Zwischen Drohnensalven und Raketendonner zeigt die Türkei bei EFES 2026, was sie kann – und was Deutschland dringend braucht. Während Erdoğans Polizei Oppositionsbüros stürmt, soll Berlin Interesse an türkischen Interkontinentalraketen haben. Ein exklusiver Blick hinter die Kulissen der größten türkischen Militärübung, auf die Rekord-Rüstungsmesse SAHA 2026 in Istanbul – und auf ein Dilemma deutscher Sicherheitspolitik: Kann man Waffen von einem Autokraten kaufen, wenn die eigene Sicherheit davon abhängt?
Der Knall ist ohrenbetäubend; die Druckwelle verschiebt Kamerastative. Über das weitläufige Übungs- und Schießgelände Doğanbey – einige Kilometer südlich von Izmir – donnern erst Salven schwerer Artillerie über die Hügel, dann Kampfhubschrauber mit Luft-Boden-Raketen und immer wieder der Applaus der anwesenden Zuschauer. Die Türkei feuert sich durch ihr aktuelles Munitionsportfolio.
Es ist der erste Abend der zweitägigen Abschlussübung bei EFES 2026, der größten multinationalen Militärübung der Türkei. Mehr als 10.000 Soldaten aus der Türkei und Partnernationen haben in den vergangenen Wochen daran teilgenommen. Die Abschlussübung ist dann ein einziges Spektakel, welches die aus 50 Nationen angereisten Gäste in Staunen versetzen soll.
Was die türkischen Streitkräfte im scharfen Schuss und die heimische Rüstungsindustrie auf der angrenzenden Ausstellungsmeile präsentieren, ist beeindruckend vielseitig: Das Korkut-Luftverteidigungssystem mit seinen 35-mm-Zwillingsgeschützen feuert programmierbare Airburst-Munition auf Drohnenziele. Selbstfahrende Artilleriesysteme, Mörser, gepanzerte Fahrzeuge, Schiffe, Landungsboote und Drohnen verschiedenster Bauart – alles „Made in Turkey“, wie die Veranstalter nicht müde werden zu betonen.
Eine Woche zuvor – auf der SAHA 2026 in Istanbul – war die Botschaft noch deutlicher: Die türkische Rüstungsindustrie hat sich vom Importeur zum Global Player entwickelt. Die Quote von heimisch produzierter Rüstung sei von rund 20 Prozent Anfang der 2000er-Jahre auf aktuell 83 Prozent gestiegen. Bei den Exporten durchbrach das südosteuropäische Land im vergangenen Jahr erstmals die Schwelle von zehn Milliarden US-Dollar. Produkte, deren neuester Stand in Istanbul und bei Izmir mit vollem Stolz gezeigt wurde.
Über 150.000 Besucher strömten zu der sechstägigen Ausstellung; Exportverträge im Wert von rund 8 Milliarden Dollar sollen dort unterzeichnet worden sein. Zwischen den Ausstellungsständen drängten sich Einkaufsdelegationen aus Afrika, Südamerika und weiten Teilen Asiens. Die Türkei hat etwas anzubieten – und sie will verkaufen.
Auch an Deutschland.
Von der Abhängigkeit zur Autarkie – Erdoğans Rüstungsrevolution
Die Transformation der türkischen Verteidigungsindustrie ist beispiellos. Was in den 1970er-Jahren mit der Gründung von Aselsan begann, hat unter der Regierung Erdoğans seit 2003 eine dramatische Beschleunigung erfahren. Nach offiziellen Angaben verdreifachten sich die staatlichen Ausgaben für Verteidigungsforschung und -entwicklung zwischen 2007 und 2019. Die Gründe dafür liegen in der türkischen Geschichte – und darin, dass das Land infolge zahlreicher Wirtschafts- und Währungskrisen dringend auf ausländische Gelder angewiesen ist.
Ein Wendepunkt in der türkischen Verteidigungsindustrialisierung kam 1974, als die USA als Reaktion auf die türkische Militärinvasion auf Zypern ein Waffenembargo verhängten. Aus türkischer Sicht war die Lektion damals klar: Wer von ausländischen Lieferanten abhängig ist, kann politisch erpressbar werden. Eine Lehre, die mit Blick auf die US-amerikanische Systeme und chinesische Lieferketten heute auch viele andere europäische Staaten machen.
Die florierende Industrie habe laut dem Präsidenten des türkischen Präsidiums für Verteidigungsindustrie (Savunma Sanayii Başkanlığı, SSB), Haluk Görgün, 2025 erstmals einen Umsatz von über 20 Milliarden US-Dollar erzielt. Damit habe sich türkische Verteidigungsindustrie mit ihren über 4.000 Unternehmen und über 100.000 Beschäftigten zu einem wesentlichen Sektor der türkischen Industrie entwickelt.
International zählen heute fünf türkische Rüstungsunternehmen zu den Top 100 der Welt: Aselsan (Platz 43), Turkish Aerospace Industries (Platz 47), Roketsan (Platz 71), Asfat (Platz 78) und MKE (Platz 80). Zum Vergleich: Aus Deutschland kommen mit Rheinmetall (Platz 20), Hensoldt (Platz 52), Diehl (Platz 82) und Renk (Platz 95) nur vier Unternehmen in diese Liste. Wobei europäische Gemeinschaftsunternehmen wie Airbus, MBDA und KNDS nicht für Deutschland gewertet werden.
Rekord um Rekord – türkische Rüstungsindustrie
Im Jahr 2025 erreichten die Exporte der türkischen Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie einen Rekordwert von 10,54 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Türkei liegt weltweit auf Platz 11 der Rüstungsexporteure. Der deutliche Boom im Rüstungssektor spiegelt sich auch an den Gesamtexporten wider: bei 3,6 Prozent lag der Anteil in 2025, im Jahr 2022 waren es noch 1,7 Prozent. Zum Vergleich: der Rüstungsanteil beim deutschen Export lag 2025 bei ca. 0,84 Prozent.
Die bekanntesten Systeme aus türkischer Produktion sind zweifellos die Drohnen des Istanbuler Unternehmens Baykar Technologies – und damit gerade kein Unternehmen aus den internationalen TOP100. Die HALE- und MALE-Drohnen konnten ihre Fähigkeiten jedoch medienwirksam in Konflikten von Aserbaidschan über Libyen bis zur Ukraine vorführen.
Doch das Portfolio der türkischen Rüstungsindustrie ist weitaus breiter: von Materialien im Textilbereich über einzelne System-Komponenten, Sensoren und Munition bis zu Panzern und den eigenständig entwickelten Kampfjet Kaan. Die Türkei kann bereits vieles und es wird von Jahr zu Jahr mehr.
Die unbequeme Frage nach der Qualität
Die entscheidende Frage für jeden potenziellen Käufer lautet jedoch: Halten die türkischen Systeme, was sie versprechen? Die Antwort ist komplex: Türkische Drohnen und Waffensysteme wurden in echten Kampfeinsätzen getestet – in Syrien, Libyen, Bergkarabach und der Ukraine. Die Bayraktar TB2 erwies sich als kostengünstige und effektive Waffe gegen ältere Luftverteidigungssysteme.
Allerdings zeigten sich auch Grenzen: Heute werden türkische Drohnen nicht mehr an der ukrainischen Front eingesetzt. Russland hat gelernt, sie auszuschalten und Innovationszyklen sind auch in der Türkei nicht auf ukrainischem Niveau.
Im Bereich der Drohnenabwehr auf kurzer Distanz ist das Korkut-System von Aselsan erwähnenswert. Es wurde im Januar 2020 nach Libyen verlegt, um feindliche Drohnen zu bekämpfen. Über die tatsächliche Effektivität im Einsatz gibt es wenig unabhängige Daten.
Bei Raketen wird es noch schwieriger. Die Türkei führte nach eigenen Angaben im Oktober 2025 einen erfolgreichen Test der verbesserten Tayfun-Rakete durch. Dabei sollen die erweiterte Reichweite, hochpräzise Schlagkraft und hypersonische Leistung demonstriert worden sein. Der Test wurde medial ausgeschlachtet (siehe Video unten). Wie gut und genau die Technik wirklich ist, können auch Beobachter nicht immer zweifelsfrei feststellen.
Es gibt skeptische Stimmen auf der Istanbuler Messe und auch unter den Beobachtern des „Leistungsschau EFES 2026“. So sollen tatsächliche Reichweiten, Nutzlastkapazität und fortschrittliche Merkmale wie Manövrierfähigkeit oder Techniken zur Umgehung von Abwehrsystemen beim Hersteller Roketsan bisher unveröffentlicht bleiben, was Zweifel an verschiedenen Leistungsbehauptungen aufwirft.
Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen: Die Türkei hat funktionsfähige Systeme entwickelt, die in bestimmten Szenarien effektiv sind. Ob sie den höchsten westlichen Standards entsprechen, ist unklar. Für viele Käufer – insbesondere in Regionen mit begrenzten Budgets – ist das Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidender als absolute Spitzenleistung.
Ein weiteres Problem ist die Frage der tatsächlichen Eigenentwicklung. Auch wenn das Etikett türkischer Rüstungsgüter stets mit „milli ve yerli“ (national und einheimisch) versehen ist, weisen Kritiker darauf hin, dass viele türkische Systeme auf ausländischer Technologie basieren oder zumindest ausländische Komponenten enthalten.
Der Kaan-Kampfjet beispielsweise nutzt für seine bisherigen Flüge noch US-amerikanische Triebwerke, da das türkische Triebwerk TEI-TF35000 noch nicht fertig ist.
Die Sicherheitslücke schließen: Was Deutschland jetzt braucht
Zurück nach Doğanbey an der türkischen Ägäisküste. Zwischen den internationalen Gästen sind auch deutsche Stabsoffiziere. Sie nehmen als Beobachter an EFES teil, sind schon länger im Land. Die Bundeswehr, so die Einschätzung des einen, sollte die Türkei genauer in den Blick nehmen.
Es gäbe Bereiche, in denen man in Deutschland an Kapazitätsgrenzen stoße, die Türkei jedoch schnell liefern könne. 155-mm-Artilleriemunition sei hier ein gutes Beispiel. Die Türkei könne durch mehrere Unternehmen, die NATO-Standard produzieren, auch kurzfristig liefern. Bei anderen Rüstungsgütern, so die Einschätzung des deutschen Soldaten, liege man jedoch noch deutlich weiter zurück, als man es in Ankara wahrhaben möchte.
Für Deutschland ist die Dringlichkeit jedoch real. Auch mit Sondervermögen, Aufhebung der Schuldenbremse und massiven Investitionen in die Industrie wird Deutschland nicht alle Lücken gleichzeitig schließen können. Dazu kommt ein immer deutlicher Verlust US-amerikanischer Verlässlichkeit.
Seit Kanzler Friedrich Merz im Februar 2026 auf der Münchner Sicherheitskonferenz einen „tiefen Graben“ zwischen Europa und den USA konstatierte und zu „Veränderung, Umbruch – und ja, sogar zu Opfern“ aufrief, sucht Deutschland fieberhaft nach Wegen, seine militärischen Fähigkeiten zunehmend ohne die USA zu stärken.
Kauft Deutschland auch Hightech-Raketen aus der Türkei?
Wie notwendig das ist, zeigt auch die Rücknahme der Vereinbarung zwischen Joe Biden und dem früheren deutschen Kanzler Olaf Scholz durch US-Präsident Donald Trump Anfang Mai – angeblich wegen Äußerungen des deutschen Kanzlers, wahrscheinlicher jedoch aufgrund der infolge des Iran-Kriegs stark dezimierten Bestände. Wie auch immer: Amerikanische Deep-Precision-Strike-Fähigkeiten wie der Marschflugkörper Tomahawk mit einer Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern sollen nun doch nicht in Deutschland stationiert werden – angesichts der in Kaliningrad stationierten weitreichenden Raketen ein herber Verlust von Sicherheit für ganz Europa.
Dann der Auftritt der Türkei: Einem deutschen Medienbericht zufolge solle in Berlin derzeit „konkret daran gearbeitet“ werden, die türkische Interkontinentalrakete Yıldırımhan mit angeblich 6.000 Kilometern Reichweite zu beschaffen. Diese wurde allerdings erst vor zwei Wochen auf der SAHA vorgestellt und befindet sich noch in der Entwicklung (Defence Network berichtete). Auch die sich ebenfalls in der Entwicklung befindliche Hyperschallrakete Tayfun Block 4 solle im Fokus deutscher Beschaffer sein.
Doch auf Nachfrage wiegelt der Sprecher der türkischen Streitkräfte, Flottillenadmiral Zeki Aktürk, ab: „Es gibt keine spezifischen Gespräche über Tayfun-Raketen oder andere Raketen mit Deutschland.“ Der Medienbericht aus Deutschland wittert allerdings eine Verkündung des Deals bereits auf dem diesjährigen NATO-Gipfel in Ankara – in zwei Monaten. Admiral Aktürk attestierte Deutschland zumindest ein Interesse an engeren Beziehungen zu seinem Land und ergänzte: „Wir werden in der kommenden Zeit gemeinsam sehen, wie sich das entwickelt.“
Die Brisanz ist kaum zu überschätzen: Eine türkische Interkontinentalrakete mit 6.000 Kilometern Reichweite würde nicht nur Moskau, sondern weite Teile Russlands erreichen, egal, ob sie in Deutschland oder im NATO-Partner Türkei stationiert ist. Deutschland würde sich durch den Kauf jedoch von amerikanischen Waffensystemen unabhängiger machen – sich aber gleichzeitig in eine strategische Abhängigkeit von der Türkei begeben, was bereits im Zuge des Flüchtlingsabkommens 2016 keine gute Idee war.
Verkehrte Welt: Deutschland als Käufer statt Verkäufer
Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und der Türkei im Rüstungsbereich (aber nicht nur dort) sind bereits erheblich – allerdings vor allem in eine Richtung. Die Türkei gehörte 2025 zu den größten Käufern deutscher Rüstungsgüter.
Laut dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) war Deutschland im Zeitraum 2021-2025 der größte Lieferant von Großwaffensystemen an die Türkei und machte 31 Prozent der türkischen Waffenimporte aus, gefolgt von Spanien mit 29 Prozent und Italien mit 19 Prozent.
Diese einseitige Beziehung könnte sich ändern. „Die geopolitische und geostrategische Bedeutung der Türkischen Republik nimmt mit jedem Tag zu und wird weiter zunehmen“, so Flottillenadmiral Aktürk.
Mit Bedeutung meinte der Armeesprecher explizit nicht nur die türkische Position auf der Landkarte und Rolle in der NATO sondern auch die sehr schnell wachsende Verteidigungsindustrie. Aus Sicht der Türkei ist es also nur logisch, wenn zukünftig auch Deutschland und andere europäische Staaten in der Türkei auf (Rüstungs-)Shoppingtour gehen.
Geschäfte mit einem Autokraten – Die vergiftete Partnerschaft
Und hier wird es heikel. Selbst wenn türkische Systeme technisch überzeugen und preislich attraktiv sind – die politischen Rahmenbedingungen sind und bleiben problematisch. Erst gestern erfolgte ein weiterer Bruch im Zerfall der türkischen Demokratie: Die Polizei stürmte die Büros der wichtigsten Oppositionspartei CHP und feuerte Tränengas und Gummigeschosse auf Unterstützer und Funktionäre der Partei.
Zuvor hatte ein Gericht den amtierenden Parteichef Özgür Özel aufgrund von Manipulationsvorwürfen bei seiner Wahl vor drei Jahren abgesetzt und durch einen unbeliebten Vorgänger ersetzt.
Auch der beliebte Istanbuler Bürgermeister und aussichtsreichste Gegenkandidat zu Staatspräsident Erdoğan bei der kommenden Wahl 2028, Ekrem Imamoğlu, sitzt seit März 2026 wegen angeblichen Korruptionsvorwürfen vor Gericht – genau wie Parteichefs anderer Parteien und Dutzende oppositionelle Bürgermeister und politische Akteure aus dem ganzen Land.
Erdoğans regierende AKP kommt bereits seit über zwei Jahren in keiner Umfrage mehr vor die CHP, seine Abwahl in einer freien und gerechten Wahl wäre aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskriese im Land wahrscheinlich.
Dazu kommen geopolitische Grauzonen: Die Türkei ist NATO-Mitglied, pflegt aber gleichzeitig enge Beziehungen zu Ländern, die westliche Partner kritisch sehen. Erdoğan empfing Hamas-Führer in Ankara.
Die Türkei unterhält weiterhin Beziehungen zu Russland und dessen Machthaber Wladimir Putin. In Syrien unterstützt die Türkei islamistische Milizen, die von westlichen Partnern skeptisch betrachtet werden. An der EFES-Übung nahe Izmir nahmen erstmalig auch Teile der syrischen Streitkräfte und aus dem Bürgerkriegsland Libyen teil, wie Flottillenadmiral Aktürk betonte.
Auch weisen Kritiker darauf hin, dass Erdoğans engster Kreis von der Rüstungsindustrie profitiert. Selçuk Bayraktar, Mitgründer von Baykar Technologies, ist Erdoğans Schwiegersohn. In der Türkei verschwimmen die Grenzen zwischen Staat, Wirtschaft und Familie, wie man es aus Russland und zunehmend auch aus den USA kennt.
Zwischen Notwendigkeit und Moral – Deutschlands Dilemma
Deutschland steht vor einem Dilemma. Einerseits hat die Bundeswehr reale Bedarfe, die die heimische Industrie kurzfristig nicht decken kann. Die türkische Verteidigungsindustrie bietet Lösungen, die technisch funktionieren und deutlich günstiger sind als west- und mitteleuropäische Alternativen. Die Türkei ist NATO-Partner und strategisch wichtig für die Sicherheit Europas.
Andererseits ist die Türkei unter Erdoğan zu einem autokratischen Staat geworden, der NATO-Solidarität selektiv interpretiert und eigene geopolitische Interessen verfolgt, die nicht immer mit denen Deutschlands übereinstimmen.
Sollte Deutschland also Waffen und Munition in der Türkei kaufen? Es bleibt eine Frage, die nicht nur technisch, sondern vor allem auch politisch und strategisch beantwortet werden muss. Wer türkische Rüstungsgüter kauft, stärkt ein Regime, das demokratische Standards nicht erst seit gestern missachtet. Gleichzeitig kann es sich Deutschland in der aktuellen Sicherheitslage kaum leisten, auf funktionierende und verfügbare Waffensysteme zu verzichten.
Die türkische Militärübung EFES – von der türkischen Presse als „gövde gösteri“ (Machtdemonstration) bezeichnet – endete in dieser Woche. Das Knattern der Hubschrauberrotoren und die Einschläge der Artillerie hallen noch über den Hügeln von Doğanbey nach, auch wenn die ersten Feiertagsurlauber die benachbarten Strände bevölkern: Mittwoch beginnt das islamische Opferfest, türkische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen sich auf neun Tage Urlaub freuen.
Ob das auch für die Rüstungsindustrie gilt, ist unklar. Schließlich werden ihre Systeme mehr und mehr verkauft. Die Frage ist nicht, ob die Türkei sich auf dem Weltmarkt durchsetzt. Die Frage ist, ob Europa und Deutschland eine Antwort darauf finden, wie sie mit diesem neuen, selbstbewussten und politisch komplizierten Akteur auf dem internationalen Rüstungsmarkt umgehen wollen.
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