Bundeswehr stellt Drohnenregiment im Heer auf

Navid LinnemannNavid Linnemann

Die Bundeswehr stellt im Laufe des Jahres 2027 ihr erstes Drohnenregiment auf. Der selbstständige Verband innerhalb des deutschen Heeres soll Aufklärung und Wirkung mit unbemannten Systemen bündeln und Reichweiten von bis zu 500 Kilometern abdecken. Verteidigungsminister Boris Pistorius und Heeresinspekteur Generalleutnant Dr. Christian Freuding stellten die Pläne bei der Experimentalserie Land auf dem Truppenübungsplatz Bergen vor.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (rechts) und Generalleutnant Dr. Christian Freuding verkündeten heute auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen die Aufstellung des ersten Drohnenregiments der Bundeswehr.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (rechts) und Generalleutnant Dr. Christian Freuding verkündeten heute auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen die Aufstellung des ersten Drohnenregiments der Bundeswehr.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Das neue UxS-Regiment soll nach Angaben des Ministers Teil der Divisionstruppe der Division 2025, der 10. Panzerdivision werden. Dort wird das neue Drohnenregiment eng mit Panzertruppe, Panzergrenadieren, Artillerie und Jägern zusammenarbeiten. Der Divisionskommandeur erhält damit laut Minister ein Mittel, um auch unbemannt Schwerpunkte in seiner Operationsführung zu setzen.

Konkret soll der neue Verband Aufklärung und Wirkung „von der Nächstdistanz bis zu 500 Kilometer Entfernung“ leisten. Dazu sollen unterschiedliche fliegende, aber eben auch Landsysteme eingeschlossen werden. Zusätzlich soll eine eigene Kompanie für den elektromagnetischen Kampf im Drohnenregiment aufgestellt werden.

Drohnenregiment ab 2027

„Für das Heer ist das heute ein großartiger Tag“, erklärte Generalleutnant Dr. Freuding. „Mit der Aufstellung des neuen UxS-Regimentes machen wir einen Riesenschritt in Richtung Kriegstüchtigkeit.“

Rheinmetall-Geländefahrzeug mit fernbedienbarer Waffenstation bei einer Vorführung mit Bundeswehrsoldaten und Gästen im Freien
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (mitte) und der Heeresinspekteur, Generalleutnant Dr. Christian Freuding (rechts), lassen sich unbemannte Lösungen erklären – hier das Radfahrzeug Hermelin von Rheinmetall, welches auf dem Truppenübungsplatz Bergen unbemannt fuhr.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Beim Zeitplan und Umfang nannte der Heeresinspekteur konkrete Eckdaten: Bis Ende 2027 soll eine erste Befähigung mit rund 300 Soldatinnen und Soldaten erreicht werden, die Zielstärke liegt danach bei etwa 600. Der Standort ist noch offen und hängt von den infrastrukturellen Voraussetzungen ab, da das Regiment möglichst viele Fähigkeiten selbst testen und fliegen können soll.

Über welche Systeme das neue Drohnenregiment verfügen soll, steht noch nicht fest. „Das wird die Aufgabe unserer nächsten Wochen sein“, erklärte Generalleutnant Dr. Freuding. „Ich hoffe, dass wir da im Frühjahr die entsprechende Beschaffungsentscheidungen so treffen können, dass wir die Anfangsbefähigung in 2027 auch hinbekommen.“

Experimentalserie Land in Bergen

Parallel verfolgt das Heer einen zweiten Weg, wie Generalleutnant Dr. Freuding betonte: Unbemannte Systeme sollen nicht nur im neuen Drohnenregiment, sondern auch in den Strukturen bestehender Einheiten und Verbände tief integriert werden. „Da haben wir entschieden“, so der Heeresinspekteur, „dass wir bereits im Verlauf des Jahreswechsels 26/27 beginnen werden, in drei Verbänden des Heeres – einmal in der Jägertruppe, einmal in der Aufklärungstruppe und einmal in der Panzertruppe mit dem Aufbau unbemannter Systeme zu beginnen.“

Auf der EUDEX zeigte Scania nicht nur einen eigenen Lkw, sondern auch den darauf integrierten Seitenlader HAMMAR XXL36 und einen Condok-Container.
Das UGV Wolf G1 des Herstellers Alpha Robotics und GDELS ist eines der zahlreichen Systeme, die bei der Experimentalserie Land getestet werden.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Zudem will die Bundeswehr ihr Beschaffungssystem weiter umstellen. Pistorius bekräftigte den Willen der deutschen Streitkräfte, weniger auf Herstellerangaben zu vertrauen, als Systeme zuerst zu erproben und auf Zuverlässigkeit, Lieferfähigkeit und vor allem Integrierbarkeit zu prüfen. Die Experimentalserie des Amtes für Heeresentwicklung sei da ein wichtiger Baustein.

„Wir haben fest vor“, schloss Generalleutnant Freuding, „dass – wenn sich dieses Regiment für die Division 2025 bewährt – das auch in den anderen Divisionen des Heeres zu etablieren. Wir freuen uns auf diese Zukunftsaufgabe und gehen Sie mit voller Energie an.“

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