Bundesheer: kampfwertgesteigerte Leopard 2 und Ulan übernommen

Heute morgen hat die österreichische Verteidigungsministerin Klaudia Tanner gemeinsam mit Rüstungschef Generalleutnant Harald Vodosek die ersten kampfwertgesteigerten Kampfpanzer Leopard 2A4NV und Schützenpanzer Ulan NV von den Herstellern GDELS-Steyr und KNDS an die Truppe übergeben. Das von ihr selbst ausglobte und 561 Millionen Euro schwere „Mech-Pakets” hat damit einen wichtigen Meilenstein erreicht.

Bundesheer: Schützenpanzer Ulan und Kampfpanzer Leopard 2A4 mit Besatzung in den Luken fahren nebeneinander auf einer asphaltierten Fläche
Die ersten kampfwertgesteigerten Schützenpanzer Ulan NV (links) und Kampfpanzer Leopard 2A4NV fahren vor.
Foto: Bundesheer

Auch die Österreicher haben ein Faible für Abkürzungen: So steht das „NV” in der Bezeichnung der heute übergebnenen Leopard 2A4NV und Ulan NV für Nutzungsdauerverlängerung“. Dem ein oder anderen Panzerfahrer dürfte ein NG hinter Leopard und Ulan allerdings besser gefallen. Doch bei Deutschlands südlichem Nachbarland führte die eingeleitete Zeitenwende nicht zu unerschöpflichen Finanzmitteln für die Rüstung.

Dafür wurde Geld in die Handgenommen, um Großgerät des Bundesheeres zu modernisieren. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner hatte die Generalüberholung der beiden Systeme bereits Anfang 2023 verkündet; das Gesamtvolumen der beiden Modernisierungsvorhaben beziffert Rüstungschef Generalleutnant Harald Vodosek laut Militär Aktuell mittlerweile mit mehr als 750 Millionen Euro.

Kampfwertgesteigerte Übergabe beim Bundesheer

Das Ergebnis wurde heute bei einer entsprechenden Übergabe sichtbar. Oberst Michael Lex, Kommandant des Panzergrenadierbataillons 35, begrüßte im Rahmen einer Zeremonie in der Jansa-Kaserne zahlreiche hochrangige Vertreter aus Bundesheer, Politik und Wirtschaft. Die ersten Panzerfahrzeuge Leopard 2A4NV und Ulan NV fuhren vor.

Als eines von zwei Unternehmen arbeitet GDELS-Steyr seit rund drei Jahren an der Nutzungsdauerverlängerung von insgesamt 112 Ulan-Schützenpanzern. Aktuell sollen sich 20 Fahrzeuge im Unternehmen befinden, insgesamt werden 112 Fahrzeuge des 2002 eingeführten Systems modernisiert.

Zu den durchgeführten Maßnahmen gehören laut Ministerium der Tausch der Optiken für Kommandanten, Richtschützen und Fahrer mit moderneren Systemen.  Auch elektronische Komponenten für den Turmantrieb getauscht, die elektrische Anlage saniert und die Laufwerkskomponenten getauscht.

GDELS Schützenpanzer & KNDS Kampfpanzer

Auch KNDS aus Deutschland sorgt für das NV bei insgesamt 58 Kampfpanzern Leopard 2A4NV. Die österreichischen Leopard 2A4  wurden ab kurz vor der Jahrtausendwende gebraucht von den niederländischen Streitkräften übernommen und ersetzten damals den amerikanischen M60A3. Auch hier sollen die Turmhydraulik erneuert und durch Austausch von Optiken die Nachtkampffähigkeit „wiederhergestellt“ werden.

Insgesamt sollen 170 Kettenfahrzeuge im Rahmen des Programms modernisiert werden. Die Umbauten betreffen unter anderem Fahrwerk, Turm, Bewaffnung, Sichtmittel, Bedienplätze und Kommunikationstechnik; der Leopard 2A4NV erhält dabei auch Komponenten aus neueren Leopard-Versionen.

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