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Schweiz liefert ferngesteuerten Minenräummaschine zur humanitäre Minenräumung

Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) in der Schweiz unterstützt den ukrainischen Dienst für Katastrophenhilfe mit einer ferngesteuerten Minenräummaschine, um die seit Kriegsbeginn mit Minen, Streumunition und explosiven Kriegsmunitionsrückständen belasteten Flächen sicher, rasch und effizient zu räumen. Das System DIGGER D-250 der schweizerischen Stiftung DIGGER wurde am 29. August 2023 an das VBS übergeben und ist nun bereit für die Überführung durch die Stiftung Van For Life per Lastwagen in die Ukraine. Dies soll im September vollzogen werden.
DIGGER D-250
Foto: DIGGER Foundation

Angesichts der seit Kriegsbeginn stark zugenommenen Flächen, die mit Minen, Streumunition und explosiven Kriegsmunitionsrückständen belastet sind, hat die Ukraine einen großen Bedarf an spezialisierter Ausrüstung für die humanitäre Minenräumung. Dazu gehören insbesondere mechanische Räummittel, um die belasteten Flächen sicher, rasch und effizient zu räumen.

Das Gesamtpaket DIGGER, welches das VBS der Ukraine zur Verfügung stellt, hat einen Wert von 1,2 Millionen Franken: Neben dem Raupenfahrzeig, das Personenminen unschädlich machen kann, beinhaltet das Paket auch einen Lastwagen mit Anhänger sowie ein Ersatzteilpaket für insgesamt drei Jahre. Außerdem werden die ukrainischen Behörden vor Ort durch Experten der Stiftung DIGGER geschult. Mit diesem Beitrag sollen Räumarbeiten in der humanitären Minenräumung in der Ukraine sicherer, effizienter und wirksamer durchgeführt werden können.

DIGGER: Beste Technologie zur humanitären Minenräumung

Seit ihrer Gründung besteht das Ziel der Stiftung Digger darin, den Bedürfnissen der Minenräumenden zu entsprechen. Laut eigenen Angaben werden die Innovationen von den Menschen vor Ort inspiriert, die ihr Leben riskieren. Die Forschung und Entwicklung ist fortlaufend, um die Technologien an die Besonderheiten jedes Minenräumeinsatzes anzupassen. Die Stiftung liefert aber nicht nur das System, sondern verfolgt den Einsatz aufmerksam und stellt einen langfristigen Kundendienst sowie Ausbildung sicher.

Als gemeinnützige Stiftung sucht die Stiftung Digger immer wieder bei öffentlichen und privaten Geldgebern Geld zu sammeln, um die Ausarbeitung von neuen Projekten und den Einsatz der Technologien zu ermöglichen.

DIGGER D-250

Digger E-250 ist das neuste Modell der Minenräummaschinen, welche die Stiftung Digger in der Schweiz entwirft und baut. Dieses 12 Tonnen schwere, gepanzerte Raupenfahrzeug verfügt über eine ausgeklügelte Minenfräse, mit der es den Boden mit hoher Geschwindigkeit umpflügt. Es zerstört die Landminen, indem es sie zermalmt oder explodieren lässt. Die DIGGER D-250 funktioniert mit einer Fernbedienung, damit sie von den Piloten aus sicherer Distanz – bis zu 500 m – gelenkt werden kann.

DIGGER D-250 ist mit dem Tiller DIGGER Twin-Picks ausgestattet, der von der schwedischen Armee im Rahmen der CWA-15044-Tests erfolgreich mit Panzerabwehrminen bis 8 kg TNT getestet wurde. Die schwingende Raupenkette verteilt ihre Masse homogener auf dem Boden als ein stationäres System, wodurch ihre Leistungsfähigkeit auf jedem Gelände deutlich erhöht wird. Sie wird mit einem John-Deere-Dieselmotor mit 250 PS angetrieben und ist mit einem speziell dimensionierten Kühlsystem ausgestattet, um ohne Unterbruch mit voller Leistung in den heißesten Gegenden des Planeten zu arbeiten. Auch Staub macht ihr dank ihrem dreistufigen Luftfiltersystem keine Probleme.

Das System kann mit vier verschiedenen Werkzeugtypen ausgerüstet werden: DIGGER-DTR-Werkzeuge (Flegel oder Minenfräse usw.), Caterpillar-Werkzeuge (Heckbagger, Baggerschaufel, Palettengabel, usw.), landwirtschaftliche Werkzeuge (Forstwinde, Drillmaschine, Pflug, usw.) sowie Werkzeuge, die von der F&E-Abteilung entwickelt und hergestellt werden, um Ihrem spezifischen Bedarf zu entsprechen.

Die Maschine kann je nach Gelände zwischen 300 und 1.800 Quadratmeter pro Stunde bearbeiten, während manuelle Minenräumende im Durchschnitt nur 5 bis 20 Quadratmeter pro Tag räumen. In über zwei Jahrzehnten hatte die Stiftung keinen einzigen Minenräumunfall.

Hauptquelle: Presseinformation von VBS

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