Die neu geschlossene Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran hat innerhalb des israelischen Verteidigungsestablishments erhebliche Besorgnis ausgelöst.
„Den Iranern ist es erneut gelungen, die USA in die Irre zu führen, und wir sind überzeugt, dass sie ihr Atomwaffenprogramm weiter vorantreiben werden“, erklärte eine hochrangige israelische Verteidigungsquelle gegenüber Defence Network. Die Quelle, die nur unter der Bedingung der Anonymität mit Defence Network sprach, fügte hinzu, dass die aktuelle Entwicklung Israel dazu zwingen werde, seinen Verteidigungshaushalt deutlich zu erhöhen.
Nach der vorläufigen Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran zeichnet sich bereits ab, dass Israel seine Verteidigungsausgaben massiv ausweiten will. Unter Verweis auf anhaltende Sorgen über die Bedingungen des Abkommens sowie die fortbestehenden Bedrohungen für die nationale Sicherheit hat Ministerpräsident Benjamin Netanyahu vorgeschlagen, zusätzliche 350 Milliarden israelische Schekel bereitzustellen, um die nationale Sicherheit zu stärken und eine vollständige Unabhängigkeit bei der Waffenproduktion zu erreichen.
Die enormen zusätzlichen Mittel sollen gezielt dazu verwendet werden, militärische Technologien weiterzuentwickeln, die qualitative militärische Überlegenheit des Landes zu sichern und die unabhängigen Produktionskapazitäten des Landes auszubauen. Ziel ist es, die Abhängigkeit Israels von externen Entwicklungen und ausländischen Lieferanten zu verringern.
Israel: Verteidigungsausgaben für 2026 nach oben korrigiert
Israelische Stellen haben wiederholt schwerwiegende Bedenken hinsichtlich eines möglichen Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geäußert. Kritiker befürchten, dass eine solche Vereinbarung weder das iranische Programm für ballistische Raketen noch die regionalen Stellvertreternetzwerke ausreichend berücksichtigt. Zudem würden die iranischen Nuklearanlagen weitgehend unangetastet bleiben, während gleichzeitig eingefrorene Vermögenswerte in Milliardenhöhe an das iranische Regime freigegeben würden.
Der Zweite Iran-Krieg sowie die anhaltenden militärischen Einsätze an den Nord- und Südgrenzen haben den Bedarf an Munition, zusätzlichen Abfangraketenbeständen – darunter für die Arrow-Luftverteidigungssysteme – sowie an einer dauerhaften operativen Einsatzbereitschaft weiter erhöht.
Bereits vor dieser jüngsten Ankündigung waren die geplanten israelischen Verteidigungsausgaben für das Jahr 2026 nach oben korrigiert worden. Das Verteidigungsestablishment hatte auf einen operativen Verteidigungshaushalt von mehr als 180 Milliarden Schekel gedrängt.
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