Hanwha Aerospace aus Südkorea plant eine langfristige strategische Investition in Deutschland bis 2030. Dazu gehören auch neue Produktionsstätten für Verteidigungsgüter und ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Ostdeutschland. Die geplanten Anlagen werden moderne Verteidigungsfähigkeiten unterstützen, darunter Raketen- und Luftabwehrsysteme, und zudem Möglichkeiten für gemeinsame Entwicklungsprojekte, lokale Fertigung sowie potenzielle Joint Ventures mit deutschen Unternehmen bieten. Ein Gipfel in Berlin kommende Woche könnte die Weichen stellen, damit Deutschland zu Hanwhas zentralem Produktions- und Technologiestandort für seine europäischen Aktivitäten werden kann.

Deutschlands Bemühungen zur Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeiten konzentrieren sich zunehmend nicht nur auf die militärische Beschaffung, sondern auch auf die industriellen Kapazitäten, die erforderlich sind, um die Produktion aufrechtzuerhalten, kritische Lieferketten zu sichern und den sich wandelnden Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden.
Russlands Krieg gegen die Ukraine hat die Bedeutung von Produktionsumfang, zuverlässiger Lieferung und der Fähigkeit, die Rüstungsproduktion langfristig aufrechtzuerhalten, deutlich gemacht. In ganz Europa suchen Regierungen und Industrie nach Wegen, die Produktionskapazitäten zu erweitern und gleichzeitig die technologische Wettbewerbsfähigkeit und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Für Deutschland, eine der führenden Industrie- und Technologiemächte Europas, stellt dies sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar. Seine fortschrittliche Produktionsbasis, sein ingenieurtechnisches Know-how und sein umfangreiches Zulieferernetzwerk bilden eine solide Grundlage für die Stärkung der industriellen Fähigkeiten im Verteidigungsbereich.
Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, sind jedoch weitere Investitionen und eine engere industrielle Zusammenarbeit erforderlich – nicht nur innerhalb der Europäischen Union, sondern auch mit vertrauenswürdigen Partnern außerhalb der EU, die bewährte Technologien, Fertigungskompetenz und langfristiges Kapital einbringen können.
Aufbau einer industriellen Präsenz in Deutschland
Vor diesem Hintergrund plant Hanwha Aerospace, Südkoreas größter Rüstungshersteller, eine langfristige strategische Investition in Deutschland bis zum Jahr 2030, wobei der Schwerpunkt auf dem Aufbau lokaler Fertigungs- und F&E-Kapazitäten im Bereich der Verteidigungsindustrie in Ostdeutschland liegt.

Die geplanten Anlagen sollen fortschrittliche Verteidigungsfähigkeiten unterstützen, die auf die sich wandelnden Sicherheitsanforderungen sowie den Modernisierungsbedarf im Verteidigungsbereich in Deutschland und Europa zugeschnitten sind; zu den potenziellen Tätigkeitsbereichen zählen unter anderem Raketen- und Luftabwehrtechnologien.
Die Investition wird voraussichtlich in der Anfangsphase rund 300 qualifizierte Arbeitsplätze schaffen, darunter Stellen in den Bereichen Fertigung, Ingenieurwesen und Forschung, und im Laufe des Projekts weitere Möglichkeiten für lokale Zulieferer und Dienstleister eröffnen.
Über die eigenen Standorte hinaus prüft Hanwha Möglichkeiten für gemeinsame Entwicklung, lokale Fertigung und technologische Zusammenarbeit mit deutschen und europäischen Unternehmen, einschließlich potenzieller Joint Ventures, bei denen sich komplementäre Kompetenzen und strategische Interessen decken.
anwha Defence Deutschland (HDD), die deutsche Tochtergesellschaft des Unternehmens, soll bei der Umsetzung dieser Pläne eine zentrale Rolle spielen und sich mit lokalen Behörden, Industriepartnern und Forschungseinrichtungen abstimmen, um eine nachhaltige Präsenz in den Bereichen Fertigung und Forschung und Entwicklung aufzubauen.
„Unser Ziel ist es nicht nur, das Geschäft von Hanwha in Deutschland auszubauen, sondern ein integraler Bestandteil des industriellen Verteidigungsökosystems des Landes zu werden“, sagte Thorsten Kutz, Geschäftsführer der Hanwha Defence Deutschland GmbH. „Durch die Kombination von Hanwhas Fertigungskompetenz mit den ingenieurtechnischen Stärken Deutschlands wollen wir qualifizierte Arbeitsplätze schaffen, langfristige Partnerschaften mit deutschen Unternehmen aufbauen und zur Verteidigungsproduktionskapazität des Landes beitragen.“
Der bevorstehende „Invest in Germany“-Summit vom 19. bis 20. Oktober in Berlin bietet Hanwha eine wichtige Gelegenheit, seine langfristigen Investitionsziele zu skizzieren und mit Vertretern der deutschen Regierung und der Industrie in Dialog zu treten.

Der von der deutschen Bundesregierung ausgerichtete Gipfel bringt Bundeskanzler Friedrich Merz, hochrangige Regierungsvertreter und internationale Wirtschaftsführer zusammen, um über Investitionen, Innovation und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu diskutieren. Vertreter von Hanwha werden voraussichtlich Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit mit Vertretern der deutschen Regierung und der Industrie ausloten.
Warum die Investition von Hanwha von Bedeutung ist
Hanwha verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung komplexer Verteidigungssysteme, darunter Artillerieplattformen und präzisionsgelenkte Waffen, gestützt durch etablierte Produktionskapazitäten und internationale Verteidigungsprogramme. Die geplante Investition könnte dieses industrielle Know-how näher an europäische Kunden bringen und gleichzeitig Deutschlands Rolle in der europäischen Lieferkette der Verteidigungsindustrie stärken.
Die Investition würde zudem auf bestehenden Handelsbeziehungen aufbauen. Hanwha bezieht bereits jährlich Güter im Wert von rund 100 Millionen Euro von mehr als 60 deutschen Zulieferern und verfügt damit über ein etabliertes industrielles Netzwerk, das eine stärkere Lokalisierung und Zusammenarbeit unterstützen könnte. Eine Produktionspräsenz in Deutschland könnte es ermöglichen, diese Beziehungen über die Beschaffung von Komponenten hinaus zu tieferen industriellen Partnerschaften weiterzuentwickeln.
Die wachsende industrielle Präsenz von Hanwha in Polen und Rumänien bildet die Grundlage für ein stärker vernetztes europäisches Produktionsnetzwerk. Die geplanten deutschen Standorte könnten diese Aktivitäten durch zusätzliche Kapazitäten in den Bereichen Fertigung, Engineering und Technologieentwicklung ergänzen und gleichzeitig deutschen Zulieferern die Möglichkeit eröffnen, an Verteidigungsprogrammen in verschiedenen europäischen Märkten teilzunehmen.
Über die Fertigung hinaus könnten die geplanten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten deutschen Ingenieurbüros, Forschungseinrichtungen und Technologieentwicklern die Möglichkeit bieten, gemeinsam mit Hanwha an fortschrittlichen Verteidigungstechnologien zu arbeiten. Eine solche Zusammenarbeit könnte dazu beitragen, technisches Fachwissen und industrielles Know-how in Deutschland zu verankern, anstatt die Investition auf die Endmontage oder den Verkauf von Ausrüstung zu beschränken.
„Deutschlands Beitrag ist von entscheidender Bedeutung für die Verteidigung Europas und ein Eckpfeiler der Neuausrichtung der NATO. Um das zu leisten, was für den raschen Aufbau einer glaubwürdigen und nachhaltigen Abschreckung insbesondere gegenüber Russland erforderlich ist, benötigen die deutsche und die europäische Verteidigungsindustrie mehr als nur erhöhte und verlässliche Beschaffungsbudgets“, sagte Dr. Patrick Keller, Co-Direktor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). „Die Herausforderung besteht darin, die Produktionskapazitäten, technologischen Fähigkeiten und widerstandsfähigen Lieferketten aufzubauen, die erforderlich sind, um die Verteidigungsbereitschaft langfristig aufrechtzuerhalten. Die Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Partnern wie Südkorea kann die bestehenden industriellen Stärken Europas ergänzen, insbesondere wenn es um lokale Fertigung, Technologieentwicklung und die Einbindung deutscher Unternehmen in breitere internationale Lieferketten geht.“
Für Hanwha ist Deutschland mehr als nur ein Markt für seine Verteidigungsprodukte. Das Unternehmen strebt an, Deutschland als zentralen Produktions- und Technologiestandort für seine europäischen Aktivitäten zu etablieren und dabei deutsches industrielles Know-how mit den globalen Produktionskapazitäten von Hanwha zu bündeln, um die langfristige industrielle Verteidigungskapazität Europas zu stärken.
Text: Hanwha
Bleiben Sie auf dem Laufenden.
Die wichtigsten Nachrichten aus Verteidigung und Wehrtechnik — auf Ihrem Kanal.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung!

Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy: Scannen Sie den QR-Code — oder öffnen Sie den Kanal direkt.
Kanal öffnenKostenlos · jederzeit verlassen · Ihre Nummer bleibt für uns anonym.










