In einer Panel-Diskussion auf der Münchner Sicherheitskonferenz – an der teilnahmen – ging es um den Umgang mit Drohnen. Welche Veränderungen erwarten Sie speziell für das Heer durch den zunehmenden Einsatz von Drohnen?
Drohnen ermöglichen „Abstandsfähigkeit“ und ein umfassendes Lagebild in Echtzeit. Sie ermöglichen es, im Erstkontakt gegen den Feind zu wirken, ohne in Duellsituationen zu kommen und eigenes Personal zu gefährden. Daher sparen Drohnen im Ernstfall Blut. Das Heer ist bereits dabei, den Einsatz von Drohnen – und deren Abwehr – in allen Truppengattungen, mit allen verfügbaren Mitteln und auf allen Ebenen zum „Normalfall“ zu machen.
In Ihrem Eingangsstatement sprachen Sie davon, dass es im Prinzip schon alles Nötige für das Heer gäbe und jetzt nur noch beschafft werden müsse. Beißt sich diese Aussage nicht mit den immer kürzer werdenden Innovationsintervallen?
Das Heer hat mit einem Konzept zum Thema Drohnen und „loitering ammunitions“ einen umfassenden Bedarf ermittelt. Dabei geht es um unbemannte Fahrzeuge zu Land, Luft und See sowie um Suchmunition, die einen Raum gezielt überwachen kann und dann zu Einsatz kommt. Dieser Bedarf ist ein wichtiger Ausgangspunkt. Aber eben nur ein Ausgangspunkt.
Plattformen müssen zukünftig so gebaut sein, dass sie schnell modernisierbar, sind. Sie können es mit Ihrem neuen Handy vergleichen, es ist „modern“, bedarf aber fortwährender „Updates“, um funktionell zu bleiben. Diese kurzen Innovationszyklen können wir bei Wehrmaterial nur mitgehen, wenn wir Streitkräfte mit der Forschung und vor allem mit der Industrie eng verzahnen.
Sie erwähnten auch, dass die Truppe bereits dezentral über das Handgeld der Kommandeure Drohnen beschaffe. Dies sei gerade auch als Experimentierphase sehr wertvoll. Welches Potenzial sehen Sie in dieser am Bedarfsträger orientierten Vorgehensweise und wie könnte das Vorgehen noch verbessert werden?
Die dezentrale Beschaffung von Drohnen zu Übungs- und Ausbildungszwecken ist ein Einstieg. Ich möchte, dass Truppe und Industrie mehr und direkter miteinander reden. Das hilft dabei, auch das Richtige und Nötige schnell zu beschaffen. Gerade bei Drohnen, wo Entwicklungs- und Herstellungszeiten extrem kurz sind, bieten sich so viele Chancen.
Wir haben im Heer dazu bereits vor ein paar Jahren einen Test- und Versuchsverband aufgestellt, in dem wir neue Ansätze auf Truppentauglichkeit und Systemverträglichkeit mit vorhandenem Material testen können. Das ist das Einfallstor für Innovationen direkt in die Truppe hinein.
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