Diehl Defence zeigt auf der Enforce Tac unter anderem seinen Roboter Ziesel in einer Panzerabwehrversion, die mit dem israelischen Unternehmen Rafael entwickelt wurde. Hierbei wurden die Flugkörper Spike von Rafael – die in der Bundeswehr als MELLS (Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System) eingeführt sind – auf dem Ziesel integriert.
Die Bundeswehr besitzt aktuell zwei Ziesel zu Testzwecken, auch in anderen Streitkräften ist der Roboter bisher nur im Test und noch nicht in die Truppe integriert. Dabei überzeugte das System unter anderem bei der Elrob 2024, wo er den ersten Platz im Szenario „Mule“ erreichte (wir berichteten).
Von Diehl Defence stammt dabei das Autonomie-Kit PLATON. Eine Besonderheit ist, dass der Roboter im Folgemodus komplett auf aktive Sensoren wie LiDAR (Light Detection and Ranging) und GPS verzichtet, welche durch den Gegner leicht zu entdecken bzw. stören wären. Der Roboter manövriert dennoch effektiv um Bäume herum, kann verletzte Soldaten evakuieren und überwindet Hindernisse, indem es ihnen ausweicht oder über sie drüber fährt.
Die Fähigkeiten der Autonomie sind dabei nicht nur auf die Plattform Ziesel beschränkt, sondern können auch auf andere Fahrzeuge integriert werden, wie z.B. auf RMMV HX2, Patria AMV und 6×6 sowie das UGV THeMIS von Milrem Robotics. Für 2026 steht die Integration in weitere Großfahrzeugen an.
Roboter Ziesel zur Panzerabwehr
Der auf der Enforce Tac gezeigte Panzerabwehr-Roboter basiert auf der Ziesel-Plattform von Mattro. Mit seinen Maßen von 1,6 x 1,3 m (Länge x Breite), einem geringen Eigengewicht von 380 kg und einer maximalen Zuladung von über 500 kg ist dieses Fahrzeug eine gute Unterstützung der Infanterie, wenn es um den Transport schwerer Ausrüstung im Gelände geht. Aufgrund seiner hohen Wendigkeit kann der Roboter den Soldaten auch durch dicht bewaldetes Gebiet folgen, ohne sie aufzuhalten. Gerüstet mit austauschbaren 11 kWh Lithium-Ionen-Akkus, bewegt sich der Ziesel voll elektrisch und verrät sich dadurch nicht durch laute Lauf- oder Motorgeräusche. Dabei kann er eine Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h erreichen, aber auch im Rahmen der Panzerabwehr auf Abruf an entfernten Orten stationiert werden.
Aktuell wird der Ziesel von mehreren Streitkräften erprobt, darunter Deutschland und die Ukraine. Eine Roboter-basierte Panzerabwehrvariante wäre dabei für die Streitkräfte durchaus von großem Interesse, da es die Wirkung vorverlagert und somit das Leben der Soldaten schützt. In den Tests befindet sich aktuell der 2-fach Werfer mit Spike, aber auch ein 4-fach Werfer ist denkbar.
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