Auf der BVL Supply Chain CX 2026 standen zwei Panels im Zeichen der Sicherheitspolitik: zivil-militärische Logistikpartnerschaften und die Cyber-Abwehr von Lieferketten. Defence Network war vor Ort und hat sich angesehen, wo es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ziviler und militärischer Welt gibt.


Die Leitfrage lautete, was zivil-militärische Logistikketten im Alltag und im Ernstfall zuverlässig funktionieren lässt. Anhand von Best Practices und Lessons Learned sollte das Panel zeigen, welche Kooperationsmodelle zwischen zivilen Akteuren und militärischen Bedarfsträgern tragen.
Themen waren Rollen und Verantwortlichkeiten, Standards, sichere Daten- und Schnittstellen sowie der Informationsaustausch. Ergebnisse einer aktuellen Studie von BVL und Strategy& zur Defense Logistics unter Logistikdienstleistern ergänzten die Diskussion. Daraus sollten sich Prioritäten für Investitionen, Partnerwahl und Umsetzung ableiten lassen, damit solche Partnerschaften resilient, rechts- und cybersicher sowie technologisch anschlussfähig werden.
Lieferketten im Visier: Cyber-Governance statt Flickwerk
Am späten Nachmittag folgte auf der Kaleidoscope Stage das zweite Panel, „Lieferketten im Visier – Cyber-Governance statt Flickwerk“. Alpha Barry, Vorstand der secida AG, moderierte. Diskutiert haben Manuel Bach, Referatsleiter Cybersicherheit bei kleinen und mittleren Unternehmen im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, und Generalleutnant Michael Vetter, Abteilungsleiter Innovation und Cyber im Bundesministerium der Verteidigung. Die Unternehmensperspektive brachten Hannelore Mayr, Geschäftsführerin von CIM, und Petra Schlör, Chief Information Security Officer bei SSI SCHÄFER, ein.

Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass die Digitalisierung Supply Chains schneller und resilienter, aber auch angreifbarer macht. Das Panel sollte beleuchten, wie sich Unternehmen, ihre Produkte und Lieferketten als kritische Infrastruktur gegen Angriffe von Kriminellen und mutmaßlich (quasi-)staatlichen Akteuren schützen können.
Gefragt wurde nach den strategischen Linien und Unterstützungsangeboten der Behörden, nach den militärischen Lagebildern und Prinzipien, die die Bundeswehr einbringt, und nach den Governance-, Rollen- und Entscheidungsmodellen, die Unternehmen auf Top-Level brauchen. Die Veranstalter verstehen den Austausch als Orientierungsraster, um Prioritäten zu schärfen und nächste Schritte abzuleiten.
Text: Christian Lauterer
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