Die Europäische Verteidigungsagentur (EDA) hat fünf Unternehmen für die zweite Phase ihrer Sentinel Strike Challenge ausgewählt. Im Herbst sollen ihre Systeme im Rahmen der EU OPEX26 in Portugal unter realitätsnahen Einsatzbedingungen getestet werden.
Die Europäische Verteidigungsagentur (EDA) hat die fünf Finalisten ihrer Sentinel Strike Challenge für Loitering Munitions bekannt gegeben. Aus mehr als 140 Interessensbekundungen europäischer Unternehmen wurden Helsing aus Deutschland, Destinus aus den Niederlanden, C-Astral aus Slowenien, UAVision aus Portugal und Spirit Aeronautical Systems aus Griechenland ausgewählt.
Die fünf Unternehmen erhalten bereits jetzt jeweils ein Preisgeld von 30.000 Euro und ziehen in die zweite Wettbewerbsphase ein. Im Herbst sollen ihre Systeme auf dem Übungsgelände Santa Margarida in Portugal im Rahmen der EU OPEX26 erprobt werden. Dabei sollen die Loitering-Munition-Systeme unter kontrollierten, realitätsnahen und operativ relevanten Bedingungen getestet werden.
Europas Leistungsschau: Loitering Munition bei der EDA
Damit haben sich sowohl etablierte Anbieter unbemannter Systeme als auch jüngere Unternehmen mit unterschiedlichen Entwicklungsansätzen durchgesetzt. Die EDA veröffentlichte bislang allerdings keine Angaben dazu, welche konkreten Systeme oder Varianten die Unternehmen für den Wettbewerb eingereicht haben.
Die öffentlich bekannten Produktportfolios legen jedoch nahe, dass Helsing mit der KI-gestützten Loitering Munition HX-2 am Wettbewerb teilnimmt. Das System ist für präzise Schläge gegen gepanzerte und andere militärische Ziele ausgelegt und soll auch unter starker elektronischer Störung weitgehend autonom operieren können.

Bei Destinus ist die Vermutung bereits schwieriger, da das Unternehmen derzeit keine klassische Loitering Munition im Sortiment hat. Falls es sich bei der EDA-Teilnahme um ein bereits bekanntes Produkt handelt, dann könnte RUTA gemeint sein. Das als „Low-Cost Missile“ entwickelte System wird in der Regel jedoch als kleiner Marschflugkörper bezeichnet und ist eher mit einer schnell fliegenden Langstreckendrohne vergleichbar.
Bei C-Astral dürfte e sich um das im vergangenen Jahr vorgestellte C-Astral MWT (Medi Wing Tactical) handeln. Das System ist wird auf der Website des slowenischen Unternehmens nur am Rande erwähnt und nicht näher vorgestellt. ZU sehen war es auf der XPONENTAIL 2025 in den USA. Bekannt ist das Unternehmen bisher vor allem durch seine Aufklärungs- und Überwachungsdrohnen der BRAMOR-Familie.
UAVision aus Portugal verfügt mit ELANUS über eine klassische Loitering Munition, deren Reichweite mit 50 Kilometern bzw. 30 Minuten, maximale Geschwindigkeit mit 200 Stundenkilometern und maximales Startgewicht mit acht Kilogramm angegeben wird. Für Spirit Aeronautical Systems beziehungsweise S.A.S. Technology aus Griechenland kommt dagegen die AIHMI AHM-1X als möglicher Wettbewerbskandidat infrage. Die Loitering Munition wird vom Anbieter als Stand Off Loitering Munition klassifiziert, da sie nicht selbst ins Ziel einschlägt, sondern aus einer gewissen Distanz einen Flugkörper verschießt.
Die tatsächliche Auswahl der fünf eingereichten Systeme durch die EDA bleibt jedoch bis zur geplanten Erprobung offen.
EDA-Wettbewerb lockt mit 1,8 Millionen Euro
Im Mittelpunkt der Erprobung stehen nicht nur die technischen Fähigkeiten der Systeme. Militärische Nutzer aus den EU-Mitgliedstaaten sollen auch deren Leistungsfähigkeit über den gesamten Einsatzzyklus, ihre Widerstandsfähigkeit unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen sowie die Ergebnisse im direkten Vergleich bewerten.
Für die zweite Wettbewerbsphase steht ein Preisgeld von insgesamt 1,8 Millionen Euro bereit. Die Sentinel Strike Challenge ist laut EDA jedoch kein Beschaffungswettbewerb und garantiert den Gewinnern keine Aufträge.
Vielmehr soll die Erprobung vergleichbare Daten liefern, die europäischen Verteidigungsministerien bei der Bewertung künftiger Fähigkeiten unterstützen können. Die Gesamtsieger sollen 2027 bekannt gegeben werden.
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