1 Milliarden Euro – MBDA investiert in Fabriken

„Wir liefern Material, das absolut unerlässlich ist, damit unsere Armeen und die unserer Verbündeten in aller Souveränität von einer operativen Überlegenheit profitieren können, um ihre Mission zu erfüllen“, sagt CEO Éric Béranger im Interview mit dem französischen Wochenmagazin Challenges. Sein Unternehmen MBDA investiert in Fabriken plane dazu in den kommenden fünf Jahren eine Mrd. Euro in die Hand zu nehmen, um die Produktionskapazitäten zu erhöhen und Lieferzeiten zu verkürzen.

MBDA investiert in Fabriken: Bildmontage CEO Éric Béranger vor Aufnahme des Standorts Schrobenhausen Deutschland.
MBDA investiert in Fabriken: CEO der MBDA-Gruppe Éric Béranger und Standort Schrobenhausen.
Fotos: MBDA und MBDA Deutschland (Montage)

Die Auftragslage von MBDA könnte wohl nicht besser sein: Mit 22,3 Milliarden Euro im Jahr 2022 hat sich das Volumen in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Um den Verpflichtungen aus seinen Verträgen gerecht zu werden, muss MBDA in seine Standorte und sein Personal investieren.

Laut CEO Béranger sollen die geplanten eine Mrd. Investitionsmittel unter anderem in den Ausbau des Standorts Bolton in Großbritannien fließen, an dem die Produkte CAMM, ASRAAM, Spear oder Brimstone zusammengebaut werden. Durch die Mittel soll die Produktionsrate vor Ort in den nächsten vier Jahren verdoppelt werden. Auch die deutschen Standorte Schrobenhausen und Aschau am Inn profitieren, so ein Unternehmenssprecher von MBDA Deutschland gegenüber cpm defence network.

Bisher beschäftigt das Unternehmen 14.000 Menschen in 6 Ländern. Doch auch diese Zahl wächst. „Wir sind bei einer Rate von rund 2.000 Einstellungen pro Jahr“, sagt Béranger im Challenges-Magazin. Im vergangenen Jahr waren es sogar 2.200. MBDA investiert in Fabriken – sowohl bei Material als auch Personal.

MBDA investiert in Fabriken: Produktion wird schneller und umfangreicher

In konkreten Zahlen bedeuten die Investitionen beispielsweise eine Verdopplung der Produktionsrate der Mistral ab 2025 und eine Lieferzeitverkürzung für die Aster von 40 auf 24 Monate.

Einen gewissen Sonderstatus hat der Auftrag der NSPA (NATO Support and Procurement Agency) in Höhe von 5,1 Mrd. Euro, der MBDA Anfang des Jahres beauftragt hatte, 1.000 GEM-T Flugkörper als Patriot Advanced Capability 2 (PAC-2) zu produzieren (cpm defence network berichtete). In diesem Zusammenhang investiert MBDA einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ am Standort Schrobenhausen in eine eigene Fertigungslinie und auch in neue Gebäude bei der MBDA-Tochter Bayern Chemie. Die Produktion soll wie vereinbart in den nächsten drei Jahren in Gang gebracht werden, um unter anderem die deutschen Bestände nach den Abgaben an die Ukraine wieder aufzufüllen.

Dass ein Ausbau der Produktion jedoch – vom finanziellen Aufwand einmal abgesehen – eine anspruchsvolle Aufgabe ist, erklärt Éric Béranger im Interview so: „Eine Rakete ist ein System aus über 10.000 Einzelteilen. Für die Endmontage muss man die benötigten Bausteine im Voraus haben, sodass man unverzüglich reagieren kann, wenn es einen akuten Bedarf gibt. Eine Möglichkeit zur Beschleunigung besteht darin, alles vorausschauend zu planen, Engpässe zu identifizieren und so früh wie möglich mit der Beschaffung aller Bausteine zu beginnen, die zu Verzögerungen führen könnten.“ MBDA investiert in Fabriken auch, um auf diese möglichen Verzögerungen besser reagieren zu können.

Navid Linnemann

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