Die Heeresflugabwehrtruppe (HFlaTr) der Bundeswehr war über Jahrzehnte ein unverzichtbares Element zum Schutz der Landstreitkräfte. Ihre Anfänge liegen in den 1950er-Jahren, in einer Zeit, in der die Streitkräfte gerade aufgebaut wurden und der Kalte Krieg die strategische Planung prägte. Lesen Sie im folgenden Fachbeitrag aus dem Kommando Heer, wie sich die Heeresflugabwehrtruppe bis zum heutigen Tage entwickelt hat.

1. Vom Kalten Krieg zur Auflösung – Die Geschichte der Heeresflugabwehrtruppe
Die Anfangsjahre (1956–1975)
Nach der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik wurde die Flugabwehr zunächst der Luftwaffe zugeordnet. Bereits 1956 begannen die ersten Aufstellungen von Flugabwehreinheiten, ausgestattet mit amerikanischen M16A1-Waffenträgern (12,7 mm Flakvierling M51) und dem M42 „Duster“ – einem Kettenfahrzeug mit Zwillings-40-mm-Kanone.

Parallel dazu wurden stationäre und mobile Bofors-L/70-Flugabwehrkanonen eingeführt, um mechanisierte Verbände vor Tieffliegern und Hubschraubern zu schützen.
Modernisierung in der Bundeswehr der 1970er und 1980er
Ab 1976 wurde der Flugabwehrkanonenpanzer (FlakPz) Gepard in den Dienst gestellt – ein für seine Zeit hochmodernes Waffensystem, das Radaraufklärung und Feuerkraft in einem Fahrzeug vereinte. Mit einer 35-mm-Zwillingskanone, zwei Radarsystemen (Such- und Folgeradar) und einer Kampfentfernung von bis zu 5.500 m konnte er tieffliegende Ziele auch im schnellen Vorbeiflug sowie Bodenziele bis zu 2.000 m bekämpfen. Noch heute zeigt dieses System seine herausragenden Fähigkeiten in den ukrainischen Streitkräften im Kampf gegen russische Bedrohungen aus der Luft.

Für den mittleren Entfernungsbereich der Heeresflugabwehr wurde Ende der 1970er der Flugabwehrraketenpanzer (FlaRakPz) Roland eingeführt – ein hochbewegliches Kettenfahrzeug mit lenkbaren Flugkörpern und hoher Treffgenauigkeit.

Die Zeit nach dem Kalten Krieg
Mit dem Ende der Ost-West-Konfrontation Anfang der 1990er-Jahre änderte sich das Einsatzprofil. Auslandseinsätze rückten in den Fokus, und mit dem leichten Flugabwehrsystem (leFlaSys) kam ein modularer Ansatz ins Spiel: Auf Basis des gepanzerten Kettenfahrzeugs Wiesel 2 als Waffenträger wurde ein leichtes Raketensystem mit vier Stinger-Lenkflugkörpern (LFK) in einem Multi-Launch-System („Ozelot“), unterstützt von Aufklärungs- Führungs– und Feuerleitfahrzeugen (AFF), eingeführt. Diese Kombination bot hohe Mobilität bei relativ geringen Betriebskosten.


2. Die Auflösung – Warum die Fähigkeit verschwand
In den Jahren 2005 bis 2012 wurde das Heer konsequent auf Stabilisierungsoperationen in Verbindung mit einem strikten Sparkurs ausgerichtet – unter der Annahme, dass es keine konventionelle Bedrohung aus der Luft mehr geben würde. Die für Stabilisierungsoperationen erforderlichen, neuen Fähigkeiten des Heeres waren zudem – ohne Zuweisung zusätzlicher Dienstposten – aus dem Bestand zu generieren.
Zugleich hatten die Hauptwaffensysteme der Heeresflugabwehrtruppe ihr Nutzungsdauerende erreicht. Das sowohl für Neubeschaffungen als auch für nutzungsdauerverlängernde Maßnahmen in der Heeresflugabwehr erforderliche Finanzvolumen überstieg – im damaligen Kontext der Kürzungen des Verteidigungsetats („Friedensdividende“) – die Finanzierungsmöglichkeiten bei Weitem. So brachen der Heereflugabwehrtruppe – in jeder Hinsicht – die Ressourcen weg. 2005 erfolgte die Außerdienststellung des Systems Roland, gefolgt von der Außerdienststellung des Systems Gepard ab 2010.
Im Jahr 2012 wurde schließlich die Auflösung der gesamten Truppengattung eingeleitet. Das verbliebene Material der Heeresflugabwehr wurde mit ausgebildetem Personal des Heeres an die Luftwaffe zur Wahrnehmung der Fähigkeit übergeben. Damit verschwand der organische Schutz gegen Bedrohungen aus der Luft im Heer.
3. Die sicherheitspolitische Wende – Warum die Heeresflugabwehr wieder im Fokus steht
Die neue Bedrohungslage
Spätestens mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit Februar 2022 wurde klar: bodengebundene Luftverteidigung ist auch in einem modernen Gefecht unverzichtbar. Die ukrainischen Streitkräfte machten vor, wie schnell ungeschützte Truppenbewegungen durch Luftangriffe gestört oder vernichtet werden können und zeigten damit, wie entscheidend der Schutz vor unmannend aerial vehicles, sogenannten UAVs, Marschflugkörpern und feindlichen Luftfahrzeugen ist.
Auch wenn der Krieg in der Ukraine nicht als „Blaupause“ gelten kann, ist festzuhalten, dass die Bedrohung von Landstreitkräften aus der Luft sowohl qualitativ als auch quantitativ neue Dimensionen angenommen hat. v Insbesondere der Schutz von Kräften/Einrichtungen/Logistikrouten, in Phasen hochintensiver und beweglicher Gefechtsführung im Nah-/Nächst- und Mittelbereich, ist das vorrangige Ziel des Heeres.
Über das Heer hinaus müssen die Luftverteidigungskräfte der Bundeswehr in der Lage sein, im Verbund dem kompletten Bedrohungsspektrum in allen Operationsarten skalierbar begegnen zu können. Dies reicht von Starrflüglern, Drehflüglern, UAVs aller Größen, über Flugkörper (inkl. ballistischen und Marschflugkörpern), bis hin zu Raketen, Artillerie- und Mörsergeschossen. Dies schließt gleichermaßen die Fähigkeit zur Abwehr von Bedrohungen aus der Luft im Rahmen der Fliegerabwehr aller Truppen ein.
NATO-Aufträge und Bündnisverpflichtungen für die Heeresflugabwehr
Die veränderte Bedrohungslage fordert die NATO als Ganzes. Damit hat auch Deutschland einen Beitrag zur mehrschichtigen Luftverteidigung zu leisten. Entsprechende Systeme werden derzeit entwickelt und stehen teilweise unmittelbar vor der Einführung. Zur Aufnahme dieser neuen Waffensysteme sind neue Truppenteile aufzustellen und auszubilden. Diese müssen schnellstmöglich die volle Einsatzbereitschaft erlangen.
Insbesondere für die Panzerbrigade 45, die dauerhaft in Litauen stationiert sein wird, muss mit Beginn der Stationierung ein organischer Flugabwehr-Schutz gewährleistet sein. Bis das Heer seine eigenen Fähigkeiten dazu erlangt hat, wird die Luftwaffe diese Aufgabe fortführen.
Die Heeresführung hat entschieden, das leFlaSys von der Luftwaffe vor dessen geplantem Nutzungsdauerende zu übernehmen und durch Heereskräfte weiter zu betreiben, um eine Anfangsbefähigung zu erreichen.
Das Heer übernimmt im sogenannten „Luftverteidigungssystem für den Nah- und Nächstbereichsschutz“ (LVS NNbS) den Anteil Nächstbereichsschutz mit einer Reichweite von ca. 10km. Der Auftrag „Nächstbereichsschutz“ wird der Hauptauftrag der neuen Heeresflugabwehrtruppe sein. Anfang 2026 traf der Generalinspekteur der Bundeswehr die Entscheidung, dass die bereits bei der Luftwaffe vorhandene Fähigkeit zur Luftverteidigung, zum Schutz im mittleren Bereich bis ca. 40km mit dem System IRIS-T SLM, nun auch vollverantwortlich mit eigenen Systemen im Heer abgebildet wird.
Der damalige Inspekteur Heer, Generalleutnant Alfons Mais, formulierte deutlich: „Die Fähigkeiten der zukünftigen HFlaTr sind für das Überleben auf dem Gefechtsfeld essenziell.“ Die Wiederaufstellung ist also nicht nur ein nationaler Schritt, sondern eine Verpflichtung gegenüber den Bündnispartnern. Durch den Inspekteur Heer, Generalleutnant Dr. Christian Freuding, wurde der Schutz gegen Bedrohungen aus der Luft als eines der fünf priorisierten Handlungsfelder für das Heer festgelegt.
Auch für das BMVg hat die Wiedererlangung der Fähigkeit zur LV im Heer allerhöchste Priorität. Um die erforderliche Durchsetzungsfähigkeit, Reichweite und Wirksamkeit gegen die genannten Ziele zu erreichen, sind bereits Rüstungsprojekte für die zukünftige HFlaTr in Entwicklung und Realisierung. Der Zulauf dieser neuen Systeme für das Heer ist beginnend ab 2027 bis 2034 geplant.
4. Die künftigen drei Säulen zur Abwehr von Bedrohungen aus der Luft
Die Abwehr von Bedrohungen aus der Luft ist in einen „komplementären Ansatz“ zu stellen. Dieser besteht aus den drei Säulen „Luftverteidigung – Flieger-/Drohnenabwehr aller Truppen – Selbstschutz von Landplattformen“.
In diesem Artikel wird mit Schwerpunkt auf den Schutz von LaSK gegen Bedrohungen aus der Luft im Nah- und Nächstbereich eingegangen, der als TSK-gemeinsame Aufgabe durch Luftwaffe und Heer im LVS NNbS sichergestellt wird. Das LVS NNbS ist vollumfänglich in die Integrierte Luftverteidigung der NATO (NATINAMDS) eingebunden.
Die Fliegerabwehr aller Truppen (FlgAbw aTr) beschreibt alle aktiven und passiven Maßnahmen der Abwehr von Bedrohungen aus der Luft, die nicht durch speziell dafür ausgerüstete und vorgehaltene Truppenteile durchgeführt werden. Sie ist Aufgabe aller Truppen und kein Teil von NATINAMDS. Zur Flgugabwehr aTr werden alle dazu geeigneten Waffen verwendet. Vor allem gegen die mit hoher Dynamik wachsende Bedrohung gegen kleine Drohnen (sUAS) werden die Fähigkeiten der FlgAbw aTr durch Einführung speziell dafür entwickelter Systeme (z.B. HP 47+ o.ä.) erweitert.
In großer Anzahl werden neue Drohnenabwehrzüge auf Verbandsebene aufgestellt. Diese unterstehen zwar nicht unmittelbar der HFlaTr, aber sie verdichten mit ihren Fähigkeiten essentiell den Schutz eigener Truppe im Nah-/Nächstbereich, stellen ein Bindeglied zwischen der Flugabwehr und Fliegerabwehr dar und reduzieren die Gefahr der Übersättigung durch sUAS von HFlaSys eminent.
Der Selbstschutz von Landplattformen dient dem Schutz von z.B. Kampf- oder Schützenpanzern durch Adaption von zusätzlichen Effektoren gegen Bedrohungen aus der Luft. Beispiele hierfür sind fernlenkbare Waffenstationen, oder auch plattformgebundene EK-Störer.
5. Neue Systeme – Technik und Fähigkeiten
Luftverteidigungssystem Nah- und Nächstbereichsschutz (LVS NNbS)
Wie bereits dargestellt, wird das Heer mit der neu aufgestellten HFlaTr gemeinsam mit der Luftwaffe das LVS NNbS betreiben.
Die wesentlichen Hauptsysteme darin sind:
- Gefechtsstandanteile und Führungssysteme,
- Mittelbereichsradare,
- IRIS-T SLM auf 15to GTF 8×8,
- IRIS-T SLS auf Boxer (FlaRakPz),
- Skyranger 30 auf Boxer (FlakPz),
- Reloader und
- Instandsetzungsfahrzeuge.
Effektoren der LVS NNbS-Batterie die im Heer zukünftig betrieben werden:
Skyranger 30 – Die C-UAS-Komponente in der LVS NNbS-Batterie
Die Erkenntnis der fehlenden Fähigkeiten zu Bekämpfung von UAS führte zur frühzeitigen Einleitung der Entwicklung und Beschaffung des Skyranger 30 als c-UAS-Komponente des LVS NNbS.
Der FlakPz Skyranger 30, der den Boxer als Fahrmodul nutzt, besitzt zur Zielerfassung und -Verfolgung ein Spexer-Radar und elektro-optische Systeme. Als Hauptbewaffnung werden eine 30 mm BMK mit Air-Burst-Munition sowie ein neu zu entwickelnder c-UAS-fähiger LFK vorhanden sein.

Als Anfangsbefähigung werden Systeme für das Heer schnell beschafft – Vertragsverhandlungen für weitere Systeme sind eingeleitet.
Zum Erreichen der vollen Einsatzbereitschaft der Heeresflugabwehr hat das Heer den Bedarf von mehreren hundert Skyranger 30 bereits angezeigt.
Nachdem der Skyranger 30 zunächst zum Schutz der Hochwertkomponenten LVS NNbS vorgesehen war, werden im Zuge der Erweiterung des Schutzes auf Einheiten und Verbände der Kampftruppe die Bedarfe angepasst. Neben dem Skyranger 30 kommen vor allem innovative Mittel zur Abwehr von sUAS in Betracht, die auch allen Technologiesprüngen in diesem Bereich Schritt halten können.
IRIS-T SLS – Hauptwaffensystem im Nächstbereich
Der FlaRakPz IRIS-T SLS (Infra Red Imaging System Tail/Thrust Vector-Controlled, Surface Launched Short Range) ist der Effektor, der den Nächstbereich abdeckt und damit auch das Hauptwaffensystem der neuen HFlaTr im LVS NNbS sein wird.
Auch der FlaRakPz IRIS-T SLS soll zukünftig den Boxer als Fahrmodul nutzen. Der eingesetzte LFK wurde für den Einsatz gegen Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen und Marschflugkörper optimiert.
IRIS-T SLM – Hauptwaffensystem im Mittelbereich

Das System IRIS-T SLM (Infra-Red Imaging System–Tail/Thrust Vector-Controlled, Surface-Launched Medium Range) der Firma Diehl Defence gilt als modernstes, kampferprobtes und modulares FlaRakSys zur Abwehr von Angriffen aus der Luft. Es ermöglicht einen 360-Grad-Rundumschutz vom Nächstbereich bis auf mittlere Entfernungen (40km) und bekämpft feindliche Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und Lenkwaffen einschließlich ballistischer Kurzstreckenraketen mit dem Boden-Luft-Lenkflugkörper IRIS-T.
Dabei können mehrere Ziele gleichzeitig durch die Heeresflugabwehr bekämpft werden. Kern einer solchen Feuereinheit bilden ein Mittelbereichsradar, ein TOC (Tactical Operations Centre) sowie mehrere Startgeräte. Das hochmobile, geländegängige und allwetterfähige LVS ist sowohl für die Raumverteidigung, als auch für den Objektschutz (zum Beispiel Industrieanlagen, militärische Einrichtungen) ausgelegt.
Leichtes Flugabwehrsystem (leFlaSys)
Zum schnellen Aufbau und Verdichten der HFla, wurde durch die Heeresführung im Juli 2025 entschieden, das leFlaSys von der Luftwaffe beginnend ab September 2026 bis März 2027 in die eigene Nutzung zu übernehmen. die initiale Einsatzbereitschaft kann bis Ende 2027 erreicht werden. Um die Einsatzbereitschaft leFlaSys für diesen Auftrag weiter zu verbessern, werden zeitnah wesentliche Komponenten modernisiert. Unverändert bleibt die Fähigkeit zur Bekämpfung von klassischen Starr- und Drehflüglern, UAS bis hin zu kleineren Luftfahrzeugen bei einem Wirkbereich des Systems bis zu 3 km in der Höhe und bis rund 6 km in der horizontalen Entfernung. Erste Planungen, das System über 2030 hinaus, bis zur Realisierung eines zukünftig neuen leichten Flugabwehrsystems in Nutzung zu halten, sind derzeit in Erarbeitung.
6. Struktur, Personal und Ausbildung
Organisation der Heeresflugabwehr
Die neue HFlaTr wird als eigene Truppengattung innerhalb des Heeres etabliert. Dazu wurde in einem ersten Schritt am 01.10.2025 der Aufstellungsstab HFla in LÜNEBURG in Dienst gestellt. Gleichzeitig wurden das Dezernat Schutz gegen Bedrohung aus der Luft im Amt für Heeresentwicklung zum Gruppe HFlaTr/Schutz gegen Bedrohung aus der Luft erweitert und ein Sachgebiet HFla im Ausbildungskommando eingerichtet. Der Aufstellungsstab wird in Abstimmung mit den vorgenannten Stellen alle weiteren Maßnahmen zur Aufstellung der neuen TrGtg koordinieren. Im Oktober 2026 erfolgte die Aufstellung der ersten c-UAS Bttr. Weitere Verbände sind aktuell in Ausplanung.
Personal
Die Gewinnung von neuem Personal, das ab 2026 gezielt für die HFlaTr eingestellt und ausgebildet wird, hat aufgrund des hohen Stellenwerts der Heeresflugabwehrtruppe für die Einsatzbereitschaft höchste Priorität. Parallel hierzu setzt das Heer auf die Umschulung von Soldatinnen und Soldaten, die gewillt sind, Pionierarbeit zu leisten. Vereinzelt kann auch auf Personal zurückgegriffen werden, das früher in der HFlaTr eingesetzt war. Zur Steigerung der Attraktivität ist beabsichtigt, die Heeresflugabwehrtruppe gebündelt in Norddeutschland zu stationieren. Dies bietet neben der räumlichen Nähe zur zentralen Ausbildungseinrichtung am Standort PANKER auch einen klar definierten Stationierungsraum für die zukünftigen Angehörigen der Truppengattung.
Ausbildung
Die Umschulung erster Heeresuniformträger (HUT) für den Einsatz in der HFlaTr auf dem leFlaSys ist abgeschlossen und wird fortgesetzt. Für den Skyranger 30 wird mit der Umschulung von HUT in 2027 begonnen. Harmonisiert mit dem Zulauf der neuen Systeme werden zeitnah Regelausbildungsgänge für Offizier- und Feldwebelanwärter zusammen mit der Luftwaffe an der gemeinsamen Ausbildungseinrichtung TODENDORF/PANKER beginnen.
7. Ausblick der Heeresflugabwehr
Die Wiederaufstellung der HFlaTr, und damit der Wiederaufbau einer Kernfähigkeit(!) ist zwingend notwendig, um der aktuellen Bedrohungslage gerecht zu werden und innerhalb kurzer Zeit mit modernster Technik auszurüsten.
Dazu sind folgende Rahmenbedingungen zu meistern:
- Zeit: Die Systeme des Heeres sind aktuell in der Entwicklung oder Endphase der Realisierung. Deren Nachweis zur vollen Einsatzbereitschaft wird mit Abschluss aller Untersuchungen und schließlich der Einsatzprüfungen durch den zukünftigen Nutzer erbracht werden. Dabei gilt es die militärischen Forderungen zu erbringen oder ggf. auch einzufordern.
- Personeller Aufwuchs: Die zeitgerechte Verfügbarkeit von ausgebildetem Personal wird mit dem materiellen Zulauf synchronisiert und sichergestellt.
- Materialbedarf: Der Realisierung einer Anfangsbefähigung muss schnellstmöglich und nahtlos die Beschaffung weiterer Systeme folgen. Der Gesamtbedarf des Heeres wird deutlich höher ausfallen. Nicht zu vernachlässigen sind die Produktionskapazitäten der Herstellerfirmen, die zukünftig erhebliche Anstrengungen unternehmen müssen, um diese deutlich zu steigern.
- Ausbildung: Hochspezialisierte Schulungen sind notwendig, um die neuen Systeme effektiv einsetzen zu können. Die Entscheidung einer gemeinsamen Ausbildungseinrichtung Heer/Lw ist richtungsweisend für eine zukünftige erfolgreiche trainingsgebundene Führernachwuchsausbildung.
- Interoperabilität: Die Vernetzung mit Luftwaffe und NATO-Partnern muss technisch und organisatorisch reibungslos funktionieren. Entsprechende Schnittstellen sind konzipiert.
- Schritthalten: Um im Kampf gegen und mit UAVs zu bestehen, gilt es mit den immens schnellen Innovationssprüngen in der Entwicklung schrittzuhalten. Das frühzeitige Erkennen neuer Bedrohungen ist in diesem Bereich essenziell. Gegenmaßnahmen sind entsprechend schnell einzuleiten. Dies erfordert ein ununterbrochenes „Beobachten“ der auf dem freien Markt verfügbaren oder in Planung befindlichen Systeme.
Alles in Allem ist der Wiederaufbau der Heeresflugabwehrtruppe ein sicherheitspolitischer Meilenstein! Das Heer erlangt damit eine für den Schutz der eigenen Kräfte unabdingbare Kernfähigkeit zurück. Zeit ist in der Umsetzung jetzt der kritische Faktor.
Autor: Autorenteam KdoH
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