Swarm Forge – US-Armee testet tödliche KI-Drohnen

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und viele Drohnen noch keinen Schwarm. Wie bei Vögeln definiert sich Schwarmverhalten nicht durch die Anzahl, sondern durch das geschlossene Agieren als ein Körper. Auterion behauptet jetzt, genau diesen Sprung bei einem Test in den USA gemacht zu haben. Mit Swarm Forge verfolgen die USA zudem eine gezielte Strategie, KI in allen Netzwerken nutzbar zu machen.

Swarm Forge: Eine der am Test von Auterion beteiligten Drohnen wird durch einen US-Soldaten vorbereitet.
Eine der am Test von Auterion beteiligten Drohnen wird durch einen US-Soldaten vorbereitet.
Screenshot: "US-Kriegministerium"

Jedoch kommt alles auf die Definition an: Auch bei Auterion agieren die Drohnen nicht völlig selbstständig, sondern werden noch von einem menschlichen Bediener gesteuert – allerdings nicht mehr einer je Drohne.

„Das Modell ‚ein Pilot, eine Drohne‘ ist überholt“, bekräftigte dementsprechend Lorenz Meier, Gründer und CEO von Auterion. „Was wir in Florida gezeigt haben, ist, dass nun Software entscheidet, wer Masse in den Kampf bringt. Ein Soldat. Drei Ziele. Ein koordinierter Angriff.“

Erster One-to-Many-Angriff von Auterion

Damit wäre beim Test ein wesentlicher Schritt in die Zukunft gelungen, der zukünftig Kräfte einsparen soll. Konkret konnte nach Angaben von Auterion der Live-Fire-Betrieb von drei autonomen Strike-Drohnen auf einem US-Militärübungsplatz in Florida mit einem kommandierenden Operator durchgeführt werden. Unterstützt durch das Swarm Forge Programm der USA.

Zwei der Ziele sind bereits getroffen, das dritte folgt sogleich.
Zwei der Ziele sind bereits getroffen, das dritte folgt sogleich.
Screenshot: "US-Kriegministerium"

Im Rahmen des Tests zerstörten diese gleichzeitig drei voneinander getrennte Ziele mit Explosively Formed Penetrator (EFP)-Gefechtsköpfen von Kraken Kinetics. Der erfolgreiche Live-Fire-Test von Auterion baut auf früheren Demonstrationen auf, bei denen Auterion erstmals Drohnen unterschiedlicher Hersteller in einem gemeinsamen Schwarm zusammenführte.

Wann ist ein Schwarm ein Schwarm?

In einem vom US-amerikanischen „Kriegsministerium“ zum Thema Swarm Forge veröffentlichten Video ist zu sehen, dass eine der Drohnen als Leader agiert, um dann mehrere Ziele eines dargestellten Konvois in enger zeitlicher Abfolge durch ausführende Drohnen angreifen zu lassen.

Ein echter Schwarm wäre dieses Vorgehen allerdings nur dann, wenn es keine definierte „Leader Drone“ gäbe, sondern die vernetzten Drohnen als eine Einheit die Ziele unter sich aufteilen.

Doch dieser Schritt scheint nur noch ein kleiner für Auterion zu sein. Laut Angaben des Unternehmens war die Kombination aus Auterions Skynode-Technologie und der Nemyx-Schwarmsoftware Grundlage für den erfolgten Test. Während der Operator Ziele zuwies und den Waffeneinsatz freigab, übernahm die Software autonom Navigation, Formationsflug, Kollisionsvermeidung und Zielanflug.

Der von Auterion-Chef Meier verwendete Begriff „autonome Masse“ trifft es womöglich besser als „Schwarm“. Dabei gehe es auch nicht darum, mehr Drohnen zu fliegen, so Meier, sondern „darum, die Kill Chain so zu verkürzen, dass die Entscheidung bis zur Umsetzung schneller erfolgt, als der Feind reagieren kann.“

US-Armee setzt auf Swarm Forge und KI-Implementierung

Der Test gilt zugleich als Vorgeschmack auf das US-amerikanische Programm „Swarm Forge“, das neue Einsatzkonzepte für KI-gestützte Systeme entwickeln und skalieren soll.

Dazu verkündete der US-amerikanische „Kriegsminister“ Pete Hegseth jüngst, man wolle die KI-Technologie Grok von Elon Musks Firma x AI in jedes nicht klassifizierte und klassifizierte Netzwerk der US-Streitkräfte implementieren.

„Wir werden KI-Modelle allein nach diesem Maßstab beurteilen: sachlich korrekt, missionsrelevant und ohne ideologische Einschränkungen, die rechtmäßige militärische Anwendungen einschränken“, erklärte Hegseth in Texas Teile von Swarm Forge. Wie verlässlich Musks KI im Bezug auf „sachlich korrekt“ ist, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

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