Grundlage bieten die e-Bikes des Start-Up e-boost aus Freiburg. D.E.S. Defence modifiziert das Bike dann nach kundenspezifischen und militärischen Ansprüchen. Ziel ist eine sehr leichte Auslegung. Bei 70 kg Gesamtgewicht (inkl. Akku) lässt sich das Bike auch am Heck eines 4×4 mitführen. Ohne Akku liegt das Gewicht bei 50 kg.
Damit lässt sich das e-Bike durch zwei Einsatzkräfte auch einmal über eine Mauer oder einen Zaun heben. Die Nutzlast liegt bei 150 kg. Ein Akku-Wechsel oder Ausbau benötigt für geschultes Personal nur 10 Sekunden. Es stehen zwei 72V Akku-Größen zur Auswahl, der kleinere reicht für 100 km, der größere für 130 km. Eine Aufladung von 20% auf 80% dauert rund 45 Minuten. Je nach Auslegung werden die Führerscheinklassen L1e (25 km/h) oder L3e (125er Klasse bis 90 km/h) benötigt.
Taktische Vorteile durch e-boost
E-Bikes sind im Grunde von Hause aus lautlos, zumindest was den Motor angeht. Aber die Abrollgeräusche der Reifen und vor allem die Kette sorgen für Geräuschemissionen. Darauf wurde durch die Entwickler ein besonderes Augenmerk gelegt. Eine direkte Kraftübertragung des e-Antriebs mit der Kette auf das Hinterrad wurde besonders leise gestaltet.
Dank des geringen Geräuschniveaus wird ein Silent Move Modus angeboten. Die Herausforderung bei den Hochleistungs-Bikes: Die Motoren drehen sehr schnell und damit auch die Kette, dies führt zu Geräuschen, die hier aber eliminiert werden konnten. Die Leistung des e-Antriebs wird über eine Software gesteuert und so den Missionsprofilen nach angepasst. Über eine App besteht eine Smart Connection, die die Fahrzeugdaten anzeigt, als Diebstahlschutz dient und die Fahrzeugsettings einstellen läßt.
Im Rahmen der militärischen Anpassung wurde das e-Bike mit einer Nachtsicht-IR-Tarnbeleuchtung nach VG-Norm ausgestattet, genauso wie mit einem Blackoutschalter. Die Fahrzeuganzeige soll in Zukunft noch so angepasst werden, dass die Anzeig mit Nachtsichtbrillen ablesbar ist. Über Anschraubpunkte lassen sich Molle-Systeme und damit Taschen und Waffenhalterungen anbringen.
Ebenfalls durch D.E.S. Defence angedacht ist die Platzierung einer Drohne auf einer Gepäckbrücke am Sattel. Diese kann bei Bedarf zur Aufklärung vorausfliegen, oder per Tracking das Bike aufklärend automatisch begleiten. Eine Herausforderungen dabei dürften schnelle Richtungswechsel während der Fahrt sein. Dieser Lösungsansatz war in Nürnberg noch nicht zu sehen.
Seit vier Monaten ist das e-boost-Bike bei der Bundeswehr und den Spezialkräften in Schweden in der Erprobung. Das e-boost Bike hat im vergangenen Jahr bereits mehrere Weltcups im zivilen Bereich gewinnen können.
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