeinsamen Verständnisses des Luftraums zu koordinieren. Denn am Ende wird keine NATO-Streitkraft alleine auf dem Gefechtsfeld operieren.
Hinzu kommt die Konvergenz von Verteidigungs- und zivilem Luftraum. Da autonome Systeme zunehmend über militärische Anwendungen hinausgehen, muss derselbe Luftraum in niedrigen Höhen immer mehr Verteidigungs-, Sicherheits-, kommerzielle und autonome Operationen ermöglichen.
Und deshalb benötigt dieser „gemeinsame“ Luftraum ein „Betriebssystem“. Airwayz verfolgt die Vision, die digitale Infrastruktur bereitzustellen, die die Technologien zur Steuerung des Luftraums in niedrigen Höhen verbindet, anstatt ein weiteres proprietäres Sensor- oder Detektionssystem zu werden.
Drohnenüberwachung: Airwayz aus Israel
Airwayz entwickelte die weltweit erste Plattform zur Steuerung und Orchestrierung des Luftraums in niedrigen Flughöhen. Diese ermöglicht es Organisationen, in dem zunehmend komplexen Umfeld nicht nur zu überwachen, sondern auch aktiv zu agieren. Airwayz wurde 2019 mit der Erkenntnis gegründet, dass der Luftraum immer komplexer wird und niemand ihn steuert. Ziel war es, die notwendige Infrastruktur für die Bewältigung dieser rasanten Entwicklung bereitzustellen. Angesichts der Millionen autonomer Flugsysteme, die in den Luftraum vordringen und der zunehmenden Verschmelzung von Verteidigungs- und zivilem Luftraum, unterstützt Airwayz Organisationen dabei, die Entwicklungen zu verstehen und zu steuern.
Damit können Nationen, Behörden oder verantwortliche Organisationen diesen komplexen und hochsensiblen Bereich kontrollieren, und ihre Anlagen schützen und den Luftraum verteidigen, so das Unternehmen. Da der Luftraum in niedrigen Höhen zunehmend belebt und umkämpft ist, bietet Airwayz eine Einsatzsteuerung auf militärischem Niveau – zur Gewährleistung der operativen Kontinuität und des laufenden Betriebs.
Die Kontrolle des Luftraums beinhaltet eine kontinuierliche Planung, Steuerung und Konfliktvermeidung im gemischt genutzten Luftraum niedriger Höhe in Echtzeit. Dies bringt Sicherheit, inklusive objektbezogenem Schutz, der sich dynamisch an die operativen Erfordernisse anpasst. Die Verteidigung erfolgt innerhalb der vorgegebenen Luftraumweite, koordinierter Erkennung und Abwehr von Bedrohungen im Einklang mit festgelegten Richtlinien und Befugnissen.
All dies erfolgt über eine einheitliche operative Plattform, unterstützt durch einem KI-Assistenten – von der Planung und Simulation bis hin zum Live-Einsatz und der Nachbesprechung.
Text: Redaktion / af
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