„Zum ersten Mal wurde eine Shahed-Drohne entdeckt, die mit einem tragbaren Flugabwehrsystem (Man-Portable Air Defence System – MANPADS) ausgestattet ist und über eine Kamera und ein Funkmodem verfügt. Der Flugkörperstart wird von einem Operateur vom russischen Territorium aus durchgeführt. Der Feind sucht nach neuen Wegen, um unsere Flugzeuge zu zerstören“, berichtet Generalmajor Vladyslav Klochkov auf LinkedIn. „Armeeflieger müssen diese neue Bedrohung berücksichtigen und es vermeiden, sich einer Shahed auf ihrem Rückflug zu nähern.“
Mit diesen MANPADS werden die russischen Shahed-Drohnen also befähigt, gegnerische Flugzeuge wirksam zu bekämpfen. Für die NATO stellt dies wiederum tatsächlich ein größeres Problem dar als für die ukrainischen Streitkräfte, da sie – zumindest in Europa – nicht über drohnenbasierte Abwehrmaßnahmen verfügen.
Russland reagiert auf NATO-Vorgehen
Als Anfang September 2025 eine gemischte Drohnengruppe bestehend aus bewaffneten Shahed sowie reinen Decoy-Gerbera tief in den polnischen Luftraum eindrang, mussten alliierte Kampfflugzeuge, darunter niederländische F-35, diese abfangen (wir berichteten).
Das damalige Vorgehen Russlands war ein deutlicher Test der NATO-Fähigkeiten zur Abwehr von Shahed- und bauähnlichen Drohnen, die sich durch eine hohe Geschwindigkeit bei gleichzeitig großer Flughöhe auszeichnen. Die NATO konnte seinerzeit mit ihren Kampfflugzeugen nur einen Bruchteil der eindringenden Drohnen abfangen, den meisten ging schlicht der Sprit aus. Doch selbst auf diese geringe (und teure) Abfangquote reagiert Russland nun mit den mit MANPADS bewaffneten Shahed.
Die Shahed-Killer der Ukraine
Der Ukraine stehen wiederum andere Abfangmittel zur Verfügung, deren Streitkräfte bekämpfen die russisch-iranischen Systeme hauptsächlich mit eigenen Drohnen. Diese gleichsam günstigen Systeme besitzen eine hohe Trefferrate und lassen sich in großen Stückzahlen herstellen.
Gefährlich bleiben die mit MANPADS bewaffneten Shahed allerdings auch für die ukrainischen Streitkräfte. Warnungen wurden an die Besatzungen der Hubschrauber ausgegeben, die bisher Meldungen über Sichtungen und Flugrouten ausgaben. Ebenfalls gewarnt wurden die Piloten der Kampfflugzeuge, dass sie sich von Drohnenschwärmen fernhalten sollten.
Während die Ukraine sich an die neue Entwicklung aus Russland schnell anpassen kann, erfordert es in den Luftstreitkräften der NATO ein deutlicheres Umdenken. Die eigentlich zum Schutz, etwa zu Eastern Sentry, entsandten Kampfflugzeuge sind nun selbst nicht mehr sicher, sollten sich Drohnenschwärme nähern. Die Grenze zwischen Jäger und Gejagtem verschwimmt. Und Russland beweist erneut seine Innovationskraft, indem es das Vorgehen der NATO erst austestet und dann darauf reagiert.
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