„Die neue Generation Flottendienstboote der Klasse 424 verfügt über eine leistungsstarke Sensortechnik, die eine hocheffiziente Überwachung des elektromagnetischen Spektrums über Land, Luft und See und eine noch bessere Informationsgewinnung ermöglicht“, betonte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius heute auf der Peene-Werft im Nordosten Deutschlands.
Die Boote sollen ab 2029 nach und nach in Dienst gestellt werden und die entsprechende Fähigkeit für die kommenden Jahrzehnte gewährleisten. Pistorius hob dabei die enge Zusammenarbeit zwischen Marine und dem Bereich CIR hervor: „Die Spezialistinnen und Spezialisten des Cyber- und Informationsraums nutzen die technischen Fähigkeiten an Bord, um Informationen zu gewinnen und auszuwerten. Sie werden damit einen wichtigen Beitrag zu unserem Lagebild leisten.“
4. Flottendienstboot geplant
Mit Blick auf den steigenden Bedarf auf See kündigte Pistorius zudem den Bau eines vierten Schwesterbootes an. „Unser neues Fähigkeitsprofil sieht einen Bedarf von insgesamt vier Flottendienstbooten vor. Bislang sind drei im Bau. Ich habe daher, eng abgestimmt mit dem Inspekteur Marine und dem Inspekteur CIR, den Kurs für ein weiteres viertes Schwesterboot gesetzt. Dazu treten wir nun in die parlamentarischen Abstimmungen“, so der Minister.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterstrich die Bedeutung des Projekts für die Region: „Für Wolgast, für das östliche Vorpommern, für ganz Mecklenburg-Vorpommern ist die Peene-Werft weit mehr als ein Unternehmen. Die maritime Industrie ist eine unserer Schlüsselbranchen, auf die wir stolz sind. Ihre Wertschöpfungsketten reichen von Norden bis tief in den Süden. Wir freuen uns über die Kiellegung für das dritte Flottendienstboot.“
Kiellegung – Aus Tradition
Mit dem Einbringen der Münzen auf die Kiellegungsplatte und dem anschließenden Unterkeilen der Platte unter die Kiellegungssektion erreichte die traditionsreiche Zeremonie ihren symbolischen Höhepunkt – gilt die Kiellegung doch als offizieller Startpunkt des eigentlichen Schiffbaus.
Unter den Gästen waren unter anderem der stellvertretende Inspekteur der Marine Vizeadmiral Axel Deertz, der Inspekteur des Cyber- und Informationsraums (CIR) Vizeadmiral Thomas Daum und die Bürgermeisterin der künftigen Patenstadt Hof, Angela Bier.
Rheinmetall-CEO Armin Papperger zeigte sich stolz auf die termingerechte Umsetzung: „Die erfolgreiche Kiellegung weit vor dem Zeitplan ist ein starkes Signal für die Leistungsfähigkeit unseres gesamten Teams. Sie zeigt, was möglich ist, wenn Planung, technologische Kompetenz und partnerschaftliche Zusammenarbeit konsequent ineinandergreifen.“
Die rund 130 Meter langen Flottendienstboote verfügen über modernste Sensorik und sollen der Bundeswehr künftig als Aufklärungsplattformen zur seegestützten Informationsgewinnung dienen. Für Endausrüstung, Inbetriebnahme und Erprobung werden die Schiffe später vorausgerüstet zum Hamburger Rheinmetall-Standort Blohm+Voss überführt.