XPONENTIAL: Brasa Defence zeigt taktisches Duo

Naheliegend sind die Namen der von Brasa Defence Systems aus Lettland entwickelten Produkte durchaus – doch lohnen sich UGV und Drohnenrucksack, wie sie auf der XPONENTIAL Europe gezeigt wurden? Bei der Entwicklung sei man jedenfalls sehr nah an Einsatzerfahrung aus der Ukraine gewesen, hieß es auf der Düsseldorfer Messe.

Alles hat seinen Platz – Brasa Defence aus Lettland zeigt mit dem Beehive einen taktischen Drohnenrucksack.
Alles hat seinen Platz – Brasa Defence aus Lettland zeigt mit dem Beehive einen taktischen Drohnenrucksack.
Foto: Brasa

Aufgeklappt war der „Beehive“ – englisch für Bienenstock – ein Blickfang am Stand von Brasa. Hinter dem 50 Liter fassenden Rucksack verbirgt sich ein speziell auf die Bedürfnisse taktischer Drohnenpiloten ausgelegtes Tragesystem, welches Brasa in Zusammenarbeit mit aktiven Drohnenoperatoren aus der Ukraine entwickelt haben will.

Beehive – Wenn der Rucksack zum Hangar wird

Das Herzstück ist ein modulares Innenraumsystem, das Drohne, Akkus und Steuergerät so organisiert, dass im Einsatz keine Zeit durch Suchen verloren geht. Primär ausgelegt ist das System für die Autel T4 Evo Max, lässt sich aber über Wechseleinsätze an ähnlich große ISR-Drohnen anpassen. Selbst die Mitnahme mehrerer Drohnen ist möglich, wie das Titelbild dieses Artikels zeigt.

Zusätzlich gibt es jeweils angepasste Stauräume für die Brille, Ersatzakkus und weiteres Zubehör. Das Innenraumlayout kann schnell und individuell angepasst werden, um neue Drohnen oder Zubehör aufzunehmen. Im Rucksackdeckel verbirgt sich dann der Stauraum für die persönliche Ausrüstung des Soldaten, wie Nahrung, Ersatzkleidung oder ähnliches.

Im Deckel des Beehive ist Platz für persönliche Ausrüstung des Drohnenoperators.
Im Deckel des Beehive ist Platz für persönliche Ausrüstung des Drohnenoperators.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Brasa gibt an, man könne auf Kundenwunsch auch individuelle Lösungen für den Drohnentransport designen und optionen wie Kühlung oder Wärmedämmung für Akkus anbieten.

Das Beehive 50L ISR Drone Pack im Detail

  • Volumen: 50 Liter
  • Gewicht (leer): ca. 3,1 kg
  • Akkukapazität: bis zu 8 Standardakkus in dedizierten Fächern
  • Laptop-Fach: bis 15 Zoll, gepolstert
  • Material: Cordura, LiteShell-Korpus, Duraflex-Hardware, Mil-Spec-Klett
  • Wetterschutz: integrierte Regenabdeckung

Unhuman – Bodenroboter aus Drohnendenken geboren

Das zweite von Brasa am lettischen Messeauftritt gezeigte Produkt passte zwar nicht in den Rucksack, war dennoch eine Drohne – ein UGV. Das unbemannte Bodenfahrzeug „Unhuman“ ist bereits ein einsatzbereites Kampfmittel und kein Prototyp mehr. Wie andere UGVs auch, soll es Missionen übernehmen, die für Menschen zu riskant sein könnten.

Das UGV Unhuman kann "unmenschlich" viel Last durchs Gelände bewegen.
Das UGV Unhuman kann "unmenschlich" viel Last durchs Gelände bewegen.
Foto: Brasa

Der Ansatz hinter dem Fahrzeug ist dabei explizit von der Drohnenperspektive geprägt, betont Brasa. Seit über sechs Jahren ist Unhuman in der Entwicklung und wurde in enger Zusammenarbeit mit Operatoren erprobt, darunter solche mit Ukraineerfahrung. Die Einsatzrollen reichen von Aufklärung und Kampfunterstützung über Nachschub und CASEVAC bis hin zu Streckenräumung und C4ISR-Aufgaben.

Technische Details des UGV „Unhuman“

  • Gewicht: ca. 110 kg (mit Doppelakku)
  • Höchstgeschwindigkeit: 13 km/h
  • Motorleistung: ca. 3,5 kW, Drehmoment ca. 200 Nm
  • Reichweite: bis zu 32 km (bei 200 kg Nutzlast, Doppelakku)
  • Antrieb: elektrisch
  • Produktionsstatus: serienreif

UGVs wie Sand am Meer

Unbemannte Bodenfahrzeuge werden derzeit von zahlreichen Anbietern auf den Markt gebracht. So präsentierte der bisherige Flugdrohnenhersteller Quantum Systems zur Enforce Tac mit dem Mandrill ein eigenes UGV. Es gibt Gereon und Hector von ARX Robotics, das UGV Ziesel von Diehl Defence, THeMIS von Milrem Robotics, verschiedene Größen von HT Division aus Ungarn und viele Systeme mehr.

Selbst aus dem kleinen Lettland kamen zwei UGVs zur XPONENTIAL an den Niederrhein. Doch auch hier zeigen sich im direkten Vergleich die Unterschiede. Während der Hades von LV-TEH auf eine höhere Nutzlast von bis zu 350 Kilogramm, eine hybride Lösung beim Antrieb und Panzerung setzt, positioniert sich der Unhuman von Brasa als leichteres, wendiges System mit einem Gewicht von rund 110 Kilogramm und einer Reichweite von bis zu 32 Kilometern bei 200 Kilogramm Zuladung.

Ob der Unhuman oder auch der Beehive den Sprung in größere Beschaffungsprogramme schaffen, bleibt offen. Gerade auf dem Markt der UGVs ist die Konkurrenz groß. Was Brasa jedoch von einigen Wettbewerbern unterscheidet, ist das Selbstverständnis eines Unternehmens, das nicht vom Reißbrett aus denkt, sondern vom modernen Gefechtsfeld her – eine Perspektive, die große Unternehmen wie Rheinmetall scheinbar nicht einnehmen wollen.

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