Enforce Tac: MBDA zeigt Panzerabwehr-UGV

MBDA Deutschland (Stand 9-338) zeigt in Kooperation mit ARX Robotics das Unmanned Ground Vehicle (UGV) GEREON in einer Panzerabwehrvariante. Laut MBDA handelt es sich um eine Konzeptstudie. Zur Panzerabwehr wird das UGV GEREON von ARX Robotics mit dem ENFORCER X Effektor von MBDA ausgestattet. Damit wird das unbemannte Fahrzeug zur Panzerabwehr befähigt. Auf der Enforce Tac feiert das System Weltpremiere.

UGV GEREON mit zwei Werferebenen á vier ENFORCER. Ansicht von vorne und in Abschussposition.
UGV GEREON mit zwei Werferebenen á vier ENFORCER. Ansicht von vorne und in Abschussposition.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Die Integration des ENFORCER und der zukünftigen Panzerabwehrvariante ENFORCER X auf der unbemannten Bodenplattform GEREON ermöglicht neue Potentiale:

  • Skalierbare und präzise Bekämpfung von leicht und schwer gepanzerten, sowie beweglichen Zielen auf Distanzen bis rund 2.000 m
  • Schutz durch Abstandsfähigkeit durch zukunftsweisenden Manned-Unmanned-Teaming Ansatz
  • Sicherung der technologischen Souveränität innerhalb Europas

Der Effektor

Der ENFORCER ist ein leichtes, schultergestützes Lenkflugkörpersystem. Der Effektor wird von der Bundeswehr unter dem Namen „Leichtes Wirkmittel 1800+“ beschafft. Das Lenkflugkörpersystem soll die eingesetzten Soldaten befähigen, ihren Auftrag in einem Wirkbereich bis über 1.800 Meter unter allen auftretenden Einsatzbedingungen bei Tag und bei Nacht mit einer hohen Ersttrefferwahrscheinlichkeit zuverlässig, effizient und effektiv durchzuführen.

Das Zielspektrum umfasst sowohl stationäre als auch sich bewegende Ziele, Ziele in gedeckter oder teilgedeckter Stellung sowie in Infrastrukturen, gegen die reaktionsschnell und präzise die erforderliche Wirkung erzielt werden muss.

ENFORCER X als schultergestützte Version. ENFORCER und ENFORCER X sehen von außen identisch aus, nur der Gefechtskopf unterscheidet sich.
ENFORCER X als schultergestützte Version. ENFORCER und ENFORCER X sehen von außen identisch aus, nur der Gefechtskopf unterscheidet sich.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Die modulare Systemarchitektur des Lenkflugkörpers bietet Möglichkeiten, den Lenkflugkörper mit geringem Entwicklungsaufwand für weitere Anwendungsmöglichkeiten in den Erbringungsdimensionen Land, Luft und See anzupassen. Beispielsweise kann der Multi-Effekt-Gefechtskopf durch einen panzerbrechenden Gefechtskopf ausgetauscht oder der Flugkörper zur Bewaffnung eines leichten UAS eines Landfahrzeuges oder Bootes ausgelegt werden.

Auf dieser Basis wird auch der ENFORCER X entwickelt. Dieser wird über einen über einen Gefechtskopf mit Tandem-Hohlladung verfügen. Damit kann er auch stark gepanzerte Fahrzeuge bekämpfen. Im Vergleich, der „normale“ ENFORCER nutzt einen Gefechtskopf mit Multimode-Zünder. Beide Gefechtsköpfe kommen von TDW Gesellschaft für verteidigungstechnische Wirksysteme mbH aus Schrobenhausen, und damit von der Tochtergesellschaft der MBDA Deutschland.

Blick in die Werferebene mit vier ENFORCER. So ist ein schnelles Nachladen möglich.
Blick in die Werferebene mit vier ENFORCER. So ist ein schnelles Nachladen möglich.
Foto: CPM / af

Das UGV GEREON soll in einer anderen bewaffneten Variante bereits in größeren Stückzahlen in der Ukraine im Einsatz sein. Hier aber wohl nicht mit einer Panzerabwehrrakete, sondern einer fernbedienbaren Waffenstation. Das UGV kann fernbedient, autonom oder teil-autonom agieren, bei einer Funkverbindung in einer Entfernung von bis zu 5 km.

Andere Kommunikationsmittel lassen jedoch auch eine deutlich weitere Beyond line-of-sight (BLOS) Nutzung zu. Das System soll eine maximale Reichweite von 40 km pro Aufladung haben und Nutzlasten bis maximal 500 kg aufnehmen können. Vor Ort wurde das UGV mit zwei Werferebenen mit je vier ENFORCER gezeigt. Bei der Nutzlast wären zwar deutlich mehr vom Gewicht her möglich, aber ein höherer Aufbau würde den Schwerpunkt verlagern und das Fahrzeug im Gelände instabil machen.

MBDA zeigte vor Ort am Stand auch die Art der Nachladung, Deckelfach auf, verschossene ENFORCER entnehmen, neue einlegen und fertig. Damit wäre zumindest der Effektoranteil in wenigen Minuten wieder einsetzbereit. Das UGV hat eine maximale Geschwindigkeit von 15 km/h und eine Stand-by Zeit von 72 Stunden.

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