XPONENTIAL: EUROBOTICS zeigt unbemannte Systeme – für alle Ebenen

Das gerade erst gegründete Unternehmen EUROBOTICS zeigt in Düsseldorf ein beeindruckendes Portfolio unbemannter Systeme – und will den europäischen Markt mit einem Multi-Domain-Ansatz aufrollen. Welche Systeme auf der XPONENTIAL Europe zu sehen sind und wie Lars Zander, COO der EUROBOTICS GmbH, die Idee hinter dem neuen Haus für Drohnen und Robotik erklärt, lesen SIe im folgenden Beitrag. 

Blick auf eine Heälfte des Messestandes: Die neu gegründete EUROBOTICS bringt unbemannte Systeme für alle Dimensionen nach Düsseldorf.
Blick auf eine Heälfte des Messestandes: Die neu gegründete EUROBOTICS bringt unbemannte Systeme für alle Dimensionen nach Düsseldorf.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Auf der XPONENTIAL Europe in Düsseldorf präsentiert sich EUROBOTICS erstmals der Öffentlichkeit – und das mit einem klaren Versprechen: unbemannte Systeme für alle drei Domänen aus einer Hand anzubieten – zu Wasser, zu Land und in der Luft. Angesichts wachsender Bedrohungen, beispielsweise für kritische Infrastruktur, setzt das Unternehmen auf vernetzte Gesamtsysteme statt auf isolierte Einzellösungen.

„Den Schutz kritischer Infrastruktur kann man eigentlich nur bedienen, wenn man tatsächlich auch in allen drei Domänen unterwegs ist“, macht Lars Zander, COO der EUROBOTICS GmbH. Alle Systeme sollen dabei über offene Schnittstellen interoperabel miteinander vernetzt sein – von der Positionsübermittlung bis zur gemeinsamen Steuerung aus einer zentralen Command-&-Control-Ebene.

Drei Wochen alt, aber mit klarer Vision

Hinter EUROBOTICS steckt ein ambitioniertes Konstrukt. „Die EUROBOTICS steht für integrierte unbemannte Systeme, die nicht isoliert arbeiten, sondern als vernetztes Gesamtsystem gedacht sind“, verriet Christoph Otten, CEO der INTEC Gruppe und EUROBOTICS jüngst im Interview mit Defence Network. Unser Ziel ist es, Multi-Domain-Operationen technisch beherrschbar, interoperabel und einsatzbereit zu machen.“

Das Unternehmen selbst besteht erst seit wenigen Wochen – die zugrundeliegende Idee und die Partnersuche jedoch seit rund drei Quartalen. In dieser Zeit wurden bewusst internationale Kooperationen aufgebaut, etwa mit UVAD in Kanada und C2 Robotics in Australien.

„Wir haben Partner gesucht, die uns Drohnen liefern, die nicht in Masse erhältlich sind“, erklärt Zander. Langfristiges Ziel ist es, die Produktion nach Deutschland zu verlagern, dazu entsprechende Lieferketten aufzubauen und den deutschen Mittelstand als Rückgrat der Fertigung zu etablieren.

SPEARTOOTH – Das autonome U-Boot

Ein bisher weniger bekanntes Ausstellungsstück auf der XPONENTIAL in Düsseldorf ist der SPEARTOOTH – eine autonome Unterwasserdrohne. „Auf der ganzen Welt gibt es nur vier Systeme, die annähernd das können, was der SPEARTOOTH kann“, betont Zander.

Der modulare SPEARTOOTH im Modell- Im Hintergrund zu sehen, ein Modul im Originalmaßstab.
Der modulare SPEARTOOTH im Modell- Im Hintergrund zu sehen, ein Modul im Originalmaßstab.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Das modular aufgebaute System ist für flexible Missionen und schnelle Neukonfiguration ausgelegt und verfügt über INS, Sonar und DVL sowie eine erweiterbare Kommunikationssuite für präzise Navigation und zuverlässige Kollisionsvermeidung – auch in komplexen Umgebungen. Auf der Messe gezeigt wurde sowohl ein Modell im Maßstab eins zu vier, als auch eines der Module, von denen die rund 11 Meter lange Standardversion zwei enthält.

Der leise Elektroantrieb sorgt für eine geringe akustische Signatur, zusätzliche Batteriemodule erhöhen die Reichweite bedarfsgerecht. Geliefert wird das System schlüsselfertig inklusive Digital Twin, Trailer und C2-System.

Technische Daten SPEARTOOTH (mit zwei Modulen)

  • Länge: 11,5 m
  • Breite: 1 m
  • Nutzlast: 2,4 m3
  • Gewicht (ohne Nutzlast): 1150 kg
  • Reichweite: >500 NM
  • Höchstgeschwindigkeit: 7 kn
  • Tauchtiefe: 60 m

Der SPEARTOOTH wurde bereits verkauft und befindet sich derzeit in der Testung bei einem europäischen Kunden.

FALCON & STRIKE – Luftüberlegenheit vom Start bis zum Ziel

Für die Dimension Luft zeigte EUROBOTICS gleich mehrere Systeme am Messestand, von denen hier zwei exemplarisch genannt werden sollen. Der FALCON bereits auf dem Air Force Tech Summit in Berlin gezeigt – ist ein Hochgeschwindigkeits-UAV – das erste kosteneffiziente und verlusttolerante Unterschall-/Überschall-System im verkleinerten Maßstab, das speziell für militärische Ausbildungs-, Test- und Evaluierungszwecke entwickelt wurde.

Der FALCON als Überschalldrohne war auch in Düsseldorf zu sehen.
Der FALCON als Überschalldrohne war auch in Düsseldorf zu sehen.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Das containerisierte System lässt sich per pneumatischem Katapult starten und per Fallschirm mit Softlanding-Airbag sicher bergen – ohne aufwendige Infrastruktur.

Technische Daten FALCON

  • Länge: 5,80 m
  • Spannweite: 2,20 m
  • Nutzlast: 50 kg
  • Max. Abfluggewicht: 450 kg
  • Flugdauer: >30 min
  • Höchstgeschwindigkeit: 1,6 MACH

Deutlich kleiner ist STRIKE: ein hochmobiles, präzisionsgesteuertes Loitering-Munitions-UAV mit VTOL-Fähigkeit, das laut EUROBOTICS dank Computer Vision eine autonome Zielerfassung, -klassifizierung und -verfolgung rund um die Uhr ermöglicht. Zudem bietet STRIKE eine GPS-lose Navigation und präzise Endphasenführung, wodurch eine Treffgenauigkeit unter einem Meter erzielt wird.

MULE – Der unbemannte Alleskönner

Für den Landbereich präsentiert EUROBOTICS das MULE – ein robustes, unbemanntes Bodenfahrzeug mit bis zu acht Rädern und progressiver Federung für ein hohes Maß an Geländegängigkeit.

Für die Dimension Land verfügt Eurobotics über den MULE.
Für die Dimension Land verfügt Eurobotics über den MULE.
Foto: CPM / Navid Linnemann

MULE kann via Satelliten- und auf Sicht gesteuert werden oder autonom navigieren. Somit soll MULE ein breites Einsatzspektrum abdecken: vom Lastentransport im Gefecht über die Verwundetenversorgung bis hin zur mobilen Verteidigung. In Düsseldorf gezeigt wurde eine Variante, bei der MULE mit einem unbestimmten Launcher für sechs Flugkörper zusehen war.

Technische Daten MULE

  • Länge: 1,58 m
  • Breite: 1,42 m
  • Höhe: 0,71 m
  • Nutzlast: >250 kg
  • Gewicht (ohne Nutzlast): <200 kg
  • Reichweite: >80 km
  • Höchstgeschwindigkeit: >20 km/h

„Schnell einsetzbar und hochgradig flexibel“, beschreibt EUROBOTICS das System, welches für eine kosteneffiziente Hochvolumenproduktion ausgelegt sei und inklusive Training und Integration geliefert werden soll.

EUROBOTICS will Europa beliefern – und den Mittelstand stärken

„Ziel ist, dass EUROBOTICS diese Produkte in ganz Europa vertreibt, nicht nur in Deutschland“, erklärt Zander. Sukzessive sollen die Lieferketten der internationalen Partner durch eigene deutsche und europäische Strukturen ersetzt werden.

Im Modell gut zu erkennen: Der SPEARTOOTH ist derzeit in einer Konfiguration mit einem oder zwei Modulen erhältlich. Unten links im Regal: Die Interceptordrohne STRIKE.
Im Modell gut zu erkennen: Der SPEARTOOTH ist derzeit in einer Konfiguration mit einem oder zwei Modulen erhältlich. Unten links im Regal: Die Interceptordrohne STRIKE.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Darüber hinaus plant das Unternehmen, sein Portfolio kontinuierlich auszubauen: Überwasserdrohnen befinden sich bereits in der Entwicklung, weitere Systemkategorien sollen folgen.

Das Ziel von EUROBOTICS ist ein vollständig vernetztes, in Europa entwickeltes und gefertigtes Ökosystem unbemannter Systeme, welches technologische Innovationskraft mit der Fertigungskompetenz des deutschen Mittelstands verbindet.

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