Der unbemannte Elektronische Kampf

Der Luftkampf der Zukunft – so jung diese Teilstreitkraft auch ist – erfährt aktuell einen enormen Wandel. Künstliche Intelligenz und unbemannte Systeme unterstützen die künftigen Pilotinnen und Piloten, doch wie die Technologien und die Strategien praktisch zu implementieren sind, das wird im Rahmen des trinationalen Programms Next Generation Weapon System (NGWS) noch zu definieren sein.

Der Fighter der Zukunft wirkt mit unbemannten Systemen.
Der Fighter der Zukunft wirkt mit unbemannten Systemen.
Foto: Sascha Schuermann

Eines ist jedenfalls schon sicher: Die Fähigkeiten werden nicht alle auf den bemannten Fightern implementiert. Dieser wird vielmehr ein Command Fighter, der die Fähigkeiten der unbemannten Remote Carrier einsetzt. So definieren im Grunde die Remote Carrier die Rolle des jeweiligen Schwarms.

Auch wenn dies nach Zukunftsvisionen aus Hollywood klingt, so weit weg ist es nicht mehr. NGWS soll 2040 fliegen. Das sind nur 13 Jahre von jetzt an, für einen solch enormen Technologiesprung im Luftfahrtbereich ein Katzensprung. Bis dahin sollen zudem einzelne Elemente – wie die Remote Carrier – mit den vorhandenen deutschen Luftkampfsystemen F-35 und Eurofighter verbunden werden.

Nun warfen einzelne Redner während des FCAS Summit durchaus die Frage auf, wie mit den Rollen des Eurofighters umzugehen ist. Schließlich existieren bereits sogenannte Wingmen, in die Sensoren oder Effektoren integriert werden könnten. Aktuell untersucht das BAAINBw vor allem die Möglichkeiten eines unbemannten Wingman für den Elektronischen Kampf, konnte cpm Defence Network am Rande des FCAS Summit erfahren. Statt also den Eurofighter zum Elektronischen Kampf (EK) zu befähigen, könnten die finanziellen Mittel zur Entwicklung und Einführung eines EK-Wingman genutzt werden – und damit auch Ergebnisse für FCAS liefern.

Allerdings gab der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages erst vor einer Woche die Mittel zur Finanzierung der ersten Phase zur Befähigung des Eurofighter für den Elektronischen Kampf frei, womit der Eurofighter den Tornado auch in der Version Electronic Combat and Reconnaissance (ECR) ablösen soll. Es bleibt daher abzuwarten, welchen Weg die Bundeswehr und das BAAINBw in der luftgestützten Fähigkeit zum Elektronischen Kampf am Ende geht. Sicher ist allerdings, spätestens mit NGWS wird es auch Remote Carrier Elektronischer Kampf geben. Die Zukunft ist unbemannt.

Dorothee Frank

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DrohnenDrohnenschwarmEKelektronischer KampfFCASLuftwaffeNGWSRemote CarrierSchwarmbildung

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