18 Loitering Munition (LM) vom Typ FV-014 sollen aus einem Standardcontainer ausgebracht werden können – so die Idee von Rheinmetall. Auf der Eurosatory in Paris zeigten die Düsseldorfer gestern eine Lösung, die dank digitaler Vernetzung vom Sensor bis zum Effekt Wirkung an die Front bringen soll. Bezeichnet wird das Produkt als Containerized Missile Launcher (CML).
Wenn man an fliegende Effektoren denkt, die in großer Masse aus einem Container aufsteigen, dann kommt man schnell auf die erfolgreiche Operation Spiderweb, mit der die Ukraine russische Hochwertziele ausschalten konnte.
Ob Rheinmetall sich davon hat inspirieren lassen oder der 20’-Container einfach der nächste logische Schritt war, ist nicht bekannt. Fakt ist jedoch, dass der Werfer als eigenständige, vernetzte Wirklösung konzipiert wurde und laut Rheinmetall sowohl stationär als auch von Fahrzeugen, Schiffen oder Eisenbahnwaggons aus betrieben werden kann.
„Innerhalb des Launchers können wir bis zu 18 unserer eigenen oder von Drittanbietern stammenden Raketen oder Loitering-Munition in einer taktisch einsetzbaren Lösung unterbringen“, erklärte Dr. Timo Haas, Chief Digital Officer bei Rheinmetall, bei der Enthüllungszeremonie. Gezeigt wurde das System mit der bereits von der Bundeswehr beschafften LM FV-014.
Mit dem Containerized Missile Launcher (CML) erweitert Rheinmetall sein Portfolio im Bereich Loitering Munition um eine neue Startplattform. „Eine einzelne Loitering-Munition ist nicht wirklich das Wesentliche“, so Haas weiter. Ziel sei es gewesen, „verschiedene Arten von einsetzbarer Munition in einer integrierten Lösung näher an die Front zu bringen“.
Kern des Konzepts ist die Einbindung in den digitalen Wirkverbund des Unternehmens. Haas verwies auf einen durchgängigen Workflow „von Weltraum-, Aufklärungs- und Überwachungsdaten bis hin zu einem C2-System“.
CML verfolgt einen integrierten Ansatz
Der CML sei Teil einer „vollständig digitalen Netzwerkarchitektur“, die Aufklärung, Führung und Wirkung miteinander verbinde. Die technische Grundlage bildet die Rheinmetall Battlesuite, über die Sensoren, Führungsmittel und Wirksysteme über offene Schnittstellen vernetzt werden können.
Der Containerwerfer verfügt zudem über ein integriertes Feuerleit- und Kommunikationssystem, eine eigene Energieversorgung sowie autonome Betriebsmodi. Dadurch kann das System über längere Zeiträume im Bereitschaftsmodus verbleiben und bei Bedarf ferngesteuert aktiviert werden – auch das erinnert wieder an die Operation Spinnennetz.
Besonderes Augenmerk legten die Düsseldorfer nach eigenen Angaben auf den möglichen Einsatz von Loitering Munition als „Schwarm“. Im Sinne des Einsatzes der FV-014 meint Schwarmfähigkeit hier den gleichzeitigen Start und die Führung mehrerer Systeme durch einen Operator.
Mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern und einer Einsatzdauer von bis zu 70 Minuten richtet sich das System insbesondere an Streitkräfte, die nach kostengünstigen und schnell verlegbaren Präzisionswirkmitteln suchen.
Mit der Kombination aus CML, FV-014 und Battlesuite demonstriert Rheinmetall auf der Eurosatory nicht nur einen neuen Werfer, sondern einen umfassenden digitalen Wirkverbund. Das Unternehmen verfolgt damit nach eigenen Angaben das Ziel, Sensoren, Führungsinformationen und Effektoren in einer gemeinsamen Architektur zusammenzuführen und so die Reaktionszeiten auf dem Gefechtsfeld deutlich zu verkürzen.
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