„Jetzt wird hier unser modernstes Einsatzmittel betreut: Die P8A Poseidon“, sagte der Kommandeur der Marineflieger, Kapitän zur See Broder Nielsen, heute anlässlich des ersten Technikchecks dieses neuen Seefernaufklärers, der das Kernelement der U-Jagd der Deutschen Marine ist. Und Kapitän zur See Nielsen betonte: „Es ist ein Luftfahrzeug, das nicht nur technologisch auf höchstem Niveau operiert, sondern vor allem ein zentraler Baustein für die Sicherheit unseres Landes und unser Bündnispartner ist.“ Die Wartungsfähigkeit in Deutschland ist dabei ein zentrales Element der Souveränität, ebenso wie die Möglichkeit der Deutschen Marine, bestimmte Wartungsstufen selbst durchzuführen.
Ein Flugzeug muss alle 90 Tage einen planmäßigen Check absolvieren – auch wenn es so neu ist wie der erste Seefernaufklärer P8A Poseidon der Deutschen Marine. Den ersten Check nach 90 Tagen kann die Marine dabei selbst durchführen, für den zweiten Check nach 180 Tagen ging der U-Boot-Jäger jetzt erstmals zur Lufthansa Technik, die für die Wartung der deutschen Flugzeuge verantwortlich ist. Ein solcher Check dauert dabei etwa eine Woche, der große nach 360 Tagen kann auch schonmal zwei Wochen dauern, wurde Defence Network berichtet.
Kurze Wartung dank Standardisierung
Diese kurzen Wartungszeiten konnten dank zwei Voraussetzungen erreicht werden, erfuhr Defence Network während des heutigen Events. Zum einen basiert die P8A Poseidon auf einem zivilen Flugzeug das seit Jahrzehnten zu Tausenden hergestellt wird. Zum zweiten wurde – wahrscheinlich erstmals und einmalig in der Geschichte der Bundeswehr – auf jegliche nationale Sonderwünsche verzichtet. Es gab keine Nationalisierung, keine Germanisierung, dieses Flugzeug ist tatsächlich identisch mit den Poseidon der Briten, der Australier, der Norweger und anderen Nationen. Bis auf eine kleine elektronische Komponente, mit der die USA Daten direkt in ihr System einspeisen, ist es sogar mit den amerikanischen P8A identisch.
Dementsprechend könnten also tatsächlich, sollte Deutschland zur logistischen Drehscheibe werden, auch die Seefernaufklärer anderer Nationen bei der Lufthansa Technik gewartet werden. „Natürlich müssen die entsprechenden Verträge dafür geschlossen werden“, sagte ein Vertreter von Lufthansa Technik gegenüber Defence Network. „Das muss nicht unbedingt mit uns sein, sondern gegebenenfalls auch mit der Bundeswehr oder auf nationaler Ebene. Aber wir sind darauf vorbereitet, durchaus auch andere P8A Poseidon hier bei uns in Hamburg zu machen.“
Lufthansa Technik kann auch Marine
Die ersten Checks an den hochmodernen U-Jagd-Flugzeugen markieren dabei für Lufthansa Technik eine Zeitenwende: Erstmals führt das Unternehmen Arbeiten an einem waffentragenden Flugzeug durch.
„Mit den beiden ersten erfolgreich durchgeführten Checks an einer P8A Poseidon hat Lufthansa Technik bewiesen, dass das Unternehmen auch ‚Marine‘ kann”, sagte Stefan Rauscher, verantwortlicher Gruppenleiter im BAAINBw, beim heutigen Event. „Ich bin sicher, dass wir auch hier die vertrauensvolle, leistungs- und termingerechte Zusammenarbeit etablieren, die wir seit Jahren bei den Transport- und Sonderflugzeugen der Luftwaffe kennen und schätzen.”
U-Jagd mit dem Seefernaufklärer P8A Poseidon
Wie wichtig diese Leistung und Zuverlässigkeit gerade bei den Seefernaufklärern ist, führte Kapitän zur See Nielsen weiter aus: „Die Marineflieger sind von strategischer Bedeutung für unsere Sicherheit. Sie stehen für die Fähigkeit, große Seegebiete schnell und wirksam zu überwachen, U-Boote aufzuklären, zu verfolgen und – wenn nötig – zu bekämpfen. Mit der P-8A Poseidon verfügen wir endlich wieder über so einen weitreichenden, vernetzten und hochmodernen U-Boot-Jäger aus der Luft.“
Die U-Jagd wachse weiter auf – neben den zulaufenden weiteren Seefernaufklärern auch mit neuen Hubschraubern und den ganz aktuell unter Vertrag genommenen unbemannten Systemen. „Diese Modernisierung ist eine sicherheitspolitische Notwendigkeit und gut investiertes Geld in unsere Handlungs- und Bündnisfähigkeit“, betont Kapitän zur See Nielsen.
Nun werde also die erste P8A Poseidon erstmals in Hamburg gewartet. „Der Freien und Hansestadt Hamburg. An dem Ort, wo man die Bedeutung freier und sicherer Seewege ganz besonders zu schätzen weiß. Und hier kommen wir ins Spiel. Denn die Marineflieger sind dafür von strategischer Bedeutung.“
Die Marineflieger besäßen die besondere Fähigkeit, große Seegebiete schnell und sicher zu überwachen sowie U-Boote wirksam aufzuklären und zu bekämpfen. Kapitän zur See Nielsen betonte: „Mit der P8A Poseidon verfügen wir nun endlich wieder über genau diese Fähigkeit, die wir so dringend benötigen: Eine weitreichende, vernetzte und hochmoderne U-Boot-Jagdwaffe aus der Luft.“
Und dieser neue Seefernaufklärer kann nun also bei der Lufthansa Technik national gewartet und somit im Ernstfall souverän betrieben werden. Deutschland hatte im Juni 2021 ursprünglich fünf P8A Poseidon im Rahmen eines Foreign Military Sales (FMS) über die US-Streitkräfte geordert und 2023 drei dieser Seefernaufklärer bestellt, wodurch sich die Anzahl auf insgesamt acht erhöhen wird. Aktuell stehen bereits drei davon bei der Deutschen Marine im Dienst.
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