Akustischer Sensor HARK auf LAV- Panzerhaubitze integriert

Der akustische Sensor HARK des britischen Herstellers ARCANI wurde auf der Plattform Grizzly LAV-Panzerhaubitze (SPH; Self-Propelled Howitzer) von General Dynamics Land Systems–Canada (GDLS-CA) integriert, um das Situationsbewusstsein zur Drohnenabwehr zu verbessern.

Radhaubitze Grizzly von General Dynamics Land Systems und KNDS auf der Rüstungsmesse CANSEC ausgestellt
Die Grizzly LAV-Panzerhaubitze von GDELS-CA auf der CANSEC.
Foto: GDELS

GDLS-CA und Arcani Systems zeigten das System Mitte Juli anlässlich der CANSEC. Damit wurde es offiziell, das akustische Sensorsystem HARK wird auf der kürzlich vorgestellten Grizzly LAV-Panzerhaubitze zum Einsatz kommen. Das System bietet eine passive 360-Grad-Überwachung zur Erkennung anfliegender Drohnen und warnt die Besatzung vor entsprechenden Bedrohungen.

Die Grizzly LAV-Panzerhaubitze, die von General Dynamics Land Systems–Canada auf der CANSEC 2026 im Rahmen des Modernisierungsprojekts für indirektes Feuer der kanadischen Armee vorgestellt wurde, kombiniert eine in Kanada entwickelte LAV-Radpanzerplattform mit dem automatisierten 155-mm-Artilleriegeschützmodul (AGM; Artillerie-Geschütz-Modul) von KNDS Deutschland. Die Plattform präsentiert sich als hochmobiles und geschütztes Artilleriesystem, das für den Feuereinsatz aus der Bewegung in umkämpften Gefechtsfeldern konzipiert ist.

Der HARK-Sensor von Arcani adressiert eine der dringendsten Herausforderungen für Panzer- und Artillerieeinheiten auf dem modernen Gefechtsfeld: die Verbreitung kleiner unbemannter Flugsysteme, darunter FPV-Drohnen, Aufklärungsdrohnen und andere Bedrohungen aus der Luft mit geringer Signatur. Mittels akustischer Sensorik überwacht HARK passiv die charakteristischen Geräuschsignaturen von Drohnen und liefert Frühwarnungen, ohne dabei Hochfrequenzenergie auszustrahlen.

Vertreter des Herstellers Arcani präsentiert während der NATO-Übung Steadfast Dart in Bergen einen Sensor vor zwei Soldaten und Militärfahrzeugen
Ein Vertreter von ARCANI mit dem Sensor in der Hand während der NATO-Übung STEADFAST DART 2026 in Bergen.
Foto: ARCANI

Im Gegensatz zu aktiven Sensoren ist HARK nicht auf Radaremissionen oder HF-Erkennung angewiesen. Dadurch trägt das System auch dann zum Schutz des Fahrzeugs bei, wenn feindliche Drohnen autonom operieren, vorprogrammierte Routen abfliegen oder emissionsarme Taktiken anwenden. Das System ermöglicht eine 360-Grad-Überwachung des Fahrzeugumfelds und unterstützt so das Überleben der Besatzung, die taktische Entscheidungsfindung sowie die Integration in übergeordnete Gefechtsführungs- und Kommandosysteme.

„Moderne Artillerieplattformen sind nicht mehr nur durch Gegenfeuer bedroht“, erklärte Harry Howe, Gründer und CEO von ARCANI. „Sie müssen auch in einem Umfeld bestehen, das von kleinen Drohnen durchsetzt ist, welche hochwertige Ziele lokalisieren, verfolgen und angreifen können. HARK verschafft der Besatzung eine zusätzliche passive Überwachungsebene, die dabei hilft, Drohnenbedrohungen früher zu erkennen und die Mobilität in umkämpften Gebieten zu wahren.“

Diese Fähigkeit demonstriert, wie kompakte akustische Sensorik bestehende Systeme für Fahrzeugschutz, elektronische Kampfführung und Gefechtsführung ergänzen kann. Für selbstfahrende Artilleriesysteme wie den Grizzly LAV, die darauf ausgelegt sind, schnell zu feuern, sich zu bewegen und die Position zu wechseln, kann eine passive Drohnenüberwachung dazu beitragen, die Expositionszeit zu verringern und die Überlebensfähigkeit während des Manövers zu erhöhen.

Radpanzerhaubitze von General Dynamics und KNDS auf der Rüstungsmesse CANSEC ausgestellt
Auf der Rüstungsmesse CANSEC präsentieren General Dynamics Land Systems und KNDS eine Radpanzerhaubitze. Das gezeigte System kombiniert ein gepanzertes Radfahrgestell von General Dynamics mit einem Artillerie-Geschützmodul von KNDS.
Foto: GDELS

HARK wurde als leichtes, modulares Sensorpaket für Verteidigungsanwendungen zu Lande, zur See und an stationären Standorten entwickelt. Das System dient dazu, Drohnenaktivitäten zu erkennen, zu klassifizieren und zu melden, sodass Bediener die genaue Position und Art von Bedrohungen aus der Luft in der Nähe erfassen können, noch bevor Sichtkontakt besteht.

ARCANI ist davon überzeugt, dass passive akustische Sensorik ein wesentlicher Bestandteil einer gestaffelten Drohnenabwehr (Counter-UAS) werden wird. Da Drohnen immer kleiner, kostengünstiger und autonomer werden, benötigen Plattformen, die nahe der Frontlinie operieren, Sensorsysteme, die Bedrohungen erkennen können, ohne die eigene Position zu verraten.

ARCANI ist ein britisches Verteidigungsunternehmen und ein NATO-DIANA-Innovator, der Systeme zur passiven akustischen Sensorik und zur Lageerfassung bei der Drohnenabwehr für militärische und sicherheitsrelevante Anwendungen sowie für den Schutz kritischer Infrastrukturen entwickelt. Der HARK-Sensor (Hostile Acoustic Recognition Kit) nutzt akustische Sensorik zur Erkennung und Klassifizierung von Drohnenbedrohungen und bietet den Bedienern eine Frühwarnung sowie eine omnidirektionale Lageübersicht in komplexen Einsatzumgebungen.

Text: Redaktion / af

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