„In einer sich wandelnden Welt werden globale Angelegenheiten an mehreren Fronten ausgetragen“, meinte Eugene Ciemnyjewski, Geschäftsführer von Euroatlas. Sein Unternehmen reagiere auf solche Herausforderungen mit einem „Force Multiplier“, der einen erhöhten Schutz bei maritimen Operationen bieten soll.
Gleich zwei europäische Staaten haben jüngst Verträge für den Greyshark von Euroatlas abgeschlossen. Das deckt sich mit dem steigenden Bedarf an unbemannten Lösungen für den Einsatz unter Wasser. Nach zahlreichen Sabotageaktionen an Unterwasserinfrastruktur und einer möglichen Bedrohung durch russische U-Boote sind besonders in der Ostsee solche Aufklärungskapazitäten gefragt.
Die beiden Vertragsabschlüsse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem maritime Sicherheit in Europa so hoch bewertet wird wie lange nicht mehr. Die Rolle des Greyshark in diesem Umfeld gilt als strategisch. Das System ermöglicht eine dauerhafte Präsenz in wichtigen Gewässern. Ausgelegt ist das Multi-Mission-AUV Greyshark für vier zentrale Aufgaben:
- Überwachung der Unterwasserinfrastruktur – Langfristige Inspektion und Überwachung von Pipelines, Kabeln und Unterwasseranlagen
- Port-to-Port – sowie Over-Horizon-Aufklärung – Unerkannte Informationsbeschaffung und Überwachung von Schiffsaktivitäten, auch jenseits des Radarhorizonts
- Beleuchtung von Wasserstraßen und Küsten – Sonaroperationen zur Erkennung, Abschreckung und Vertreibung von Bedrohungen sowie zur Echtzeit-Identifizierung und Bewegungsprofilierung von Zielen
- Seekriegsführung – Erkennung und Identifizierung feindlicher Präsenz und Sensoren
Greyshark für unbemannte Unterwasser-Einsätze
Für diese Missionen ist der Greyshark mit 17 Sensoren sowie einer modularen KI-Software ausgestattet – in Zusammenarbeit mit der Berliner Firma EvoLogics. Dank Level-5-Autonomie können sie Missionsprofile unterwegs ändern – ohne Funkkontakt, ohne Auftauchen, ohne Pause.
Zwei Varianten stehen aktuell zur Verfügung: Bravo mit Batterieantrieb und Foxtrot mit Wasserstoff-Brennstoffzelle. Beide verfügen über die gleiche Sensorik, unterscheiden sich aber in Reichweite und Ausdauer. Die Wasserstoff-betriebene Version Foxtrot kann bis zu 16 Wochen und rund 11.000 Seemeilen bei 4 Knoten oder 1.100 Seemeilen bei 10 Knoten operieren – und das sogar autonom.
Auch Schwarmtaktiken gehören zum System: Mehrere Greysharks können gemeinsam operieren, sich selbst organisieren oder durch eine „Master“-Einheit geführt werden. Sie integrieren sich in NATO-Strukturen und wirken als Teil eines maritimen „Combat Cloud“-Netzwerks.
Testreihe in der Ostsee
Kurz vor Bekanntwerden der Verträge absolvierte das Bravo-Modell des Greyshark einen wichtigen Test in der Ostsee. Dabei zeigte das AUV, wie zuverlässig es in anspruchsvoller maritimer Umgebung navigieren und Daten sammeln kann. Das System bewältigte seine Missionen ohne menschliche Eingriffe.
Auch wenn die ersten beiden Verträge abgeschlossen sind: Ganz fertig ist der Greyshark noch nicht: Bisher ist nur die Bravo-Variante serienreif. Nach den erfolgten Tests in diesem Jahr soll 2026 auch für Foxtrot die Serienreife erreicht werden. Dann geht Deutschlands neuer Kabel-Wächter in zwei Versionen in die Produktion. 150 Stück sollen dann pro Jahr entstehen.
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