Der Spezialist für Nachtsichtgeräte, THEON International, meldet einen neuen Auftragseingang von rund 70 Millionen Euro. Nach Angaben des Unternehmens entfällt ein erheblicher Anteil auf Beschaffungen von Rheinmetall für das Bundeswehr-Programm „Infanterist der Zukunft“. Auch gemeldet wurde: Das Unternehmen aus Griechenland steigt in die Marktsegmente Drohnen und Drohnenabwehr ein.
Die Bestellungen von Rheinmetall für das Bundeswehr-Programm „Infanterist der Zukunft“ (IdZ) beziehen sich auf verschiedene Produkte des A.R.M.E.D-Ökosystem der Griechen.
„THEON ist im Zentrum der Soldatensysteme der nächsten Generation positioniert“, erklärte Philippe Mennicken, stellvertretender CEO und Leiter Geschäftsentwicklung von THEON. Die neuen Aufträge seien ein Beleg für das Vertrauen der Kunden in die Innovationskraft seines Unternehmens und „spiegeln die technologische Expertise und die Umsetzungskompetenz von THEON wider“.
A.R.M.E.D-Ökosystem für IdZ von Rheinmetall
Im Zentrum des aktuellen Auftrags steht das A.R.M.E.D-Ökosystem-Portfolio, das THEON im Rahmen des IdZ-Programms an Rheinmetall liefert. Rheinmetall fungiert dabei als Generalunternehmer für den „Infanterist der Zukunft“. Mit diesem Programm will die Bundeswehr die Ausrüstung ihrer Infanteristen durch Sichtsysteme, Kommunikationstechnik bis hin zu Schutzausstattung digitalisieren und modernisieren.
THEONs Beitrag liegt dabei im Bereich der digitalen Sichtsysteme, die Soldaten durch Augmented-Reality-Technologie zusätzliche Lageinformationen direkt ins Sichtfeld einspielen sollen. Einer der Bausteine des IdZ ist THEA, ein Augmented Reality Head-up-Display von THEON.
Durch die Integration in das Battle-Managementsystem können dem abgesessenen Soldaten wesentliche Informationen wie beispielsweise Wegpunkte direkt in das Sichtfeld eingeblendet werden.
Auftragslage bei THEON
Laut Unternehmensangaben könnten im Laufe des Jahres durch weitere ausgeübte Optionen zusätzliche Aufträge für das IdZ-Programm hinzukommen, was THEONs Schlüsselrolle im digitalen Sichtsystem für Soldaten innerhalb des IdZ-Programms weiter ausbauen würde.
Insgesamt beschleunigte sich der Auftragseingang im zweiten Quartal wie vom Unternehmen erwartet auf rund 153 Millionen Euro, zuzüglich weiterer 27 Millionen Euro in Optionen, womit sich der Gesamtauftragseingang seit Jahresbeginn auf rund 223 Millionen Euro beläuft, zuzüglich weiterer 68 Millionen Euro in Optionen. Diese Zahlen spiegeln bereits die Konsolidierung der Auftragseingänge von Kappa und Harder Digital wider.
Strategische Expansion in Drohnen und Drohnenabwehr
Parallel zur Auftragsmeldung geht das Unternehmen einen Weg der strategischen Neuausrichtung. Mit der vergangene Woche angekündigten Gründung eines Joint Ventures mit Safran verstärkt THEON seinen Einstieg in Drohnentechnologien. Das JV soll zu 51 Prozent von THEON und zu 49 Prozent von Safran kontrolliert werden.
Ebenfalls vergangene Woche gab das Unternehmen eine erste Vereinbarung zum Erwerb von HGH Systèmes Infrarouges bekannt, mit einem Unternehmenswert von rund 300 Millionen Euro, was THEONs Einstieg in Drohnenabwehrsysteme darstellt.
Die Übernahme soll dabei vollständig über Fremdkapital finanziert werden, wobei die Verschuldung pro forma auf rund das 3,0-fache des Verhältnisses von Nettoverschuldung zu EBITDA steigt, bevor sie bis 2027 auf rund das 2,5-fache sinkt.
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