Bundeswehr erhält Brimstone-Panzerabwehrraketen

Die Bundeswehr plant, die Eurofighter-Flotte der Luftwaffe mit Brimstone-Panzerabwehrlenkraketen zu verbessern. Die Absicht ist schon länger bekannt, jedoch jetzt scheint Bewegung in die Pläne zu kommen. Eine entsprechende 25-Millionen-Vorlage im deutschen Parlament soll im ersten Halbjahr erfolgen. Und noch in diesem Jahr dann der Vertrag mit dem Hersteller MBDA geschlossen werden.
Brimstone geht an die Bundeswehr
Bundeswehr erhält Brimstone-Panzerabwehrraketen
Foto: MBDA

Nach jetzt veröffentlichten Medienberichten solle zunächst 274 Raketen des Typs Brimstone beschafft und anschließend am Eurofighter integriert werden. Die Royal Air Force (RAF) setzt diesen Effektor schon vom Eurofighter/Typhonn aus ein. Zuvor wurde er vom Tornado aus genutzt. Mit der Brimstone-Panzerabwehrlenkwaffe erhalten die Eurofighter die neue Fähigkeit zur Bekämpfung von stationären und beweglichen Bodenzielen. Der Brimstone soll vom Luftfahrzeug aus eine Reichweitevon bis zu 20 km haben.

Deutschland wurde aufgrund der erfolgreichen Verwendung durch Großbritannien in den Einsätzen in Afghanistan und Libyen auf den Effektor aufmerksam. Brimstonekam aber auch gegen ISIS und bei weiteren Missionen zum Einsatz. Mit der Rakete sind laut RAF chirurgische Schläge bei Tag und Nacht gegen stationäre und bewegliche Ziele möglich.

Brimstone beutet übersetzt Schwefel und wurde Ende der 1980er Jahre für die Bedürfnisse der RAF entwickelt. Die Forderung damals: eine Langstrecken-Panzerabwehrwaffe mit einer Reichweite von mindestens 8 km von Luftfahrzeugen aus. Sie sollte genauer und effektiver als die bis dahin eingesetzten „dummen“ Bomben sein und auch gegen bewegliche Ziele wirken können. Nach einer Unterbrechung nahm die RAF das Projekt 1994 wieder auf. Die ursprünglich favorisierte und modifizierte AGM-114 Hellfire konnte die Forderungen jedoch nicht erfüllen. MBDA schloss die Entwicklung 2001 ab.

Mittlerweile sind neben Varianten für Luftfahrzeuge auch Versionen für die Nutzung von Bodenfahrzeugen (LKW, UGVs, Schützenpanzer) oder Schiffen aus verfügbar. Die Waffe ist darauf ausgerichtet, Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und andere Fahrzeuge zu erkennen und bekämpfen. Die Brimstone kann einzeln oder in Salven eingesetzt werden. Abgesetzt als Salve sucht jede Brimstone sich dann selbstständig ihr eigenes Ziel im Zielgebiet. Zur Zielsuche nutzt die Brimstone eine aktive Laser- und Radarsteuerung, zusammen mit einem digitalen Autopiloten und einem Trägheitsnavigationssystem. Dank seiner begrenzten Größe können die Luftfahrzeuge an den Hard-Points bis zu drei Raketen mitführen. Die maximale Geschwindigkeit soll bei Mach 1,3 liegen. Die Rakete hat eine Tandemhohlladung mit einer 300-g-Vorladung und einer 6,2-kg-Hauptladung; diese kann auch moderneReaktivpanzerungen durchschlagen, so der Hersteller.

Mittlerweile wurde dir Brimstone auch an die Ukraine geliefert. Dort wird sie als Boden-Boden-Effektor und zur Seeverteidigung eingesetzt. In der Ukraine kommt die Waffe dabei auf unterschiedlichsten Plattformen zum Einsatz. U.a. auf dem WOLFRAM, einem High Mobility Transporter (HMT) 6×6 des britischen Herstellers Supacat. Als Bewaffnung dient ein Achtfach-Brimstone-Werfer des Herstellers MBDA UK, welcher auf der Ladefläche integriert ist.

Weitere Nutzer des Waffensystems sind Saudi-Arabien und Spanien. Beide auf Eurofighter. Die USA sollen Waffen zu Testzwecken beschafft haben. Neben Deutschland hat auch Polen Interesse an einer Nutzung bekundet, hier jedoch für den Schützenpanzer Ottokar Brzoza. Auch soll die Eurodrohne diesen Effektor einsetzen könne. Diese wird gemeinsam von Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien entwickelt.

Andre Forkert

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