FCAS wurde intern schon länger als gescheitert betrachtet, nur offiziell gestorben war das Projekt bisher noch nicht. Dies soll sich nun geändert haben. Das Handelsblatt berichtet: „Kanzler Merz hat entschieden: Es wird keine Zusammenarbeit zwischen Airbus und Dassault beim Flugzeugbau geben.“
Das Gesamtprojekt „Future Combat Air System“ (FCAS) ist allerdings weit mehr als ein Kampfflugzeug. Es ist ein Luftkampfsystem der Zukunft, das in seinen acht Technologiesäulen alle wichtigen Aspekte behandelt, inklusive Manned-Unmanned-Teaming (MUM-T) mit den ebenfalls im Programm zu entwickelnden unbemannten Systemen, dort Remote Carrier genannt. Hinzu kommen Sensoren, Kommunikation sowie die Entwicklung einer Combat Cloud.
Insgesamt acht Technologiesäulen bestimmten die beiden Länder Deutschland und Frankreich hierfür, alle sollten dann durch die erste und wichtigste Säule – das Kampfflugzeug, „Next Generation Weapon System“ (NGWS) genannt – zusammengeführt werden. Ein Scheitern jeder anderen Säule würde das Programm also nicht so weit zurückwerfen wie das des NGWS.
Doch in genau diesem Szenario befindet sich die Bundeswehr augenscheinlich aktuell. Das Handelsblatt schreibt: „Das deutsch-französische Vorhaben, gemeinsam mit Spanien einen Kampfjet der sechsten Generation zu entwickeln, ist endgültig gescheitert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron erläutert, dass der Bau eines gemeinsamen Flugzeugs ‚nicht fortgesetzt wird‘, erfuhr das Handelsblatt aus der Bundesregierung. Damit endet eine jahrelange Hängepartie.“
Dassault hatte den Lead beim Kampfflugzeug und sollte eigentlich mit Airbus partnern, doch genau daran scheitert es. Dassault sah augenscheinlich nicht genug Gewinn in einem Wissensaustausch mit dem ewigen Konkurrenten, verweigerte wichtige Vertragszeichnungen.
F-35 als erstes FCAS-Element
Bundeswehr-intern stand deswegen schon länger fest, dass FCAS wenn überhaupt dann nicht fristgerecht kommt. Ein Soldat betonte gegenüber Defence Network: „Die F-35 ist der erste Teil von FCAS.“ Demnach sei beispielsweise in Bezug auf Remote Carrier bzw. Loyal Wingman bereits vermehrt mit Eurofighter und F-35 geplant worden. Doch gleichzeitig ist der Eurofighter ein Auslaufmodell. Er ist ein Produkt des letzten Jahrtausends und weder digital genug noch zur notwendigen Vernetzung befähigt. Die F-35 ist wiederum ein amerikanisches Kampfflugzeug, kein europäisches.
Wie es weitergeht steht laut den Informationen des Defence Network noch nicht fest, außer dem nun gescheiterten deutsch-französischen FCAS befindet sich allerdings ein weiteres europäisches Kampfflugzeug in der Entwicklung: Tempest. Rein theoretisch wäre auch eine Zusammenarbeit mit Schweden möglich. Auf der ILA wird sich vermutlich zeigen, wie es mit der Entwicklung weitergeht. Das Defence Network wird live vor Ort berichten.
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