Nach übereinstimmenden Agenturmeldungen will die Bundesregierung 40 Prozent der Anteile am europäischen Rüstungskonzern KNDS übernehmen. Der bereits seit Wochen diskutierte Deal sorgt für einen Ausgleich mit Frankreich und ebnet den Weg für einen der größten deutschen Börsengänge des Jahres.
Die schwarz-rote Koalition soll sich nach wochenlangen Verhandlungen auf einen Einstieg beim deutsch-französischen Panzerhersteller KNDS geeinigt haben. Der Bund übernimmt demnach 40 Prozent der Unternehmensanteile und soll sich damit nach niederländischem Recht den gleichen Einfluss sichern wie der französische Staat. Bundeskanzleramt und Bundeswirtschaftsministerium wollten zuvor lediglich 30 Prozent erwerben.
Innerhalb von zwei bis drei Jahren soll der bundesdeutsche Anteil dann auch auf 30 Prozent reduziert werden, wobei das Mitspracherecht am Unternehmen erhalten bleiben sollen. Die Bundesregierung hoffe zudem, dass Frankreich seine Beteiligung ebenfalls entsprechend verringern wird. Frankreich hält die Anteile bereits seit der Fusionierung von NEXTER und KMW vor rund zehn Jahren. Die deutschen Anteile verblieben bei der Wegmann-Gruppe, hinter der die deutschen Familien Bode und Braunbehrens stehen. Diese wollen nun aus der Panzerschmiede aussteigen.
Börsengang von KNDS in Sicht
Mit der Entscheidung macht Deutschland außerdem den Weg frei für einen milliardenschweren Börsengang des Rüstungskonzerns. KNDS plant, bis zu 20 Prozent der Anteile an den Börsen in Frankfurt und Paris zu platzieren. Das Unternehmen mit Sitz in Amsterdam, das unter anderem die Kampfpanzer Leopard, den Schützenpanzer Puma und den Radpanzer Boxer herstellt, könnte mit 18 bis 20 Milliarden Euro bewertet werden. Es wäre damit einer der größten Börsengänge in Deutschland in diesem Jahr.
Der Kaufpreis für die Bundesbeteiligung soll sich am Ausgabepreis der Aktien beim geplanten Börsengang orientieren. Die Entscheidung stärkt die strategische Position Deutschlands in der europäischen Rüstungsindustrie und sichert dem Bund langfristig Mitspracherechte bei einem der wichtigsten Panzerherstellern Europas. Offen bleibt die Frage der konkreten Umsetzung und des genauen Zeitplans für den Börsengang.
Text: Redaktion
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