Israel setzt Lehren aus dem Iran-Krieg um

Die israelischen Verteidigungsindustrien setzen bereits die Lehren aus dem jüngsten Krieg mit dem Iran um – mehr UAVs (unbemannte Luftfahrzeuge), hochentwickelte Sensoren und „Schwärme“ verschiedener UAVs für einzelne Missionen.

Fire Storm 250 ist ein gemeinsam von Israel Aerospace Industries (IAI) und Sig Sauer entwickelter Quadrokopter.
Fire Storm 250 ist ein gemeinsam von Israel Aerospace Industries (IAI) und Sig Sauer entwickelter Quadrokopter.
Foto: IAI

Bereits vor dem Krieg entfielen 80 Prozent der gesamten Flugstunden der israelischen Luftwaffe (IAF) auf unterschiedliche UAV-Typen. Quellen zufolge „stieg diese Zahl während des Krieges dramatisch an“.

Israel beschleunigt bereits als direkte Folge des jüngsten Krieges die Entwicklung, Beschaffung und Integration von UAVs. Diese Beschleunigung wird sich sehr wahrscheinlich in den Bereichen Produktion, schnelle Einführung neuer Systeme, Abwehr von Drohnen sowie bei neuen Einsatzkonzepten fortsetzen – mit besonderem Schwerpunkt auf Loitering Munitions (kreisende Präzisionswaffen) sowie dem autonomen Zusammenwirken unbemannter Boden- und Luftfahrzeuge (UGV/UAV-Teaming).

Die operative Nachfrage stieg während des Konflikts stark an, was sowohl die Flugstunden als auch die Verluste erhöhte und einen unmittelbaren Bedarf an zusätzlichen und moderneren UAVs schuf. Die israelische Luftwaffe hat ihre Staffeln erweitert und zusätzliche Heron-, Heron-MKII- und Hermes-Systeme beschafft, um Verluste auszugleichen und die Fähigkeiten auszubauen.

Israel hat beschleunigte Tests zur Drohnenabwehr durchgeführt und erfolgreiche Konzepte direkt in Schnellentwicklungsprogramme überführt. Die Weiterentwicklung der Bedrohungslage – darunter massenhaft eingesetzte Kamikaze-Drohnen, iranische und verbündete Produktions- und Lagerkapazitäten sowie Bedrohungen aus mehreren Richtungen – erfordert sowohl eine verstärkte Produktion offensiver UAVs als auch eine schnellere Entwicklung von Abwehrsystemen gegen Drohnen.

Im Rahmen der kurzfristigen Expansion werden neue UAV-Staffeln aufgestellt, zusätzliche Heron MK II in Dienst gestellt und die Einführung von Varianten der Hermes 650 vorbereitet.

Industrie und Militär erforschen zudem neue Konzepte wie UAV-Trägersysteme für maritime Operationen, einen höheren Grad an Autonomie, die Integration von Künstlicher Intelligenz sowie den verstärkten Einsatz von Loitering Munitions und unbemannten Bodenfahrzeugen auf Grundlage der gewonnenen Kampferfahrungen.

Ein Teil der Bemühungen zielt darauf ab, UAVs den Einsatz in Gebieten ohne GPS-Verfügbarkeit zu ermöglichen. Außerdem werden modulare Nutzlasten entwickelt, damit ein einzelnes UAV eine größere Bandbreite an Missionen übernehmen kann.

Israel entwickelt fortschrittliche UAV-Systeme der nächsten Generation

Die meisten Informationen über das neue Programm sind geheim, jedoch kann gesagt werden, dass Israel derzeit eine Reihe fortschrittlicher UAV-Systeme der nächsten Generation entwickelt und einführt. Dazu gehören autonome Schwarm- und Missionsdrohnen, taktische VTOL-Systeme (Vertical Take-Off and Landing), Loitering-Systeme, Langstreckenplattformen der MALE-/HALE-Klasse (Medium/High Altitude Long Endurance) sowie schwer erkennbare bewaffnete Langstreckendrohnen.

Um längere Einsatzzeiten und höhere Nutzlasten für Tiefenschläge sowie ISR-Missionen (Aufklärung, Überwachung und Informationsgewinnung) über große Entfernungen zu ermöglichen, werden neue Heron-basierte Staffeln und Heron-MK-II-Einheiten von IAI ausgebaut.

Einige nicht klassifizierte Beispiele:

Fire Storm 250: Ein gemeinsam von IAI und Sig Sauer entwickelter Quadrokopter. Er wurde speziell für taktische Einsätze im urbanen Raum konzipiert und verfügt über ein integriertes robotisches Maschinengewehr.

Neue Mitglieder der Hero-Familie: Diese modernen Loitering-Waffensysteme gewinnen weltweit stark an Bedeutung, unter anderem durch einen umfangreichen Beschaffungsvertrag mit der US-Armee. Die Systeme vereinen Eigenschaften von Drohnen und Lenkflugkörpern. Sie ermöglichen den Bedienern visuelle Aufklärung, präzise Angriffe oder den Missionsabbruch, um zivile Opfer zu vermeiden.

Roc VTOL von Attis Aviation: Eine hybride Senkrechtstart- und Landedrohne (VTOL), die Elektromotoren mit einem Kerosin-Triebwerk kombiniert. Mit einem Gewicht von 150 kg kann sie schwere logistische Lasten oder hochentwickelte Sensoren bis zu 20 Stunden lang transportieren.

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