Der X-BAT ist ein unbemanntes VTOL-Kampfflugzeug, welches sich gerade bei Shield AI in der Entwicklung befindet. Bewaffnung kann der X-BAT sowohl intern als auch extern mitführen – bis zu insgesamt 8.000 Pfund (rund 3.600 Kilogramm) und von überall starten kann. Auf der Eurosatory zeigte Shield AI das System erstmals so prominent in Europa.
Gerade bei FCAS spielen unbemannte Systeme, die in Verbindung mit einem noch zu entwickelnden Kampfjet eingesetzt werden sollen, eine entscheidende Rolle. Neben kleineren Remote Carriern sind hier sogenannte Wingmans zu nennen. Solche unbemannten Kampfjets werden momentan einige entwickelt – bekannt ist beispielsweise Kızılelma von Baykar Technologies aus der Türkei.
Auf der Eurosatory 2026 präsentiert Shield AI seinen X-BAT erstmals in Europa den X-BAT in 45prozentiger Größe. Nach eigener Aussage ist das System das weltweit erste KI-gesteuerte VTOL-Kampfflugzeug. X-BAT, das in den USA bereits auf der SOF Week zu sehen war, steht für einen der ambitioniertesten Ansätze in der aktuellen Debatte um unbemannte Luftkampfsysteme: kein Mensch im Cockpit, keine Startbahn erforderlich, volle Kampffähigkeit.
Architektur und Fähigkeiten
Der X-BAT kombiniert die Fähigkeit zum vertikalen Start und Landung (VTOL) mit einer Reichweite von über 1.000 Kilometern. Das Flugzeug startet und landet auf einem eigens entwickelten Launch and Recovery Vehicle (LRV), das sich auf Straßen, Schiffen, vorgeschobenen Basen oder abgelegenen Inseln positionieren lässt.
Video: Shield AI
Bewaffnet wird der X-BAT über interne Waffenschächte für Luft-Luft- und Luft-Boden-Munition sowie externe Hardpoints für größere Wirkmittel. Damit trägt das unbemannte System Waffen bis zu rund 3.600 Kilogramm. Ergänzt wird es laut Shield AI durch eine vollständige elektronische Kampfführungs-Suite.
Technische Kenndaten im Überblick:
- Spannweite: ca. 12 m
- Rumpfmaße: ca 8 × 1,5 m
- Lagermaße (zusammengeklappt): ca. 12 × 4,3 × 1,8 m
- Maximale Reichweite: über 1.000 Kilometern
- Dienstgipfelhöhe: über 15.000 m
- Missionsprofile: Luft-Luft, Luft-Boden, elektronische Kampfführung
Spannend ist besonders der vielseitig einsetzbare Launcher, der vom Lkw bis zum Flugzeugträger einsetzbar ist. Um beim Beispiel Flugzeugträger zu bleiben: Nach Angaben von Shield AI sollen drei X-BAT auf die Deckfläche passen, die sonst von einem konventionellen Kampfflugzeug belegt würden. Grund hierfür sind auch die klappbaren Flügel.
Autonomie als Kernprinzip
Das Herzstück des X-BAT ist Hivemind – Shield AIs kampferprobtes KI-Pilotsystem. Es soll vollautonome Missionsführung auch in GPS-gestörten, kommunikationsunterbrochenen oder elektronisch degradierten Umgebungen ermöglichen. Mehrere X-BAT können dabei als koordinierter „Schwarm“ agieren und Entscheidungszyklen auf Maschinengeschwindigkeit durchlaufen.
Einsatzszenarien und Zeitplan
Der X-BAT adressiert ein breites Spektrum an Missionen: vorgeschobene Feuerunterstützung ohne Infrastrukturabhängigkeit, maritime Operationen von Schiffen aus, verdeckte Operationen aus dem Cargo-Container und die Verdichtung unbemannter Feuernetzwerke im Hochintensitätsgefecht.
Gerade Streitkräfte, die Reichweite und operative Flexibilität ohne den Preis bemannter Systeme suchen, dürfte das Konzept in Paris Aufmerksamkeit erzeugen.
Der Erstflug des X-BAT ist noch für dieses Jahr geplant – Triebwerks-, Radar-Querschnitts- und Windkanaltests sind bereits abgeschlossen. Im Jahr 2029 soll nach Angaben von Shiel AI der X-BAT fertig und in Serie produzierbar sein.
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