Israel prüft Marinepräsenz in Somaliland: Neuer U-Boot-Stützpunkt?

Die neu entstandenen Beziehungen zwischen Israel und Somaliland könnten es der israelischen Marine ermöglichen, ihre in Deutschland gebauten U-Boote der Dolphin-Klasse von einem Hafen in diesem Land aus einzusetzen.

Israel verfügt über in Deutschland gebaute U-Boote der Dolphin-Klasse.
Israel verfügt über in Deutschland gebaute U-Boote der Dolphin-Klasse.
Foto: TKMS

Ausländischen Quellen zufolge bemüht sich Israel aktiv darum, eine Marine- und Militärpräsenz im Hafen von Berbera in Somaliland aufzubauen.

Nach Angaben ausländischer Quellen hat die Führung Somalilands zwar den Zugang Israels zu ihren Häfen sowie israelische Investitionen ausdrücklich begrüßt, eine offizielle Bestätigung dafür, dass Israels U-Boote der Dolphin-Klasse dort dauerhaft stationiert oder regelmäßig eingesetzt werden sollen, liegt jedoch bislang nicht vor. Das strategische Interesse an einer Präsenz am Horn von Afrika wird durch mehrere Faktoren bestimmt.

Unmittelbar nach der Aufnahme offizieller Beziehungen haben beide Seiten ihre Kontakte vertieft und damit den Weg für eine erweiterte militärische und maritime Zusammenarbeit geebnet.

Israelische Quellen lehnten eine Stellungnahme zu den Berichten ausländischer Medien ab, verwiesen jedoch darauf, dass der Hafen von Berbera direkt gegenüber dem Jemen liegt. Dadurch bietet er einen äußerst günstigen Ausgangspunkt zur Überwachung von Aktivitäten der Huthi-Miliz und des Iran im Golf von Aden sowie im südlichen Roten Meer.

U-Boote der Dolphin-Klasse wichtig im Mehrfrontenkonflikt Israels

Die in Deutschland gebauten U-Boote der Dolphin-Klasse spielen eine wichtige strategische Rolle im andauernden Mehrfrontenkonflikt Israels, insbesondere als Abschreckungsmittel gegenüber dem Iran und dessen Verbündeten.

Diese hochmodernen U-Boote verfügen über Systeme, deren technische Details streng geheim gehalten werden.

Die diesel-elektrischen Boote sind mit einem außenluftunabhängigen Antriebssystem (AIP – Air Independent Propulsion) ausgestattet, das längere Unterwassereinsätze ermöglicht. Dadurch stärken sie Israels Fähigkeit zu einem nuklearen Zweitschlag sowie seine maritime Abschreckung.

Im aktuellen Konflikt tragen die U-Boote zur Aufklärung, zur verdeckten Überwachung feindlicher Küstengebiete sowie zu Präzisionsangriffen mit weitreichenden Flugkörpern oder Torpedos bei. Aufgrund ihrer hohen Tarnfähigkeit können sie Offshore-Gasplattformen schützen und wichtige Seewege im Mittelmeer sowie im Persischen Golf überwachen, die durch die Hisbollah, die Huthi-Miliz und vom Iran unterstützte Kräfte bedroht werden.

Die modernen U-Boote gewährleisten Israels Fähigkeit zur Vergeltung selbst dann, wenn landgestützte militärische Systeme ausgeschaltet werden sollten. Damit senden sie potenziellen Gegnern wie dem Iran das Signal, dass ein nuklearer Erstschlag nicht unbeantwortet bleiben würde. Berichten zufolge wurde mindestens ein U-Boot der Dolphin-Klasse bereits in den Golf verlegt, um auf mögliche iranische Eskalationsschritte reagieren zu können.

Das AIP-System ermöglicht den U-Booten einen vollständig außenluftunabhängigen Betrieb. Dadurch können sie deutlich länger getaucht bleiben, ohne auftauchen zu müssen.

Die von Israel betriebenen, in Deutschland gebauten U-Boote können verschiedene Arten von Flugkörpern einsetzen. Besonders hervorzuheben sind die von Israel entwickelten Popeye Turbo-Marschflugkörper, die von U-Booten gestartet werden können (Submarine-Launched Cruise Missiles, SLCM). Ihre Reichweite wird auf mindestens 1.500 Kilometer geschätzt.

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