Israelische Marine: Vierte und letzte Korvette der Sa’ar-6-Klasse in Dienst gestellt

Während des aktuellen Kriegs in Gaza wird Israel auch von anderen Seiten angegriffen. Die Huthi-Rebellen im Jemen beschießen seit Wochen nicht nur Israel mit Raketen, sondern auch Schiffe im Roten Meer, denen sie eine Unterstützung Israels vorwerfen. Die jetzt erfolgte Indienststellung der vierten – von ThyssenKrupp Marine Systems entworfenen – Korvette der Sa’ar-6-Klasse „Nitzahon“ (Sieg) soll umgehend die israelischen Seestreitkräfte in der Verteidigung des Landes unterstützen.

Am 11. November 2020 nahmen die israelischen Verteidigungskräfte die erste Korvette der Sa'ar-6-Klasse in ihre Flotte auf. Die Flaggenübergabezeremonie fand in Deutschland statt, wo das erste Schiff, die INS "Magen", offiziell an die israelische Marine übergeben wurde.
Am 11. November 2020 nahmen die israelischen Verteidigungskräfte die erste Korvette der Sa'ar-6-Klasse in ihre Flotte auf. Die Flaggenübergabezeremonie fand in Deutschland statt, wo das erste Schiff, die INS "Magen", offiziell an die israelische Marine übergeben wurde.
Foto: Israel Defense Forces

Fast zweieinhalb Jahre nach der Übergabe an Israel ist auch die vierte der in Deutschland bei German Naval Yards in Kiel gebauten Korvetten der Sa’ar-6-Klasse am 12. Dezember 2023 in Dienst gestellt worden. Die vier Schiffe tragen die Bezeichnungen „Magen“ (Schild), „Oz“ (Tapferkeit), „Atzmaut“ (Unabhängigkeit) und „Nitzahon“. Sie sollen zukünftig die drei bisherigen, in den USA gebauten Korvetten der Sa’ar-5-Klasse ersetzen. Über Fregatten verfügt die israelische Marine aus Kostengründen bisher nicht. Jede der vier Korvetten ist mit etwa 80 Matrosen besetzt und verfügt neben modernster israelischer Bewaffnung auch über einen Helikopterlandeplatz.

In Auftrag gegeben wurden die Korvetten Sa’ar-6-Klasse im Mai 2015 und sollen insbesondere die von der libanesischen Hisbollah bedrohte Gasförderung im Mittelmeer westlich von Haifa und die Seehandelsrouten nach Israel schützen. Das Auftragsvolumen (nur die Schiffe, ohne Waffen und Sensoren) belief sich auf 430 Mio. € und wurde zu etwas weniger als einem Drittel von der Bundesrepublik Deutschland getragen. Die erste Korvette wurde 2019 vom Stapel gelassen und anschließend an Israel übergeben.

Die Sa’ar-6-Klasse von ThyssenKrupp Marine Systems

Von ThyssenKrupp Marine Systems auf Grundlage der MEKO-Reihe entworfen und auf der Werft von German Naval Yards Kiel gebaut, erfüllen die vier Korvetten der Sa’ar-6-Klasse einige besondere Wünsche der israelischen Marine: Neben dem Landeplatz für Helikopter (z. B. Sikorsky SH-60 Seahawk) und Mitnahme von bis zu zwei Drohnen zählt dazu auch eine stärkere Bewaffnung. Diese kommt – wie die Elektronik der Schiffe – fast ausschließlich aus israelischer Produktion und wurde nach der Überführung nach Israel in Haifa bei Israel Shipyards montiert.

Bewaffnung der Sa’ar-6-Klasse u. a.:

  • 1 x 7,62 cm L/62 von Leonardo
  • 2 x 25 mm Typhoon Geschütze von Rafael
  • 16 Harpoon II-Anti-Schiffsraketen oder Gabriel-Seezielflugkörper von Israel Aerospace Industries
  • 32 Barak 8-Flugabwehrraketen (Senkrechtstarter) von Israel Aerospace Industries
  • C-Dome-System (maritime Version des Iron Dome) von Rafael
  • 6 x 324 mm-Torpedorohre

Die mit vier Dieselmotoren und zwei Propellern ausgestatteten Korvetten erreichen eine Geschwindigkeit von 30 kn (56 km/h) und verfügen über Tarnkappeneigenschaften. Die Korvetten sind 92 m lang, 13 m breit und haben eine 13 m und eine Volllastverdrängung von etwa 1.900 t.

Maritime Bedrohungslage um Israel

Die Hamas ist nicht nur im Gazastreifen selbst eine Bedrohung für Israel, sondern auch im Mittelmeer. Hier soll die Terrororganisation mittlerweile über Unterwasserdrohnen verfügen, wie Propagandavideos zeigen.

Eine deutlich größere Bedrohung stellen jedoch die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen dar, die bereits seit Wochen mit Raketen auf internationale Handelsschiffe feuern – zuletzt gestern auf einen norwegischen Tanker. Doch auch ein US-Kriegsschiff wurde bereits beschossen und der am 19. November gekaperte Auto-Frachter Galaxy Leader (japanische Reederei Nippon Yūsen, Flagge Bahamas) befindet sich immer noch in der Gewalt der Rebellen.

Die Indienststellung der vierten Korvette der Sa’ar-6-Klasse kommt daher genau zur richtigen Zeit und unterstützt die israelischen Seestreitkräfte. So können diese beispielsweise aus dem Jemen nach Israel abgefeuerte Raketen mit dem C-Dome-System vom Roten Meer aus abwehren.

Navid Linnemann

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