Transparente Panzerung dank Augmented-Reality

Der spanische Technologiekonzern Indra stellt eine transparente Panzerung für Landplattformen vor. Das System basiert auf Augmented-Reality-Brillen und ermöglicht es dem Träger, durch die gepanzerte Struktur des Fahrzeugs zu „sehen“ und so die Sicherheit sowie die Reaktionsfähigkeit bei drohenden Gefahren zu erhöhen. So kann die Besatzung das Geschehen rund um das Fahrzeug verfolgen, ohne dieses verlassen zu müssen – allein durch den Blick auf den jeweiligen Interessenpunkt.

Indra-Präsentationssystem mit Augmented-Reality-Datenbrille und LG-Monitor zur Darstellung einer Wärmebild-Personenerkennung
Augmented-Reality-Brillen lassen die Besatzung durch Panzerungen hindurchschauen und so ein besseres Lagebild erzeugen.
Foto: Indra

Zudem blendet das System taktische Informationen ein, die auf die jeweilige Rolle des Besatzungsmitglieds zugeschnitten sind, um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen. Dies ist Teil der fortschreitenden Digitalisierung der nächsten Generation von Kampfpanzern in Europa.

Die Technologie steigert das Situationsbewusstsein und soll dazu beitragen, die Überlebenschancen der Besatzung gerade in komplexen Szenarien – etwa bei Einsätzen in urbanen Gebieten – zu verbessern. Auf diese Weise verliert die Panzerung ihre Funktion als Sichtbarriere und wird zu einem Schutzelement, ohne den vollen Überblick über die Umgebung zu beeinträchtigen.

Bislang dienten Periskope, Sichtfenster oder Innenbildschirme dazu, das Geschehen außerhalb des Fahrzeugs zu beobachten. Nun kann die Besatzung die Umgebung vollständig vom Fahrzeuginneren aus im Blick behalten, indem sie einfach in Richtung des jeweiligen Interessenpunkts schaut.

Die auf diesen Brillen basierende Mensch-Maschine-Schnittstelle ermöglicht es, die von den Fahrzeugkameras erfassten Bilder direkt in das Sichtfeld des Nutzers zu projizieren. Diese Bilder werden zudem mit Informationen des Missionssystems angereichert, das als eigentliches „Gehirn“ der Plattform fungiert.

Die Technologie liefert eine durchgehende, kohärente 360-Grad-Sicht in Echtzeit. Verschiedene Informationsquellen lassen sich zu einem einzigen Panoramabild zusammenführen oder auf mehrere konfigurierbare virtuelle Bildschirme verteilen, was ein umfassendes Verständnis der taktischen Lage erleichtert. Dieser Ansatz verbessert nicht nur die Sicht, sondern entlastet auch die Besatzung, da diese keine fragmentierten oder verstreuten Einzelbilder mehr interpretieren muss.

Datenbrille Magic Leap 2 auf Halterung vor LG-Bildschirm mit Software zur Objekterkennung und Zielerfassung durch grüne Rahmen
Eine Datenbrille von Indra im Detail.
Foto: Indra

Gleichzeitig passt das System die Informationen an die jeweilige Rolle des Besatzungsmitglieds – Fahrer, Kommandant oder Richtschütze – sowie an die Einsatzphase an. Dies reduziert die kognitive Belastung und erleichtert die Entscheidungsfindung, selbst unter Bedingungen von Erschöpfung oder Stress. Insgesamt stellt diese neue Fähigkeit von Indra einen bedeutenden Fortschritt bei der Digitalisierung des Gefechtsstandes dar. Damit unterstreicht das Unternehmen sein Engagement für Spitzentechnologien, die Sicherheit, Effektivität und kognitive Überlegenheit vereinen – entscheidende Faktoren für den Erfolg in anspruchsvollen Einsatzszenarien.

Die Initiative ist Teil der Unternehmensstrategie zur Entwicklung fortschrittlicher Technologien, die für die Entwicklung der nächsten Generation europäischer Kampfpanzer sowie für die Modernisierung bereits im Einsatz befindlicher gepanzerter Fahrzeuge von zentraler Bedeutung sind. In den kommenden Jahren werden diese Fahrzeuge nicht mehr isoliert operieren, sondern als Knotenpunkte in einem Netzwerk fungieren und ein „System von Systemen“ bilden, das auf die Erlangung der Überlegenheit auf dem Gefechtsfeld ausgelegt ist.

Indra sagte bei der Vorstellung, dass diese Technologie einen Quantensprung bei der Digitalisierung des Gefechtsstandes markiert und die Vision des gepanzerten Fahrzeugs der Zukunft verwirklicht: eine vernetzte, intelligente Plattform, bei der der Soldat im Mittelpunkt steht.

 

Text: Redaktion / af

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