Rotes Meer: Angriff auf US-Zerstörer

Gestern Nachmittag um ca. 16:45 Uhr Ortszeit wurde ein Anti-Schiffs-Marschflugkörper aus den Gebieten der Huthi-Miliz im Jemen auf die im südlichen Roten Meer operierende USS Laboon abgefeuert. Zwar konnte der Flugkörper von US-Kampfflugzeugen in Küstennähe abgefangen werden, doch zeigt der Fall erneut die angespannte Lage im Nahen Osten. Eine baldige EU-Mission zum Schutz der Handelswege wird ebenso erwartet wie eine deutsche Beteiligung daran.

Rotes Meer: Der Lenkwaffenzerstörer USS Laboon (DDG 58) wurde von der Huthi-Miliz angegriffen. Foto: U.S. Navy / Billy Ho
Der Lenkwaffenzerstörer USS Laboon (DDG 58) wurde im Roten Meer von der Huthi-Miliz angegriffen.
Foto: U.S. Navy / Billy Ho

Wie das U. S. Central Command in der Nacht zu Montag auf Twitter berichtete, wurden bei dem gezielten Angriff auf den US-Zerstörer weder Menschen verletzt noch Material beschädigt. Der erneut direkte Angriff auf US-Militär könnte als Antwort auf die britischen und amerikanischen Angriffe auf Radartechnik und Stellungen der Huthi-Miliz zu verstehen sein.

Laut US-Angaben wurden seit Mitte November mindestens 28 Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden durch die von Iran unterstützten Milizen angegriffen. Verwendet wurden dazu ballistische Anti-Schiffs-Raketen, Drohnen und Marschflugkörper. Auch Entführungen zählen zu den Angriffen, wie die des Auto-Frachters „Galaxy Leader“, der seit dem 19. November in der Gewalt der Huthi ist. Auch wenn die Kaperung des griechischen Öl-Tankers „St. Nikolas“ vor vier Tagen auf das Konto des Iran geht, trägt auch dieser Fall zur zunehmenden Unsicherheit in der Region bei.

Rotes Meer auf der Tagesordnung der EU

Gründe genug für die EU-Außenminister*innen, bald ein Mandat zu verabschieden, unter dem sich europäische Staaten am Schutz des freien Seehandels beteiligen können. Beim Neujahrsempfang der FDP Düsseldorf sagte die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, sie erwarte eine deutsche Beteiligung an diesem Einsatz, wie die Rheinische Post berichtet. Nach einem EU-Mandat müsste jedoch auch der Deutsche Bundestag zustimmen. Vermutet wird, dass die Fregatte „Hessen“ (F124-Klasse) an einer solchen Mission beteiligt werden könnte, da ihr Auslaufen in Richtung Rotes Meer nach Informationen der Welt am Sonntag für den 1. Februar geplant ist.

Die 2006 in Dienst gestellte „Hessen“ wäre als Vertreterin der SACHSEN-Klasse (F124) mit ihrer auf Luftverteidigung spezialisierten Ausstattung für die Sicherung des Schiffsverkehrs gegenüber der Huthi-Miliz im Roten Meer prädestiniert. cpmFORUM berichtete über die verschiedenen Radarsysteme und Bewaffnung der F124-Klasse.

Navid Linnemann

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