Rheinmetall Destinus Strike Systems legt Programm-Prioritäten fest

Rheinmetall und Destinus treiben die Entwicklung europäischer Marschflugkörper voran. Mit Ruta Block 3 soll ein System für strategische Tiefenangriffe mit über 2.000 Kilometern Reichweite NATO-weit verfügbar werden. Parallel startet das Joint Venture die Produktion der ersten Modelle Kryla und Ruta Block 2.

Rheinmetall: Das Ruta Block 3 System auf der diesjährigen Eurosatory in Paris
Das Ruta Block 3 System auf der diesjährigen Eurosatory in Paris
Foto: CPM/ Navid Linnemann

Rheinmetall und Destinus beschleunigen Entwicklung

Auf der Eurosatory 2026 in Paris legt das europäische Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall Destinus Strike Systems seine Prioritäten fest. Das Unternehmen treibt die Einführung des Ruta Block 3 – eines Marschflugkörpers für strategische Tiefenangriffe mit über 2.000 Kilometern Reichweite und einem Gefechtskopf von bis zu 250 Kilogramm – beschleunigt voran und startet die Produktion mit seinen ersten Produkten, den Marschflugkörpern Kryla und Ruta Block 2.

Marschflugkörper für Einsätze über 2.000 Kilometer

Der Ruta Block 3 ist auf hochwertige und gehärtete Ziele in der Tiefe ausgelegt und wird ausschließlich aus Standard-Containern gestartet, die auf Fahrzeugplattformen – darunter Rheinmetall HX Trucks – und in maritimen Anwendungen eingesetzt werden können. Die Feuerbereitschaft wird in rund zwei Minuten erreicht.

Ziel ist die NATO-Qualifizierung, um den Ruta Block 3 für alle NATO- und EU-Mitgliedstaaten verfügbar zu machen.

„Gemeinsam treiben wir die NATO-Qualifizierung auf einem beschleunigten Weg voran, eingebettet in bestehende Programme für europäische Verteidigungsministerien. So stellen wir den europäischen Streitkräften zügig ein einsatzbereites, zertifiziertes und vollständig europäisches Wirkmittel zur Verfügung“, erklärt Roman Köhne.

Grundlage ist das unterzeichnete Term Sheet; die finale Gesellschaftervereinbarung steht kurz vor der Unterzeichnung. Im Joint Venture verbindet Destinus seine Technologie mit der industriellen Skalierung von Rheinmetall.

Rheinmetall: Das Ruta Block 3 System auf der diesjährigen Eurosatory in Paris
Das Ruta Block 3 System auf der diesjährigen Eurosatory in Paris
Foto: CPM/ Navid Linnemann

Produktionsstart mit Kryla und Ruta Block 2

Den Auftakt der gemeinsamen Produktion bilden die beiden ersten Produkte des Joint Ventures. Kryla ist ein kompakter, kosteneffizienter Marschflugkörper mit 50-Kilogramm-Gefechtskopf für massierte Sättigungsschläge. Er startet aus Containern und aus gängigen Raketenartillerie-Werfern (MLRS) und erweitert vorhandene Werferflotten unmittelbar um eine Marschflugkörperfähigkeit.

Ruta Block 2 trägt einen 250-Kilogramm-Gefechtskopf, ist auf hohe Zielwirkung gegen hochwertige und gehärtete Ziele ausgelegt und wird ausschließlich aus Containern gestartet.

Containerstart als zentrales Konzept

„Wir setzen konsequent auf den Start aus standardisierten Seecontainern. Das gibt unseren Kunden maximale Flexibilität: Unsere Systeme lassen sich auf nahezu jeder Land- und Seeplattform sowie über bestehende Logistikketten verlegen, verbergen und in kürzester Zeit in Feuerbereitschaft bringen“, sagt Mikhail Kokorich.

Das gemeinsame Angebot umfasst Kryla, Ruta Block 2 und Ruta Block 3 – durchgängig präziser Tiefenangriff aus 100 Prozent europäischer Wertschöpfung.

Eigene Fertigung stärkt Unabhängigkeit Europas

Für logistische Unabhängigkeit errichtet Rheinmetall Destinus Strike Systems eine eigene Anlage für Endmontage, Integration und Erprobung in Deutschland; die erste Lieferbereitschaft ist für 2026 vorgesehen.

Rheinmetall und Destinus teilen Aufgaben auf

Destinus liefert die technologischen Kernkomponenten der Flugkörper, Rheinmetall die energetischen Komponenten – Gefechtsköpfe und Booster-Raketenmotoren.

Quelle: Rheinmetall AG

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