Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben die Nachfrage in Europa nach dem von dem israelischen Unternehmen R2 Wireless entwickelten ODIN-System erhöht. ODIN von R2 Wireless ist eine passive RF-Sensing-Plattform (Funkfrequenzerfassung), die drahtlos sendende Geräte über verschiedene Protokolle und Frequenzbänder hinweg erkennt, lokalisiert und klassifiziert.
Das System wurde entwickelt, um die Position von drahtlosen Bedrohungen aufzudecken, ohne selbst Signale auszusenden. Dadurch eignet es sich besonders für umkämpfte oder verdeckte Einsatzumgebungen. Nach Angaben von R2 kann ODIN unter anderem Drohnen, Mobiltelefone, Smartwatches und andere Funkquellen verfolgen und sich über eine offene API in Führungs- und Kontrollsysteme integrieren.
Laut Yiftach Richter, Gründer und CTO des Unternehmens, dient ODIN als zusätzliche Erkennungsebene: „Es arbeitet parallel zu Radar-, optischen und akustischen Sensoren. Das System ist passiv und hilft dabei, Funkemissionen von herannahenden Bedrohungen zu erkennen.“
R2 positioniert ODIN als eine „Full-Spectrum“-Lösung zur Lageerfassung für militärische Anwendungen, Grenzsicherung und den Schutz kritischer Infrastrukturen. Das Unternehmen gibt an, dass das System bereits in Israel eingesetzt wird und seine Nutzung derzeit in den USA und Europa ausgeweitet wird.
Darüber hinaus hat R2 mit ODIN-X eine neue Generation luftgestützter RF-Nutzlasten für Drohnen vorgestellt, nachdem das System in umkämpften Einsatzgebieten erprobt wurde.
R2 Wireless: ODIN arbeitet vollkommen lautlos
ODIN überwacht passiv das gesamte Funkspektrum. Es erkennt Signale, klassifiziert sie – unabhängig davon, ob es sich um eine Drohne, einen Störsender, ein Mobiltelefon, ein Funkgerät oder eine andere, potenziell gefährlichere Quelle handelt –, bestimmt ihren Ursprungsort und verfolgt sie in Echtzeit. Das System arbeitet vollkommen lautlos und sendet selbst keine Signale aus. Dadurch bleibt es auch in umkämpften Einsatzgebieten unentdeckt. Zudem funktioniert es weiterhin, selbst wenn Gegner verschlüsselte Kommunikation, Frequenzsprungverfahren oder GPS-Stör- und Täuschungsmaßnahmen einsetzen.
Israelische Quellen erklärten, dass ODIN für die Anforderungen heutiger Einsätze und die Herausforderungen zukünftiger Missionen entwickelt wurde. Das System basiert auf kommerziell verfügbarer Standardhardware (COTS – Commercial Off-The-Shelf), wodurch es vergleichsweise kostengünstig, leicht skalierbar und schnell einsatzbereit ist. Dank seines äußerst geringen Platz-, Gewichts- und Energiebedarfs kann es auf Drohnen, Fahrzeugen, Schiffen oder tragbaren Systemen installiert werden, ohne die jeweilige Trägerplattform wesentlich zu beeinträchtigen. Mit seiner offenen Architektur und einer standardbasierten API lässt sich ODIN nahtlos in beliebige Führungs- und Kontrollsysteme (C2) integrieren und bietet den Anwendern eine sofort einsatzbereite Lösung zur Überwachung und Analyse des elektromagnetischen Spektrums für unterschiedlichste Einsatzszenarien.
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