„Bei der Standortsuche waren die sehr komplexen Anforderungen für das Waffensystem zu berücksichtigen“, berichtet das BMVg und führt weiter aus: „Das Arrow-Luftverteidigungssystem ist ein rein defensives System und ermöglicht die frühzeitige Warnung und den Schutz der Bevölkerung, kritischer Infrastruktur und unserer Streitkräfte. Deutschland hat aufgrund der zentralen Lage in Europa eine besondere Rolle für die Aufnahme, den Transit und die Versorgung von alliierten Streitkräften im Falle eines Konfliktes an der Ostflanke des Bündnisses. Das Arrow-Luftverteidigungssystem schützt auch diese ‚logistische Drehscheibe‘ als Basis der NATO-Verteidigungspläne. Die ‚Einsatzstellung Süd‘ stärkt die Fähigkeit des Arrow-Luftverteidigungssystems, ballistische Raketen oberhalb von 100 km Höhe zu erkennen und durch kinetische Aufprallenergie abzuwehren.“
Der Name Arrow bezieht sich dabei auf die Abfangflugkörper, während das Luftverteidigungssystem insgesamt offiziell „Arrow Weapon System for Germany“ (AWS-G) heißt. Die Germanisierung des bewährten israelischen Systems wurde notwendig, um die Abfangflugkörper für die kälteren deutschen Temperaturen zu befähigen. Genauer gesagt wurden Heizspiralen an den Interceptoren angefügt.
Die Reichweite von Arrow 3 beträgt rund 2.400 km. Als Standort des ersten Systems wurde der Fliegerhorst Holzdorf in Schönewalde (Brandenburg) gewählt, das dortige System wurde im Dezember 2025 in Dienst gestellt (wir berichteten). Nun folgt also Kaufbeuren in Bayern als zweiter Standort.
Der Gesamtwert des deutschen Arrow 3-Vertrags wird voraussichtlich 6,5 Milliarden US-Dollar übersteigen und ist damit der größte Rüstungsexportvertrag in der Geschichte des Staates Israel. Es gab aber auch kaum Alternativen, um die deutsche Luftverteidigung schnell aufzubauen. Arrow gilt als aktuell performantestes Raketenabwehrsystem der westlichen Welt, auch weil die Abfangflugkörper stetig anhand der Erfahrungen Israels mit den andauernden Angriffen durch muslimische Staaten sowie Terroristen weiterentwickelt wurden.
Arrow 3 in Bayern
„Wir danken Ministerpräsident Dr. Markus Söder und der Bayerischen Staatsregierung für ihre konstruktive Begleitung und Unterstützung“, betonte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, heute bei der Verkündung des neuen Standorts Kaufbeuren. „Bayern ist seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner der Bundeswehr; die enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Land und den beteiligten Behörden hat maßgeblich zum Gelingen dieses Projekts beigetragen.“
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