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Sentinel Storm – low cost short range IAMD

Kostengünstig. Massenproduzierbar. Einsatzbereit.

Loitering Munition und Drohnenschwärme haben in realen Konflikten eine strukturelle Schwäche konventioneller Luftverteidigung offengelegt: die Kostengleichung geht nicht auf. Eine Lenkwaffe für mehrere hunderttausend Euro (oder mehr) gegen eine Drohne für wenige tausend Euro einzusetzen, ist kein tragfähiges Modell, erst recht nicht in Mengen, die bei Schwarmangriffen notwendig sind. Hinzu kommt, dass GNSS-Jamming und elektronische Gegenmaßnahmen gängige Systeme zunehmend angreifbar machen. Auf dem GBAD Summit 2026 präsentierte Eurobotics mit Sentinel Storm eine mögliche Lösung für dieses Problem. Lesen Sie hier den Referentenreport zum Vortrag in Berlin.

Sentinel Storm: Eurobotics selbst ist noch ein sehr junges Unternehmen, versteht es allerdings unbemannte Fähigkeiten zu vereinen.
Eurobotics selbst ist noch ein sehr junges Unternehmen, versteht es allerdings unbemannte Fähigkeiten zu vereinen.
Foto: CPM / Sascha Schuermann

Sentinel Storm ist ein massenproduzierbares, kinetisches IAMD Guidance System, das genau diese beiden Probleme adressiert. Die Technologie wurde in Australien gemeinsam mit der Royal Australian Air Force als Innovationsprojekt entwickelt und umfassend erprobt. Das System besteht aus dem Sentinel Storm Mission and Guidance System sowie der Strike Interceptor-Plattform und ist darauf ausgelegt, zu geringen Kosten in hohen Stückzahlen produziert zu werden.

Das System kann darüber hinaus gegen schwarmfähige Unmanned Surface Vessels (USVs) eingesetzt werden oder Bodenziele über optische Führung jenseits der Sichtlinie (BVR) bekämpfen.

Sentinel Storm

Sentinel Storm ist das Herzstück des Systems: ein autonomes Guidance and Steering System auf Basis optischer Sensorik (Tag und Nacht) und onboard Edge Computing. Es kann auf verschiedenen Plattformen eingesetzt werden und eignet sich sowohl für die Abwehr fliegender Ziele als auch für den Einsatz von Boden- und Seezielen.

Sobald ein Ziel optisch erfasst ist, führt Sentinel Storm das Engagement vollständig autonom durch, bis das Ziel bekämpft wurde, ein Rückrufbefehl erteilt wird oder die Plattform die Akkukapazität erschöpft hat. Das macht Sentinel Storm strukturell resilient gegenüber GPS-Jamming, Spoofing und elektronischen Gegenmaßnahmen, die gegen aktuelle Shahed-Angriffe ohnehin zunehmend an Wirksamkeit verlieren.

Strike

Strike ist eine der Plattformen, die Sentinel Storm als Guidance System nutzt, um Luftziele wie Shahed-Drohnen, tieffliegende Marschflugkörper, Helikopter und tieffliegende Luftfahrzeuge zu bekämpfen. Das System fliegt mit bis zu 250 km/h und erreicht das Ziel in der Luft mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent auf unter 5 Metern. Es kann Wirkladungen von bis zu 1.000 Gramm in Kombination mit Splitterwirkung tragen, was ausreicht, um das Ziel dauerhaft außer Gefecht zu setzen. Strike ist auf Schnelligkeit, Agilität und Massenproduktion ausgelegt.

Die Interceptordrohne STRIKE von Eurobotics liegt gut in der Hand.
Die Interceptordrohne STRIKE von Eurobotics liegt gut in der Hand.
Foto: CPM / Sascha Schuermann

Strike verfügt über drei faltbare Ausleger mit Elektromotoren und startet aus einem witterungsgeschützten Container. Mehrere Container können zu einem 3 x 3 Matrix System zusammengestellt und an beliebigen Standorten positioniert werden, etwa auf Fabrikdächern oder am Flughafenperimetern.

Wirkprinzip

Sentinel Storm kann initiale Zielinformationen aus verschiedenen Quellen beziehen: Radar, Acoustic Sensors, Stereo Kameras oder RF Direction Finders. Offene Software-Schnittstellen ermöglichen eine schnelle Integration in bestehende Surveillance Systeme.

Nach dem Start fliegt Strike zu einem vordefinierten Punkt im Luftraum, an dem das onboard Kamerasystem die Zielsuche aufnimmt. Bis zum Wechsel in den Autonomous Mode erhält Strike Datalink Command Guidance. Sobald das Ziel optisch erfasst ist, bewertet die bordeigene Classification Logic in Echtzeit, ob es sich um ein gültiges Ziel handelt oder nicht. Das ermöglicht die Unterscheidung eigener und gegnerischer Plattformen, zum Beispiel die Nutzung ausschließlich gegen gegnerische Hubschraubertypen.

Eurobotics brachte gleich zwei Systeme mit zum GBAD-Summit: das UGV Mule und die Überschalldrohne FALCON.
Eurobotics brachte gleich zwei Systeme mit zum GBAD-Summit: das UGV Mule und die Überschalldrohne FALCON.
Foto: CPM / Sascha Schuermann

Ein Man-on-the-Loop kann Strike anschließend anweisen, einzugreifen, abzubrechen oder die Suche nach weiteren Zielen fortzusetzen. In Bereichen ohne eigene Luftfahrzeuge kann diese Funktion entfallen und das System kann bei Bedarf autonom entscheiden. Eine einzige Ground Station kann mehrere Strike Interceptors gleichzeitig steuern, Ziele priorisieren und zuweisen, um auch koordinierte Swarm Angriffe zu bewältigen.

Technologiereife

Die Entwicklung von Sentinel Storm und Strike begann 2022 als Innovationsprojekt der Royal Australian Air Force und C2 Robotics. Die Technologie hat sich seitdem vom Proof of Concept auf TRL 7 entwickelt und die Fähigkeit nachgewiesen, mehrere Ziele gleichzeitig mit mehreren Interceptors kostengünstig zu bekämpfen.

Sentinel Storm wurde auf mehreren verschiedenen fliegenden Plattformen erprobt, darunter auch strahlgetriebene Interceptoren gegen schnellere Ziele. Strike ist die jüngste und wirtschaftlich günstigste Version für den Abfang-Einsatz.

Sentinel Storm in Kombination mit Strike ist ein Kinetic Kill System, welches auf der Logik basiert:  niedrige Kosten, hohe Stückzahl.

 

Text: Autorenteam Eurobotics

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