Laser sind – einmal beschafft und unter den richtigen Umweltbedingungen – die perfekte Lösung zur Drohnenabwehr. Zumindest in der Theorie. In der Praxis liegt die große Herausforderung im Verfolgen und dem Halten des Laserpunkts auf dem Ziel für eine ausreichende Zeit. Wer dies meisterte, der hatte eine wirksame Waffe gegen Drohnen. Bisher schien der deutsche Markt daher aufgeteilt in die beiden großen Player Rheinmetall und MBDA Deutschland, die gemeinsam ihre Lösung der Bundeswehr anboten. Doch heute kam mit INLEAP Photonics ein Start-up dazu, das zudem für sich in Anspruch nimmt eine deutlich schnellere Laserlenkung realisiert zu haben.
Mit INLEAP FASTLIGHT SHIELD bringt das Unternehmen eine nach eigenen Aussagen marktreife, augensichere und kosteneffiziente Lösung auf den Markt bringt, um Menschen, kritische Infrastrukturen, urbane Räume und sicherheitsrelevante Einrichtungen zuverlässig vor Drohnen zu schützen. Das System lenkt demnach Laserstrahlen bis zu 2500x schneller als herkömmliche Lösungen, wodurch sich industrielle laserbasierte Produktionsprozesse, wie beispielsweise in der Additiven Fertigung und Batteriezellenproduktion, bereits signifikant beschleunigen ließen. Auf Basis dieser Hochpräzisionstechnik wurde die Technologie nun kontinuierlich zu einem laserbasierten Gesamtsystem weiterentwickelt, das eine sichere, zuverlässige und effektive Drohnenabwehr ermöglicht.
Hovisem – Laser für die Deutsche Marine?
Der gewählte Zeitpunkt zur Vorstellung der neuen Lösung eines Lasersystems zur Drohnenabwehr hätte nicht besser sein können. Wie The Pioneer berichtet, wird der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Vorlage zur Beschaffung von Laserwaffen für die Deutsche Marine – der Name des Bundeswehr-Programms ist„Hovisem“, angeboten wird es durch die Unternehmen Rheinmetall und MBDA Deutschland – nicht genehmigen. Die Gründe laut The Pioneer: Direkte Vergabe ohne Ausschreibung. Und das System sei zu teuer, es gebe günstigere Alternativen.
Das Lasersystem für Hovisem war bereits in der Deutschen Marine in der erfolgreichen Erprobung (wir berichteten). Nun müsste ein Alternativsystem erst einmal entsprechende Tests durchführen und vorweisen, wobei besonders die Wasserumgebung eine Herausforderung darstellt, da innerhalb der Line-of-Sight, die ein Laser immer benötigt, Umweltbedingungen wie Gischt, Nebel, Luftfeuchtigkeit usw. die Wirksamkeit des Lasers mit steigender Entfernung deutlicher heruntersetzen, als dies beispielsweise in trockenen Umgebungen der Fall ist.
Was wiederum keine große Herausforderung sein dürfte ist die Energie, die der Laser benötigt. Wie Defence Network aus Kreisen der Rüstungsindustrie erfahren konnte, entspricht die zum Zeitpunkt des „Schusses“ notwendige Energie der meisten Laserwaffen noch nicht einmal jener, die ein Elektroauto beim Start benötigt.
KI identifiziert die Schwachstellen der Drohnen
Nun präsentiert also INLEAP Photonics mit seinem INLEAP FASTLIGHT SHIELD einen Laser, der Drohnen innerhalb von Sekundenbruchteilen gezielt an identifizierten Schwachstellen neutralisiert. Die Schwachstelle wurde zuvor mit KI ermittelt.
Eine im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunde unter Führung des High-Tech Gründerfonds (HTGF) bestätigte bereits das hohe Markt- und Vertrauenspotenzial der Lösung. Die Finanzierungsrunde ermöglicht INLEAP Photonics, die Skalierung und den Markteintritt im Defence- und Sicherheitsumfeld weiter voranzutreiben. An der Runde beteiligten sich zudem Ventis Capital sowie mehrere private Investoren.
Dr.-Ing. Marius Lammers, Chief Executive Officer von INLEAP Photonics, betont: „Die sicherheitspolitischen und technischen Rahmenbedingungen sind herausfordernd: Drohnen stehen vergleichsweise kostengünstig zur Verfügung und sind leistungsfähige Flugobjekte, die sich für Spionage und als Waffen einsetzen lassen oder Schäden an Infrastrukturen wie Stromnetzen oder Störungen im Flugverkehr verursachen können. Eine effektive Drohnenabwehr ist deshalb essentiell für den Schutz von Menschen und kritischen Infrastrukturen. Unsere Technologie löst dabei zentrale operative Herausforderungen: Der Betrieb ist augensicher, das System aufgrund seiner kompakten Abmessungen mobil einsetzbar und zudem kostengünstig – perfekt geeignet für den Einsatz in urbanen und schwer zugänglichen Gebieten.“
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