ILA: Argus baut seinem Falke A1 ein Nest

Am späten Abend des zweiten ILA-Tages feierte Argus in Berlin eine Weltpremiere: Das „Falke Nest“ ist ein automatisiertes Drohnen-Abwehrsystem der deutschen Firma Argus Interception. Es handelt sich um eine wetterfeste Schutzbox (Shelter), die als mobile – auf einer beweglichen Plattform – oder stationäre Basis für die eigene Abfangdrohne des Unternehmens, den A1-Falken (Defence Network berichtete), dient.

Falke-Nest: Sven Steingräber, CSO und Mitgründer von Argus Interception, übernahm die Vorstellung des neuen Produkts.
Sven Steingräber, CSO und Mitgründer von Argus Interception, übernahm die Vorstellung des neuen Produkts.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Die Bundeswehr soll diese Drohne bereits seit Ende 2025 in Nutzung haben.

Die wichtigsten Funktionen des Falke-Nests sind:

  • Permanente Bereitschaft: Das Nest funktioniert wie eine Garage und lädt die Drohne auf und hält sie rund um die Uhr einsatzbereit. Laut Hersteller völlig eigenständig und bis zu über 7 Tage. Ist das Nest an das Stromnetz angeschlossen auch dauerhaft, ober bei Versorgung über eine Brennstoffzelle bzw. Solarpanele entsprechend länger.
  • Autonomer Start: Bei Erkennung einer fremden Drohne öffnet sich das Nest und der A1-Falke startet selbstständig. Die Erkennung muss allerdings über einen Menschen – der einen Start-/Alarmknopf drückt – oder einen Detektionssensor, der einen entsprechenden Befehl auslöst, erfolgen.
  • Fliegendes Netz: Der Falke fängt feindliche Drohnen mit einem Netz ein und setzt sie intakt am Boden ab. Danach kehrt sie zum Nest zurück. Dieses kann danach allerdings das System nicht reaktivieren und für den nächsten Einsatz vorbereiten. Das muss nach wie vor händisch erfolgen, da die Drohne mit einem neuen Abfangnetz ausgestattet werden muss.

Das System wurde für sensible Bereiche wie Flughäfen, Industrieanlagen oder den Grenzschutz entwickelt. Es ermöglicht eine Drohnenabwehr, ohne dass ein Abschuss nötig ist, wodurch Trümmerteile vermieden werden.

Präsentation des Falke-Nest auf der ILA
Präsentation des Falke-Nest auf der ILA.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Jedes Nest kann einen A1-Falken aufnehmen. Je nach Größe oder potentieller Bedrohungslage des zu schützenden Objektes oder Bereiches, müssen mehrere Nester nebeneinander aufgestellt werden. Bei einer Bedrohung durch mehrere Drohnen, kann das Gesamtsystem dann mehrere Abfangdrohnen gleichzeitig starten und jeder Bedrohung eine Abfangdrohne zuordnen.

Das Falke-Nest macht vor allem dann Sinn, wenn keine ausgebildeten Drohnenpiloten vor Ort sind. Es entlastet entsprechende Einsatzkräfte bei der Überwachung und reduziert die notwendige Personalstärke. Auch können (menschlich) unbewachte Orte mit der Schutzfähigkeit ausgestattet werden, der Start kann per Fernzugriff erfolgen, wenn z.B. ein Sensor (z.B. Radar – bspw. Echodyne) entsprechende Bedrohungen detektiert und den Alarm imitiert.

Der Blick ins Nest.
Der Blick ins Nest.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Weitere Fähigkeiten des Nestes sind die volle Klimakontrolle – also Wärme oder Kühlung – um die Drohne auch in rauen Umgebungen 24/7 einsatzbereit zu halten. Wetterschutz (Staub, Regen, etc.), automatisches Öffnen des Tores und herausfahren der Drohne, Anschluss externe Stromversorgung, Dataanbindung (Netzwerk, Glasfaser, 4G/5G oder Funkanbindung) sowie eine optionale Anbindung einer Wetterstation, GPS, oder Kameras.

Als Einsatzorte kommen in Frage: KRITIS, Häfen und Flughäfen, Industrieanlagen, Krankenhäuser, Kasernen, bewegliche Gefechtsstände, etc. Die Garage hat die Maße 1593x1900x2400 mm (H/B/L). Das Nest führt die Einsatzmodi Standby, Missionsvorbereitung, Start und Wiederaufnahme sowie Wiederaufladung durch. Nur das Netz muss durch eine Person ersetzt werden.

 

Text: Redaktion / af

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