M3: Norwegen bekommt seine erste GDELS-Brücke

Navid LinnemannNavid Linnemann

Rund ein Jahr nach der Bestellung konnte GDELS heute in Kaiserslautern das erste amphibische Brücken- und Fährsystem M3 an den neuen Nutzerstaat Norwegen übergeben. Damit stärkt das Land einerseits seine Fähigkeit, Gewässer zu überwinden, und baut zugleich die Zusammenarbeit im Bündnis aus. Auch Deutschland und Großbritannien nutzen das System.

Ein amphibisches Brücken- und Übersetzfahrzeug M3 fährt während einer Erprobung im tiefen Schnee.
Ein amphibisches Brücken- und Übersetzfahrzeug M3 fährt während einer Erprobung im tiefen Schnee.
Foto: GDELS

General Dynamics European Land Systems (GDELS) hat am Standort Kaiserslautern das erste amphibische Brücken- und Fährsystem M3 formell an die norwegische Beschaffungsbehörde (Norwegian Defence Materiel Agency) übergeben. Die Erstauslieferung erfolgte knapp ein Jahr nach der Beauftragung im November 2025.

Norwegen hat sich als sechster NATO-Staat und als drittes Mitglied der Nordischen Verteidigungskooperation NORDEFCO für die M3 entschieden. Die Beschaffung durch die nordischen Partner unterstreicht nach Angaben von GDELS, dass sich das System für alle Klimazonen und auch für anspruchsvolles Gelände eignet. Ein wesentlicher Vorteil ist die Interoperabilität unter den Nutzerstaaten sowie mit den weit verbreiteten Pontonbrückensystemen SRB, FSB und IRB.

Schnellstes Übersetzmittel der NATO

Die M3 ist ein geländegängiges 4×4-Radfahrzeug mit integrierten Brückenelementen und gilt als das schnellste Übersetzmittel der NATO. Die einzelnen Fahrzeuge schwimmen und fahren selbstständig, lassen sich aber auf die benötigte Länge miteinander koppeln. Sie können als Schwimmbrücke oder im Fährbetrieb eingesetzt werden und tragen Lasten bis MLC 85 für Kettenfahrzeuge und rund MLC 130 für Radfahrzeuge.

Zivile und militärische Vertreter vor einem amphibischen Brücken- und Übersetzfahrzeug M3 von GDELS mit schwedischen und dänischen Flaggen
Pbergabe in Kaiserslautern – Norwegen erhält die M3 von GDELS.
Foto: GDELS

Damit setzen sie sämtliche Fahrzeugtypen einschließlich schwerer Kampfpanzer über. Auch breite Gewässerhindernisse, sogenannte „wide wet gaps“, lassen sich überwinden. Das an Land 80 Stundenkilometer schnelle System kann lauf Bundeswehr in zwölf Minuten zur Fähre umgebaut werden. Auch der Umbau zur Brücke dauert laut GDELS nur wenige Minuten.

Die Leistungsfähigkeit des Systems zeigte sich bereits in der Praxis: Bei der NATO-Übung Dragon 24 schlug das Deutsch/Britische Pionierbrückenbataillon 130 mit M3-Fahrzeugen eine Brücke über die Weichsel, die rund 350 Meter lang war. Über Kuppeladapter arbeitet die M3 zudem mit den Ribbon-Bridge-Systemen zusammen, die unter anderem die US-amerikanischen und deutschen Streitkräfte nutzen.

Weitere Nutzer der M3

Neben der Bundeswehr, welche die M3 ebenso wie das Vereinigte Königreich bereits seit mehreren Jahren einsetzt, nutzen auch Brasilien, Indonesien, Singapur, Taiwan, Lettland, Schweden und Südkorea das System. Dänemark erwartet seine Fahrzeuge ab 2028, auch Spanien hat bestellt.

Das amphibische Brücken- und Übersetzfahrzeug M3 von General Dynamics European Land Systems (GDELS).
Das amphibische Brücken- und Übersetzfahrzeug M3 von General Dynamics European Land Systems (GDELS).
Foto: GDELS

Deutschland und Großbritannien wollen zudem ab 2029 die Weiterentwicklung M3 EVO einführen, die in der Bundeswehr als Schwimmschnellbrücke 2 bezeichnet wird.

Wie der Kommandeur der Brigade 45 im Defence-Network-Interview berichtete, will seine Brigade bei einem erneuten Wide Wet Gap Crossing Ende November erneut eine Gewässerüberquerung mit der M3 in Litauen üben.

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