ILA 2026: CARACAL mit neuen Optionen

Rheinmetall zeigt das Luftlandefahrzeug CARACAL am Stand auf der ILA 2026 mit zwei neuen Optionen. Damit wird die Multi-Role-Fähigkeit dieser flexiblen Spezialkräfte-Plattform als hochmobiles 4×4-Fahrzeug mit 1.200 kg Zuladung für variable Gefechtsrollen erweitert.

Rheinmetall zeigt das Luftlandefahrzeug CARACAL am Stand auf der ILA 2026 mit zwei neuen Optionen
Rheinmetall zeigt das Luftlandefahrzeug CARACAL am Stand auf der ILA 2026 mit zwei neuen Optionen
Foto: af

Eine Variante ist die zur mobilen Drohnenabwehr. Das Fahrzeug mit seinen Sensoren und Effektoren detektiert und bekämpft Kleinstdrohnen per RCWS 100-Waffenstation. Ein optionales AESA-Radar mit bis 700 Metern Reichweite und digitale NATO-Standard-Integration ist für die Detektion und Verfolgung zuständig.

Mit dem CARACAL präsentiert Rheinmetall eine hochmobile 4×4-Plattform, die exakt auf die extremen Anforderungen von Luftlande- und Spezialkräften abgestimmt ist. Sowohl die deutschen als auch die niederländischen Fallschirmjäger werden dieses Fahrzeug erhalten. Zudem die deutschen Spezialkräfte des Heeres (Kommando Spezialkräfte; KSK) und der Marine (Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM)). Das Fahrzeug vereint maximale taktische Beweglichkeit, eine niedrige Silhouette und skalierbaren Schutz mit herausragender missionsspezifischer Flexibilität. Die Luftlandeplattform lässt sich für unterschiedlichste Einsatzrollen konfigurieren. Das Spektrum reicht vom klassischen Truppentransporter über spezialisierte Führungsvarianten bis hin zum schwer bewaffneten Gefechtsfahrzeug mit lafettengestützten Waffenstationen oder Panzerabwehrlenkwaffen (ATGM). Mit einer Zuladung von bis zu 1.200 Kilogramm und einem universellen Schienensystem ist der Caracal optimal für schnelle Verlegeoperationen sowie Aufklärungs- und Kampfaufträge anpassbar.

Beim CARACAL wird auf Basis einer COTS-Lösung (Commercial of the Shelf) ein bewährtes und kriegstaugliches Fahrzeug angeboten. Die seit 1979 weltweite eingeführte und ständig weiterentwickelte Mercedes Benz G-Klasse, mit ihrem neuen Chassis W464, trifft auf das modulare, robuste und leichte Aufbaukonzept von ACS (ACS Armoured Car Systems GmbH).

Der CARACAL kann in Zukunft in über 28 verschiedenen Varianten als 4×4- und auch als 6×6-Plattform verfügbar sein. Hierbei deckt er alle denkbaren Einsatzszenarien der Späh- und Luftlandetruppen sowie der Aufklärungs- und Spezialkräfte ab, und bietet so eine grenzenlose Modularität.

Das Zuladungsgewicht von 2.000 kg in Kombination mit dem modularen Schienensystem des Aufbausbietet dem militärischen Nutzer maximale Flexibilität, um den CARACAL an die Mission anzupassen.

Das kompakte Fahrzeugdesign ermöglicht den Lufttransport von bis zu zwei Fahrzeugen als Innenlast, passend zu den neuesten CH-47F Chinook und CH-53K King Stallion Hubschraubern. Der Full-Life-Cycle Support von Rheinmetall bietet mit über 20 Jahren eine lange Lebens- und Einsatzdauer des Fahrzeugs.

Grundsätzliche Bedienbarkeit der zivilen Mercedes-Benz G-Klasse bleibt erhalten und erleichtert somit die Ausbildung der Soldaten.

Das Fahrgestell kann optional mit ballistischen Komponenten und Minenschutzkomponentengemäß STANAG4569 ausgestattet werden. Rheinmetall hat gerade eine 6×6-Variante für noch mehr Nutzlast entwickelt.

In der Variante CARACAL cUAS (Counter-Unmanned Aerial Systems) erweitert Rheinmetall das Portfolio um eine schlagkräftige Komponente zur mobilen Abwehr von Bedrohungen aus der Luft. Ausgestattet mit der fernbedienbaren Waffenstation RCWS 100 und modernsten elektrooptischen Sensoren detektiert und bekämpft das System Kleinst- und Mikrodrohnen bei Tag und Nacht. Für eine frühzeitige Aufklärung lässt sich die Plattform optional mit einem AESA-Radar ausrüsten, das Mikrodrohnen auf Distanzen von über 700 Metern zuverlässig erfasst. Dank einer vollständig digitalisierten Systemarchitektur nach dem NATO-Standard NGVA (NATO Ground Vehicle Architecture) ist der Caracal nahtlos in moderne Führungs- und Einsatzverbünde integrierbar. Das Gesamtsystem eignet sich damit ideal für den Schutz beweglicher Verbände, die Sicherung kritischer Infrastruktur sowie die Begleitung von Konvois im Einsatz.

Jetzt auch per Luftverbringungssystem für größere Reichweiten

Vor Ort zeigt Rheinmetall erstmals den CARACAL in Kombination mit dem „ATAX Land“-System von IrvinGQ aus Großbritannien. ATAX Land ist ein modulares Luftverbringungssystem, das sich schnell für den Abwurf vorbereiten und wieder demontieren lässt und ein einfaches Auf- und Abfahren (Drive-on/Drive-off) ermöglicht. Laut Hersteller kann das neuartige und leistungsstarke Luftverbringungssystem die Einsatzgeschwindigkeit und die Möglichkeiten beim Abwurf militärischer Güter revolutioniert.

ATAX nutzt ein Airbag-System zur Stoßdämpfung, wodurch der Einsatz von energieabsorbierendem Material (EDM) entfällt und die Zeiten für die Vorbereitung und Demontage erheblich verkürzt werden.

Jedes Plattformmodul misst 2,74×2,43 m und ist damit auf bestehende Luftverbringungssysteme abgestimmt. ATAX ist mit allen gängigen Frachtladesystemen kompatibel und für den Abwurf aus folgenden Flugzeugtypen geeignet: Lockheed C-130 Hercules, Boeing C-17 Globemaster III, Airbus A400M, Embraer C-390 Millennium. Als Lastenfallschirme sind geeignet: G11, G12, G16 und SC15. Und das System ist geeignet für bis zu zwei 28-Fuß-Abzugsschirme und stoßdämpfende Airbags. Dabei verwendet ATAX Land stoßdämpfende Airbags, die in Kassettenform vorbereitet und von einer einzelnen Person montiert werden können.

Durch den Einsatz von Airbags entfällt die Notwendigkeit von EDM (energieabsorbierendem Material). Dies reduziert sowohl den Zeitaufwand für Vorbereitung und Demontage als auch den Anfall von Einwegmaterialien.

Außerdem ist ATAX Land ist mit LISAD ausgestattet, einem von IrvinGQ entwickelten System zur automatischen Fallschirmtrennung bei Bodenkontakt. LISAD wird beim Öffnen der Hauptfallschirme scharfgeschaltet, wodurch das Risiko einer vorzeitigen Trennung minimiert wird. Beim Aufprall auf den Boden löst ein Sensor-Aktivator aus, der wiederum den Trennmechanismus betätigt und die Fangleinen freigibt.

Die ATAX-Plattform kann unabhängig von der Nutzlast für den Abwurf vorbereitet werden; damit ist sie ein echtes System für den Abwurf von Fahrzeugen und schwerem Gerät im Drive-on/Drive-off-Verfahren.

Das ATAX-System ist modular aufgebaut. Ein Modul reicht zum Beispiel für die Verbringung eines UAVs wie dem TheMIS (Tracked Hybrid Modular Infantry System) von Milrem Robotics / KNDS Deutschland. Für den CARACAL sind zwei Module mit einer Tragfähigkeit von 6.000 kg und 16 Fuß Länge notwendig. Bei vier Module mit einer Tragfähigkeit von 12.000 kg und 32 Fuß Länge können zwei CARACAL verbracht werden, wenn das Luftfahrzeug lang genug ist. Laut Hersteller ist das System in 4 Minuten und 30 Sekunden einsatzbereit.

 

Text: Redaktion / af

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