Wenn Verwundete versorgt und Menschenleben gerettet werden müssen, dürfen unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Verfahren kein Hindernis sein. Dass Zusammenarbeit auch über solche Unterschiede hinweg funktioniert, hat die deutsch-japanische Sanitätsübung bei Keen Sword 27 in Japan gezeigt.

Gemeinsam mit den japanischen Streitkräften sowie Sanitätskräften aus Neuseeland, den USA, den Philippinen und den Niederlanden hat die Bundeswehr die multinationale Zusammenarbeit unter einsatznahen Bedingungen trainiert.
Die Übung hat deutlich gemacht: Trotz unterschiedlicher Strukturen, Kommunikationswege und doktrinärer Ansätze können die Sanitätsdienste hervorragend in multinationalen Teams zusammenarbeiten. Bereits innerhalb weniger Tage hat sich gezeigt, wenn man sich kennt, aufeinander zugeht und gemeinsame Abläufe praktisch einübt, kann interoperable medizinische Versorgung erfolgreich gelingen.
Das war auch die Botschaft an Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich während seiner Asien-Reise Zeit genommen hatte sich mit deutschen Soldatinnen und Soldaten, die an Keen Sword 27 teilgenommen hatten, zu einem Gespräch zu treffen. Dass erstmals so viele deutsche Soldatinnen und Soldaten gemeinsam mit ihren japanischen Partnern auf japanischem Boden trainiert haben, ist ein wichtiges Signal für die bilaterale Zusammenarbeit.
Im Mittelpunkt standen die Verlegung und der Einsatz einer Role 2, die luftgestützte Verwundetenversorgung (AirMedevac) sowie der Vorgeschobene Leichte Entstrahlungs-, Entseuchungs- und Entgiftungsplatz (VLEP). Dabei wurde erprobt, wie die Fähigkeiten und Verfahren der beteiligten Nationen ineinandergreifen.
Zusammenarbeit auch über Sanitätsübung hinaus weiter ausbauen
Nach den vielen Gesprächen mit Führungskräften des japanischen Sanitätsdienstes vor Ort besteht Einigkeit, die Kooperation über die Übung hinaus weiterzuentwickeln. Eine Reihe konkreter gemeinsamer Projekte soll nun angegangen werden. Ziel ist es, den fachlichen Austausch zu intensivieren, voneinander zu lernen und die Zusammenarbeit durch weitere gemeinsame Aktivitäten und Übungen zu festigen.
Die Bedeutung reicht dabei über die bilateralen Beziehungen hinaus. Der Indo-Pazifik ist eine wichtige strategische Region. Angesichts der veränderten Sicherheitslage ist es wichtig, dass Demokratien und Verfechter der regelbasierten Ordnung enger zusammenarbeiten, sich gegenseitig stärken und im Bedarfsfall gemeinsam handeln können. Die Bundeswehr leistet mit ihrem Engagement vor Ort einen konkreten Beitrag dazu.
Der Befehlshaber Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, dankte allen beteiligten Soldatinnen und Soldaten sowie insbesondere den japanischen Gastgebern für die professionelle Zusammenarbeit, die Offenheit und das große Engagement. Die Übung habe gezeigt, dass Unterschiede überwunden werden können, wenn alle auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Auf dieser Erfahrung wollen Deutschland und Japan aufbauen und ihre Partnerschaft weiter vertiefen.
Quelle: PIZ Unterstützung
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