Unterwasserautonomie für Aufklärung und Spezialkräfte

Wie in allen Bereichen schreiten aktuell auch die Entwicklungen bei der Unterwasserautonomie rasant voran. Dabei geht es um das flexible und automatisierte Aussetzen autonomer Unterwasserfahrzeuge (AUVs; Autonomous Underwater Vehicles) von U-Booten bis zur Integration fortschrittlicher Lithium-Ionen-Batterien um die Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft in maritimen Operationen zu verbessern bzw. neu zu definieren. Diese UAVs können von Aufklärungsmissionen über die Verbringung von Spezialkräften bis hin zu logistischen Versorgung der Spezialkräfte nach einer Anlandung eingesetzt werden.

Unterwasserautonomie für Aufklärung und Spezialkräfte
Die sichere Batterietechnologie des unbemannten Unterwasserfahrzeugs Iver4 900 erfordert keine spezielle Ausrüstung für den Transport mit kommerziellen Flugzeugen oder U-Booten. Das Iver4 900 AUV bietet Anwendern ein neues, leistungsstarkes System mit einer Reichweite von 300 Metern, langer Einsatzdauer und ohne Transportbeschränkungen. Es bietet mit wiederaufladbaren NiMH-Akkus Laufzeiten von bis zu 20 Stunden und eine Reichweite von 40 Seemeilen, mit Lithium-Ionen-Akkus sind Laufzeiten von 40 Stunden und 80 Seemeilen möglich.
Illustration: L3H

Gerade aktuelle Entwicklungen der U.S. Navy und der britischen Royal Navy im Bereich der Unterwasserautonomie sollen in Kooperation mit der Industrie neue Meilensteine setzen. Beide Navies arbeiten unter anderem mit dem Technologiekonzern L3Harris dabei zusammen. In der Vergangenheit wurde schon ein paar entscheidende Innovationen erreicht, die nun für den Einsatz in der gesamten Flotte bereit sind.

  • Als erstes Unternehmen gelang es im Januar 2023, ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug von einem fahrenden U-Boot der U.S. Navy aus zu starten und zu bergen. Dies beschleunigt die Vorgänge und macht das U-Boot in dieser Zeit weniger verwundbar. Laut Hersteller ist diese bahnbrechende, von L3Harris entwickelte Technologie eine Revolution für den Einsatz und die Bergung autonomer Unterwasserfahrzeuge (AUVs) und ermöglicht einen reibungslosen Betrieb in realen maritimen Umgebungen.
  • Im November 2024 wurde die erste Lithium-Ionen-Technologie von der U.S. Navy für den Einsatz auf U-Booten zugelassen. L3Harris integrierte das fortschrittliche Lithium-Ionen-Batteriesysteme in unbemannte Plattformen und verbesserte so Reichweite, Sicherheit und Energieeffizienz. Dieser Meilenstein ist eine proaktive Reaktion auf den sich wandelnden Energiebedarf.
  • Erste Technologie für Torpedorohrstart und -bergung (TTL&R; Torpedo Tube Launch and Recovery) bei der britischen Royal Navy im Jahr 2025. Damals führte die Royal Navy erstmals diese Technologie ein.

Für Unterwasserautonomie bietet es mit wiederaufladbaren NiMH-Akkus Laufzeiten von bis zu 20 Stunden und eine Reichweite von 40 Seemeilen, mit Lithium-Ionen-Akkus sind Laufzeiten von 40 Stunden und 80 Seemeilen möglich. (Grafik: L3H)

Bahnbrechende Hybrid-AUV-Technologie für überlegene Einsatzfähigkeit

Nach Herstellerangaben setzen die IVER-AUVs von L3Harris neue Maßstäbe für hybride autonome Systeme, indem sie die Stärken bemannter und unbemannter Systeme vereinen. Diese AUVs sind für überlegene Einsatzfähigkeit in komplexen Unterwasserumgebungen konzipiert.

Ausgestattet mit modularen Nutzlasten, fortschrittlicher Autonomie und integrierten Sensoren bietet das Iver-AUV ein beispielloses Lagebewusstsein und Flexibilität. Dieses Hybrid-Design ermöglicht die nahtlose Zusammenarbeit zwischen Bedienern und unbemannten Plattformen und gewährleistet so den Erfolg von Missionen mit Unterwasserautonomie selbst unter anspruchsvollsten Bedingungen.

Ein Matrose an Bord der USS DELAWARE wendet ein Iver4 900 AUV zur Lagerung außerhalb des Torpedoraums. (Foto- US Navy)
Ein Matrose an Bord der USS DELAWARE wendet ein Iver4 900 AUV zur Lagerung außerhalb des Torpedoraums.
Foto: US Navy

Die Iver-AUVs sind sowohl in flachen Küstengewässern als auch in der Tiefsee einsetzbar. Diese Anpassungsfähigkeit ist entscheidend, da die Branche zunehmend auf integrierte und hybride Einsatzmodelle setzt.

Fortschrittliche Energielösungen dank Lithium-Ionen-Technologie

Im November 2024 erreichte L3Harris einen wichtigen Meilenstein mit der Auslieferung unbemannter Systeme, die mit fortschrittlicher Lithium-Ionen-Batterietechnologie ausgestattet sind. Dieser Durchbruch bedeutet einen bedeutenden Fortschritt in puncto Ausdauer, Zuverlässigkeit und Sicherheit autonomer Plattformen.

Lithium-Ionen-Batterien bieten im Vergleich zu herkömmlichen Energiequellen eine höhere Energiedichte und längere Lebensdauer. Dadurch können autonome Unterwasserfahrzeuge (AUVs) längere Missionen ohne Leistungseinbußen durchführen.

Die Integration der Lithium-Ionen-Technologie in die unbemannten Systeme unterstreicht die wandelnden Bedürfnissen der Kunden. Durch die Priorisierung von Energieeffizienz wird die Leistungsfähigkeit der Plattformen gesteigert.

Entscheidend ist aber auch, dass die besseren Fähigkeiten und die höhere Flexibilität mit der gröst möglichen Sicherheit einhergehen. Denn diese AUVs werden an Bord von U-Booten mitgeführt, und Feuer ist eine der größten Gefahren überhaupt. Daher müssen die Lithium-Ionen-Batterien absolut sicher sein.

Unterwasserautonomie – Herausforderung von Start und Bergung meistern

Start und Bergung zählen nach wie vor zu den komplexesten Operationen in der maritimen Robotik. Im Juli 2023 konnte ein Meilenstein erreicht werden. Erstmals wurde ein AUV durch ein fahrendes U-Boot der U.S. Navy ausgesetzt und geborgen. Laut Angaben des Systemherstellers L3Harris, das erste Mal weltweit überhaupt.

Manned-Unmanned Teaming zwischen AUVs und U-Booten. (Grafik: L3H)
Manned-Unmanned Teaming zwischen AUVs und U-Booten.
Illustration: L3H

Durch die Beherrschung der Start- und Bergungstechniken konnte eine zentrale Herausforderung der Nutzer gelöst und die Benutzerfreundlichkeit und Effektivität seiner AUV-Plattformen weiter verbessert werden.

Vision für die Zukunft

Diese Technologien sollen jetzt für die AUKUS-U-Boote skaliert werden. Das AUKUS-Sicherheitsabkommen zwischen Australien, Großbritannien und den USA sieht vor, Australien mit konventionell bewaffneten, aber nuklear angetriebenen Jagd-U-Booten (SSN) auszurüsten, um den Einfluss Chinas im Indopazifik zu begrenzen.

Australien plant, bis zu acht dieser U-Boote zu erwerben. Zunächst US-Boote der Virginia-Klasse (ab der 2030er Jahren) und später neu entwickelte SSN-AUKUS-Boote (ab den 2040er Jahren). Die Boote sind mit ca. 8.000 bis 9.800 Tonnen (getaucht) konzipiert und können mehrere Jahrzehnte ohne Auftanken operieren. Die Entwicklung der neuen SSN-AUKUS-Klasse soll auf Basis britischen Designs erfolgen, zunächst in Großbritannien und später in Australien (Adelaide).

Die Antriebstechnik (Reaktoren) und Waffensysteme sollen dabei aus den USA kommen. Aber zunächst soll Australien als Zwischenlösung drei bis fünf US-amerikanische Virginia-Klasse-U-Boote erhalten, um Lücken bis zur Verfügbarkeit der eigenen Flotte mit der SSN-AUKUS-Klasse zu schließen. Mit diesen sollen dann die konventionellen U-Boote der australischen Collins-Klasse ersetzt werden.

Manned-Unmanned Teaming wird bei allen neu gebauten U-Booten eine Kernfähigkeit sein. Dabei können die AUVs als Sensor voraus und Aufklärungsplattform genauso dienen wie als Effektor oder zu Verbringung und Versorgung der vom U-Boot aus eingesetzten maritimen Spezialkräfte.

Text: Redaktion / af

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